Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Rüdersdorfer schauen beim Glockenguss zu

Jetzt geht es los: In der Glocken- und Kunstgussmanufaktur Petit & Edelbrock fließt das Bronzegemisch in die Formen.
Jetzt geht es los: In der Glocken- und Kunstgussmanufaktur Petit & Edelbrock fließt das Bronzegemisch in die Formen. © Foto: Alfred M. Molter
Margrit Höfer / 27.08.2014, 07:07 Uhr
Gescher/Rüdersdorf (MOZ) Die katholische Gemeinde in Rüdersdorf ist ihrem Traum von drei neuen Bronzeglocken für die Kirche zur Heiligen Familie das größte Stück weitergekommen. Denn in Gescher unweit der niederländischen Grenze wurde das Geläut gegossen.

Es ist mollig warm in der Glocken- und Kunstgussmanufaktur Petit & Edelbrock in Gescher. Seit 1690 gibt es diese Glockengießerei nahe der niederländischen Grenze. Viel Besuch hat das Unternehmen am vergangenen Freitag. Nicht nur aus Silberhausen im Eichsfeld und zwei weiteren Gemeinden sind Neugierige gekommen. Allein aus der Gemeinde Rüdersdorf sowie Schöneiche und Petershagen hat sich frühmorgens eine 23-köpfige Delegation auf den Weg gemacht. Darunter auch Bürgermeister André Schaller, der seinen Urlaub dafür nutzte. Um wie die anderen dabei zu sein, wenn die drei Bronzeglocken für die katholische Kirche zur Heiligen Familie gegossen werden. Zwei Stahlglocken des Bochumer Vereins für Gussstahlfabrikationen hängen derzeit im Turm der Kirche an der Ernst-Thälmann-Straße, die 1905 geweiht wurde. Sie sehen bronzefarben aus. Allein, es ist der Rost, der sie seit Jahren zerfrisst. Ihre Lebenszeit haben sie längst überschritten.

Gegen 15 Uhr - die Rüdersdorfer Gruppe hat da bereits das westfälische Glockenmuseum besichtigt - gibt es noch einführende Worte in das, was in den kommenden Minuten passieren wird. Herzstück der Manufaktur, erfahren die Gäste, ist der 13 Tonnen fassende Schmelzofen. "Bevor der Guss dann aber tatsächlich begonnen hat, gab es noch eine Andacht mit einem katholischen Pfarrer und einem Diakon", erzählt Alfred A. Molter. Er erteilt den Segen für die bevorstehende Aufgabe. Die Gießer, alle in Arbeitsmontur, prüften immer wieder, ob das Bronzegemisch schon heiß genug ist. "Die brauchen da kein Thermometer, sondern haben das durch jahrelange Erfahrung im Blick", sagt Molter. 1200 Grad heiß ist das Metall, das dann in Kanälen in die Glockengrube, wo elf Formen gebaut worden waren, fließt. Da ist es dann schon 16.30 Uhr. "Allerdings kann man da nichts sehen, denn das geschmolzene Metall verteilt sich in der Form. Erst, wenn in den kommenden Tagen die Bronze ausgekühlt und die Lehmformen zerschlagen werden, wissen die Glockengießer, ob ihre Arbeit wirklich gelungen ist", sagt Molter.

Doch die Delegation ist sehr zuversichtlich. Am 18. Oktober soll es einen Tag der offenen Kirche in Rüdersdorf geben. Dann können alle Interessierten die drei Bronzeglocken von Nahem beschauen.

Am 19. Oktober gibt es 10 Uhr ein feierliches Hochamt mit Weihbischof i. R. Wolfgang Weider. Ganz sicher sollen die Glocken Heiligabend läuten.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG