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Besucheransturm auf Naturidyll

Mensch trifft Natur: Falkner Marko Loerke und seine Vögel luden die Großstädter geradezu ein, ihre Handys zu zücken. Viele Besucher interessierten sich am Sonnabend für die Insel.
Mensch trifft Natur: Falkner Marko Loerke und seine Vögel luden die Großstädter geradezu ein, ihre Handys zu zücken. Viele Besucher interessierten sich am Sonnabend für die Insel. © Foto: Daniel Dzienian / MZV
Daniel Dzienian / 10.08.2014, 18:58 Uhr
Lindow (dd) Im vorigen Jahr wurde bei Gühlen im Wald eine Treibjagd veranstaltet. "Ein großer Eber entkam und schwamm, um sich in Sicherheit zu bringen, über den Gudelacksee bis auf die Insel Werder." Das berichtete Lothar Gast, Jäger auf der Insel Werder. Das Naturidyll inmitten des Gudelacksees nutzen viele Tiere als Rückzugsgebiet. "Wir haben hier sechs bis sieben Rehe, Füchse, Fischotter, Biber, Waschbären, mehrere Brutpaare des Eisvogel und die Schellente", so der für das Sonderjagdgebiet zuständige Mann, der einen Cowboyhut trägt und nach eigenen Angaben eher der Hege und Pflege als irgendwelchen Abschüssen auf der Insel zugetan ist. Bis auf die Vögel sind alle Tiere irgendwann einmal vom Festland herüber geschwommen.

Lothar Gast ist einer von zwei Menschen, die fast jeden Tag auf der Insel sind. Der andere ist Betreiber Steffen Schindel. Er bewirtschaftet das Eiland mit sanftem Tourismus. Für 20 Euro kann man dort in vorhandenen Indianerzelten übernachten, ein Kanu leihen und sich neuerdings aus seinem angelegten Bauerngarten bedienen. Dort reifen verschiedene Obst- und Gemüsesorten heran. Gäste können ihre eigenen Kartoffeln ausbuddeln, diverse Kräuter ernten und sich mit Naturprodukten ihr eigenes Süppchen kochen. Dazu hält Schindel Pferde und Schafe auf dem Stück Land im Gudelacksee.

Am Sonnabend war es mit der Ruhe vorbei, und das war so gewollt. Der 70 Jahre alte Dampfer "Dorothee" brachte eine Vielzahl von Besuchern an. "Den Tag der offenen Insel machen wir jetzt zum dritten Mal. Beim vorigen Mal lief es nicht so gut, da fiel der Termin genau auf das Stadtfest", so Schindel. "Diesmal kommen aber vor allem viele Berliner. Es hat sich herumgesprochen, dass es hier schön ist."

Wer nach einer 20-minütigen Fahrt der "Dorothee" entstieg, der betrat eine gepflegt und kultiviert wirkende Insel. Einige Bekannte von Schindel in grünen T-Shirts mit der Aufschrift "Inselkinder" boten Naturprodukte an. Über dem Feuer brodelte eine leckere Gulaschsuppe mit jeder Menge Insel-Gemüse darin.

Um das Naturerlebnis perfekt zu machen, hatte Schindel einen Freund, den Zehdenicker Falkner Marko Loerke, eingeladen. Dessen prachtvolle Greifvögel ließen sich nicht nur sehen, sie zeigten auch, dass sie elegante Jäger sind. Die Schneeeule bewies einer zunächst etwas ängstlichen Zuschauerin, dass sie hervorragend zwischen einem uninteressanten Menschenfinger und einem gereichten Hühnerbein aus der Tasche des Falkners zu unterscheiden vermag. Und der putzige, südamerikanische Geierfalke zeigte Gefühle, ließ er sich doch alles gefallen, wenn man ihn nur am Kopf kraulte. Majestätisch drehte ein Adler seine Runden über dem Publikum.

Am Abend gehörte die Insel dann wieder den Bootstouristen - und der Natur.

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