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Dealer kommen abends aus Berlin nach Frankfurt

Drogenhandel blüht im Lennépark

Frank Groneberg / 25.08.2014, 19:42 Uhr - Aktualisiert 26.08.2014, 09:37
Frankfurt (MOZ) Der Lennépark ist seit Monaten Brennpunkt des Drogenhandels. Männer, die meist aus Berlin hierher kommen, verkaufen Cannabisprodukte und bieten diese auch Kindern an.

Frankfurt hat ein Drogenproblem. Und zwar ein sehr großes. Seit Monaten blüht im Lennépark der Handel mit Cannabisprodukten. Mehrere Männer bieten meist in den Abendstunden ab 18 Uhr Marihuana und Haschisch an. Spaziergänger fühlen sich belästigt.

"Sie fragen: Cannabis?", erzählt Markus* am Montag, "und wer was kaufen will, nickt kurz." Der 18-Jährige ist oft im Park, ihm wurde mehrfach Cannabis angeboten, er lehne das aber grundsätzlich ab. "Es sind immer erwachsene Farbige."

Anton*, 21 Jahre alt, hat schon bei den Drogendealern Marihuana gekauft. "Das wird einem abends überall von Schwarzen angeboten", berichtet er. Dass auch Kindern Drogen angeboten werden, empört Sophie* (19). "Ich habe selbst gesehen, wie diese Leute Kinder, die vielleicht zwölf Jahre alt waren, angesprochen haben", sagt die Seelowerin. "Es waren sechs Männer. Zum Glück haben dann mehrere Erwachsene nach kurzem Zögern eingegriffen und die Drogendealer verscheucht."

Abends könne man gar nicht mehr allein durch den Park gehen, "die lungern doch überall rum", schimpft eine Frau und erzählt von einer Razzia Mitte vergangener Woche. Von dieser berichtet auch Lukas* (14). "Zivilpolizisten haben unsere Taschen durchsucht, ob wir Drogen haben", bestätigt er. Natürlich wisse auch er aus dem Freundeskreis, dass im Lennépark mit Cannabis gedealt werde. Wie andere auch hat er zudem von angeblichen Vergewaltigungen gehört.

Auf Nachfrage der MOZ bestätigt Ingo Heese, Leiter der Pressestelle der Polizeidirektion Ost, dass es einen Übergriff gegeben habe. Eine 40-jährige Frau sei Anfang August nachts um 2.30 Uhr angeblich vergewaltigt worden. Nach jetzigem Erkenntnisstand habe sie mit mehreren Kumpels im Park sehr viel Alkohol getrunken, einer aus der Gruppe habe im Anschluss mit ihr Sex gehabt. Die näheren Umstände würden geprüft.

Der Polizei sind natürlich auch die Drogendealer bekannt. Polizeisprecher Stefan Möhwald erklärt, dass es sich vor allem um Kleindealer handle. Das heißt: Sie haben bei Kontrollen nie mehr als die straffreie Menge für den Eigenbedarf dabei. "Wir ermitteln seit längerem", sagt er, ohne Details nennen zu wollen. Denn die Polizei will vor allem der Hintermänner habhaft werden. Und er bestätigt die Aussagen mehrerer Zeugen, nach denen es sich bei den Drogendealern um Schwarze, und zwar sowohl deutsche Staatsbürger als auch Ausländer, die vor allem täglich aus Berlin kommen, handle.

Das Thema ist besonders brisant, da sich im Stadtzentrum auch viele Flüchtlinge aus Afrika, die in der hiesigen Außenstelle der Eisenhüttenstädter Erstaufnahmeeinrichtung (ZABH) in der Fürstenwalder Poststraße untergebracht sind, aufhalten. Und viele Frankfurter werfen diese Menschen mit den Drogendealern in einen Topf. "Wir wissen, dass es nicht die Asylbewerber sind, die hier mit Drogen handeln", betont Stefan Möhwald.

Philipp* ist selbst Afrikaner, lebt seit 14 Jahren mit seiner Familie in Frankfurt. "Ich finde das mit den Drogen Scheiße", sagt er. "Wenn ich hier laufe, gucken alle Leute und denken: Der ist schwarz, der verkauft Drogen." Er habe selbst gesehen, wie ein dunkelhäutiger Mann im Park Marihuana-Päckchen verkauft habe. "Ich habe ihm gesagt: Hau ab, wir brauchen das hier nicht. Und als er nicht gehen wollte, habe ich ihn mit der Faust geschlagen, dann ist er gegangen."

Der Haupt- und Ordnungsausschuss hat sich am Montagabend mit dem Thema beschäftigt. Die MOZ wird Mittwoch berichten.

*) Namen geändert

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Isa 26.08.2014 - 09:34:10

Wildpark

Hallo MOZ, warum wurde der Kommentar zum Wildpark entfernt. In diesem Kommentar wurde die Wahrheit dargestellt. Wenn Sie nicht glauben, dass man als Frau im Wildpark von Schwarzafrikaner offensiv nach Sex gefragt wird (was wirklich widerlich ist), dann schicken Sie doch eine junge, weibliche Mitarbeiterin öfters mal in den Wildpark. Ich hoffe, der Mitarbeiterin passiert nicht mehr als nur sexuell belästigt zu werden. Also bevor Sie Kommentare lösen, versuchen Sie doch bitte den Wahrheitsgehalt zu ermitteln. Danke für Ihre Interpretation von Meinungsfreiheit!

Meinungsfreiheit in der MOZ 26.08.2014 - 09:31:21

Warum gelöscht

Nochmal in der Umgebung vom Wildpark wird neuerdings auch von Menschen anderer Hautfarbe belästigt. Als Frau dort allein hin zu gehen naja da kann einem Komisch werden. Ich denke nicht das die Leute dort aus Berlin anreisen.

Nicht zu fassen 26.08.2014 - 09:31:16

Ordnungsamt weglach

die wollen doch kein Messer im Bauch haben. Hier muss mit aller Härte durchgegriffen werden. Festnehmen und ausweisen. Afrika aufbauen. Hier wird aber mal wieder gelöscht. Was soll das? Es wird schlimmer werden als es jetzt schon ist. @ISA - was hast Du schon erlebt? War das eine Antwort auf einen gelöschten Beitrag. Thema war Belästigung durch Farbige Asylanten und Drogenverkauf im Wildpark.

besorgter Bürger 26.08.2014 - 09:07:46

Vorschlag

Warum kann das Ordnungsamt der Stadt Frankfurt (Oder) nicht für Ordnung im Lennepark sorgen? Statt Falschparker abzukassieren, sollte das Ordnungsamt lieber dafür sorgen, das man sich im Lennepark wieder sicher fühlt. Ist es so schwer Platzverbote für die Trinker und Drogendealer auszusprechen und diese auch durchzusetzen? Wenn Gäste nach Frankfurt kommen, werden die nach Konsumentvorplatz und Lennepark wieder kehrt machen und die Stadt auf nimmer wiedersehen verlassen.

Max B. 26.08.2014 - 08:08:51

Drogen hier??

..was Drogen hier, im Lennepark? Halte ich ja für genauso utopisch wie Grenzkriminalität! Gibts doch gar nicht. Am Ende gibts hier auch noch Prostitution. Ich bin ja entsetzt. Wacht doch auf!! Das ist doch alles ein alter Hut!

H.B. 25.08.2014 - 23:31:23

Warum in die Ferne schweifen ...

. Von meinem Sohn weiß ich, dass es das Zeug nahezu auf jedem Frankfurter Schulhof zu bekommen ist. Ein Ausflug in die Botanik des Lenné-Parks erübrigt sich dadurch. Hier sind Eltern, Lehrer und Präventionsberater in der Pflicht!

Don Giovanni 25.08.2014 - 22:35:12

Aus Berlin?

Zieht sich Polizei und Staatsanwaltschaft die Hose mit der Kneifzange an? Es gibt eine "eigene" Frankfurter Drogenszene. Diese Herren lassen keine Auswärtigen in Ihr Territorium. Wenn es Berliner Kleindealer sein sollten, dann aber für Frankfurter(weiße) Paten. Sage jetzt auch noch jemand, dass in den Frankfurter Discotheken kein Drogenhandel stattfindet. Der Markt wird kontrolliert durch Einheimische. Seltsame Statements der Polizei.

Keine Macht den Drogen und Drogenverkäufern 25.08.2014 - 22:21:08

Was ist denn los?

Ist es nicht das was die guten Menschen wollen? Demnächst werden die schwarzen Drogendealer nicht mehr aus Berlin anreisen, der Nachwuchs ist ja schon da. Diese Ausreden sind einfach zu blöd. Sofern jemand Drogen verkaufen will muss er diese anbieten. Ich denke der Lenne Park ist nicht so groß, dass man den nicht komplett überwachen könnte. Nur wer? Es gibt ja keine Polizei mehr. Na ich werde demnächst mal durch den Park gehen. Der erste Asylant oder auch nur Schwarze Deutsche werde ich anzeigen.

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