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Eberswalder Bürgerbudget 2015: Jury vergibt am Tag der Entscheidung zusätzlich Preis für Gemeinwohl

Herzensgeld ausgelobt

So sieht der Preis aus: "Herzensgeld", kreiert von Antoinette. Honoriert werden Vorschläge fürs Gemeinwohl.
So sieht der Preis aus: "Herzensgeld", kreiert von Antoinette. Honoriert werden Vorschläge fürs Gemeinwohl. © Foto: Sören Tetzlaff
Viola Petersson / 18.08.2014, 22:39 Uhr
Eberswalde (MOZ) Noch bis zum 31. August können Eberswalder Vorschläge zum Bürgerbudget 2015 einreichen. Am Tag der Entscheidung stimmen die Kreisstädter über die Ideen ab. Zusätzlich winkt den Projekten erstmals "Herzensgeld". Ein Extra-Preis, den die Künstlerin Antoinette kreiert hat.

Es geht um Finanzen - um Bares und um Herzensgeld. Ersteres stellt das Rathaus bzw. das Eberswalder Parlament zur Verfügung. 100 000 Euro sind im Topf. Über die Verteilung dieser Mittel aus dem Bürgerbudget entscheiden die Bürger selbst, am 21. Oktober - beim Tag der Entscheidung. Projekte, die die meisten Stimmen auf sich vereinen, werden umgesetzt.

Letzteres, das Herzensgeld, hat die Künstlerin Antoinette kreiert. Ein Extra-Preis, mit dem vor allem am Gemeinwohl orientierte Projekte geehrt und honoriert werden sollen, wie Eberswaldes Verwaltungsdezernent Bellay Gatzlaff erklärt. Bis zu drei dieser Preise mit dem klangvollen Namen "Erfüllung" sollen vergeben werden. Die Vergabe, betont Gatzlaff, erfolge unabhängig vom Votum zur Verteilung der Mittel aus dem Bürgerfonds. Wer das "Herzensgeld" erhält, darüber befindet eine dreiköpfige Bürger-Jury. Diese werde am 21. Oktober vor Ort gebildet - mit dem jüngsten und dem ältesten Teilnehmer sowie einem Neu-Eberswalder, erläutert der Dezernent das Procedere. Der Preis, in Gestalt eines 200-Herz-Geldscheines, sei als zusätzlicher Anreiz für Antragsteller bzw. Ideengeber gedacht.

Geld habe nicht nur einen pekunären Aspekt, sagt Antoinette. Mit Geld seien auch Gefühle, Emotionen verbunden. Ebenso wie es eine kulturelle, künstlerische Note habe. Geleitet von diesen Effekten und Assoziationen haben sie bereits in den 90er-Jahren Ideen für eine eigene, besondere Währung entwickelt. Erste Versuche habe sie mit Münzen gestartet. In konzeptioneller Weiterentwicklung dieser Arbeiten sowie unter dem Eindruck der Finanzkrise sei der Gedanke entstanden, eine Kunst-Währung zu schaffen, die eben nicht dem Wertverlust unterliegt, sondern im Gegenteil an Wert gewinnt. So gab sie 2011 in Kooperation mit der Grafikerin Heike Preuß die ersten Scheine heraus. Von der Zehn-Herz-Note bis zur 1000-Herz-Note. Jeder Geldschein sei ein Kunstwerk und "ein Unikat", wie Antoinette betont. Die Rückseite sei jeweils mit einer Originalhandzeichnung gestaltet. Und: Jede Note habe eine Bedeutung, thematisiere einen Herzenswunsch. Zehn Herz etwa stehen für "Ich bin", 100 Herz für "Sieg", 200 Herz eben für "Erfüllung" und 1000 Herz für "Liebe".

Der Wunsch "Erfüllung", findet Bellay Gatzlaff, passe am besten zum Bürgerbudget und zu den Projektideen, begründet er die Wahl der Prämie. Und verweist gleichzeitig darauf, dass Bürger, Vereine, Initiativen noch bis zum 31. August Vorschläge einreichen können. Bislang seien 34 Ideen bzw. Bewerbungen eingegangen. Einen Schwerpunkt bilden dabei - beinahe erwartungsgemäß - Straßenbauprojekte. Aber auch so mancher überraschender Vorschlag steht auf der Liste. Etwa die Anregung für eine Büchertelefonzelle oder eine Eislaufbahn für Westend.

Zu den Kriterien, die die Ideen-geber beachten müssen, gehört ein finanzielles Limit von 15 000 Euro pro Vorschlag. "Auf diese Summe ist die Zuwendung beschränkt", macht der Dezernent aufmerksam. Zudem können einzelne Empfänger, etwa Vereine, erst nach drei Jahren erneut gefördert werden. Wegen der enormen Resonanz bei der Abstimmung 2013 habe man den Tag der Entscheidung diesmal in den Familiengarten verlegt. Je nach Volumen können mindestens sieben Projekte dank Bürgerbudget realisiert werden.

Vorschläge: www.eberswalde.de

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