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Ultramarathon auf dem Mauerweg

Stopp in Oberhavel: Läufer stärken sich.
Stopp in Oberhavel: Läufer stärken sich. © Foto: Heike Weißapfel
Anja Hamm / 14.08.2014, 18:56 Uhr
Oberhavel (MZV) Das urigste Stück des einstigen Berliner Mauerwegs befindet sich zwischen Frohnau und Hohen Neuendorf. In der Nacht zu Sonntag werden gut 314 Läufer im Dunkeln den Abschnitt passieren. Sie nehmen am 100-Meilen-Lauf teil, einem Ultra-Marathon über 160,9 Kilometer, der auch als Mauerweglauf bekannt ist. Bereits zum dritten Mal findet der Lauf statt, im Uhrzeigersinn rund um Berlin mit Startpunkt im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Prenzlauer Berg. Mitbegründer des Laufs, der seit 2012 in Gedenken an die Maueropfer ausgetragen wird, war der frühere Hennigsdorfer Marco Fekete. Zu DDR-Zeiten war er Grenzsoldat zwischen Hennigsdorf und Hohen Neuendorf. Dass er nie geschossen habe und einen Schießbefehl verweigert hätte, versicherte er den Mitgliedern seiner "Laufgemeinschaft Mauerweg", erzählt Alexander von Uleniecki. Auch er gehört der Gruppe an, die den Lauf ins Leben gerufen hat. "Der 100-Meilen-Lauf soll den Opfern gedenken, durch Marco Fetekes Geschichte sind wir sensibilisiert", sagt Uleniecki.

In diesem Jahr wird Peter Fechter gedacht. Am 17. August 1962 wurde der 18-Jährige erschossen, als er die Mauer am Checkpoint Charlie überklettern wollte. Bisher standen Opfer innerhalb Berlins im Zentrum. Künftig, sagt Uleniecki, wolle man auch Maueropfern in Brandenburg den Lauf widmen. "Der Fokus soll auch auf Brandenburger Gemeinden gelegt werden", sagt er. Im Gespräch sei etwa, Marienetta Jirkowsky zu Gedenken. Bei einem Fluchtversuch wurde sie 1980 zwischen Frohnau und Hohen Neuendorf angeschossen, sie erlag ihren Verletzungen. Insgesamt 138 Maueropfer sind bekannt.

Auf dem Oberhaveler Streckenabschnitt kommen die 100-Meilen-läufer gleich an mehreren markanten ehemaligen Grenzpunkten vorbei - an den Grenztürmen in Nieder Neuendorf und Bergfelde, der heute ein Naturschutzturm ist. Aber auch dort werden Tafeln an die Geschichte des Ortes erinnern. Auf diesem Stück ist der Weg in seinem Originalzustand erhalten, erklärt Uleniecki. Für die Läufer ist das imposant, aber auch eine Stolperfalle. Auf dem Abschnitt vom Turm, wo die Läufer zwischen Sonnabend, 23 Uhr, und Sonntag. 3 Uhr, erwartet werden, durch den Wald bis Glienicke werden Radfahrer die Teilnehmer begleiten. Die Schnellsten schaffen die 160,9 Kilometer in gut 16 Stunden.

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