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Nach 20 Jahren Konversion ist für die meisten Flächen eine neue Nutzung gefunden / Tag der offenen Tür am ehemaligen Flugplatz

Viele Erfolge und ein paar Probleme

© Foto: moz
Bernhard Schwiete / 21.08.2014, 06:27 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Zwei Jahre ist es her, dass aus dem ehemaligen Fürstenwalder Flugplatz ein Solarpark wurde. Am Sonnabend kann er bei einem Tag der offenen Tür besichtigt werden. Die Anlage ist ein Ergebnis der Konversion, durch die sich das Stadtbild in den vergangenen zwei Jahrzehnten an vielen Stellen gewandelt hat.

Unter der Rubrik "Fachveranstaltungen" lädt das Netzwerk für Konversion im Land Brandenburg am Sonnabend nach Fürstenwalde ein. Im Rahmen eines Kanons zahlreicher Termine im gesamten Bundesland kann jedoch jedermann zwischen 10 und 13 Uhr auf das weitläufige Gelände an der Steinhöfeler Chaussee (Zufahrt durch den derzeitigen Baustellenbereich)kommen. "Energiela(n)deplatz - Ein Flugplatz im Wandel" ist der Tag der offenen Tür überschrieben. Es gibt Führungen und Infotafeln, von einer Hebebühne aus kann das Gelände von oben überblickt werden. Aus versicherungsrechtlichen Gründen ist ein Personalausweis mitzubringen.

Der Flugplatz, auf dem seit zwei Jahren Solarmodule stehen, ist nur eines von vielen Beispielen in der Stadt für das, was in der Fachsprache Konversion genannt wird. Flächen, die zur DDR-Zeit von den sowjetischen Streitkräften genutzt wurden und damit für die Öffentlichkeit unzugänglich waren, standen nach dem Abzug der letzten Soldaten 1994 auf einmal wieder zur Verfügung; und die große Frage, welcher Nutzung sie zuzuführen seien, beschäftigt die Stadtverwaltung und die Stadtverordneten an einigen Stellen bis heute.

In Fürstenwalde ist das Thema, verglichen mit anderen Städten vergleichbarer Größe, von besonderer Bedeutung. Nahezu 20000 sowjetische Soldaten und Zivilangehörige hielten sich 1989 hier auf, mehr als in jeder anderen brandenburgischen Stadt. 520 Hektar Fläche nahmen sie in Anspruch. Versperrt für alle anderen waren zum Beispiel große Teile des Spreeufers, aber auch das Gebiet zwischen Langewahler Straße und Tränkeweg, die Gegend um die Rudolf-Breitscheid-Straße oder ein Karree zwischen Frankfurter Straße und Bahnstrecke, wo sich die Ulanenkaserne befand.

Heute ist die Entwicklung weit vorangeschritten. Zu den jüngeren Erfolgen zählt die neue Gestaltung der Henry-Hall-Straße, zwischen Dr.-Wilhelm-Külz-Straße und Spree. Eigentumswohnungen in attraktiver Lage mit Blick auf den Fluss sind dort entstanden, für die Öffentlichkeit wurden Wege gestaltet. Vom Bahnhof lässt es sich nun über den Stadtpark bis zur Spreebrücke durchs Grüne spazieren. Am Tränkeweg wurde das Gewerbegebiet erweitert, ebenso südlich der Lindenstraße. An der Langewahler Straße ließ sich nicht nur der Energiedienstleister E.dis nieder und avancierte zu einem der größten Arbeitgeber in der Stadt. Die Ulanenkaserne wurde umgebaut, sodass neuer Wohnraum entstand.

Andernorts bleiben noch Probleme zu lösen. Auf dem ehemaligen ABC-Lager an der Staatsreserve könnte ein weiteres Gewerbegebiet entstehen; allerdings weiß man noch nicht, wie sehr der Boden kontaminiert ist. An der Aufbauschule an der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße lässt sich noch erahnen, wie prächtig dieser Gebäudekomplex einmal gewesen sein muss. In der Realität ist sie eine Ruine. Die Stadt würde sie abgeben, zum Preis von einem symbolischen Euro. Der Käufer müsste allerdings ein Nutzungskonzept vorlegen; bisher ist noch keiner gefunden worden.

Differenziert war die Entwicklung auf dem Flugplatz. Dort starteten und landeten wieder Maschinen, nicht mehr militärische, sondern zivile. Rentabel hätte er sich nach allgemeiner Einschätzung aber nie betreiben lassen, also wurde umdisponiert, und der heutige Solarpark entstand. 20 Jahre nach Beginn der Konversion und zum Tag der offenen Tür ist eine Erweiterung beschlossen. Ein eigenes Kraftwerk ist für das Gelände angedacht, das den Strom, der dort durch die Sonne erzeugt wird, speichert und bei Bedarf an Kunden in der Stadt abgibt.

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