Quappendorf . Der kleine Ortsteil hat ein Stück Geschichte zurück erhalten. Auf dem Dorfplatz steht seit dieser Woche wieder das alte Kriegerdenkmal. Hauptinitiator war Rolf Ignaz, der mit dem Verein "Kultur auf dem Lande" die Wiederaufstellung auf den Weg brachte.
Alles fest: Detlef Kr³ger (l.) und Rolf Ignaz (r.) helfen Thomas Koppenhagen (hinten) und Wolfgang Lenz beim Aufstellen des Kriegerdenkmals. Es hat jetzt wieder mitten im Ort seinen Platz. Beim Dorffest soll es eingeweiht werden. Foto: Michael Mõrker
Erst im Februar hatten die Abgeordneten entschieden, dem Vorschlag von Rolf Ignaz zuzustimmen und das alte Kriegerdenkmal wieder aufzubauen. Bis zum Dorffest sollte es stehen. Nun ging alles ganz schnell. Der Bauunternehmer Thomas Koppenhagen löste sein Versprechen ein und säuberte die Steine, fertigte ein Kreuz an und baute das Denkmal auf dem Dorfplatz wieder auf. Wolfgang Lenz packte mit zu, lenkte auch den Kran.
Die Geschichte des Denkmals ist typisch für Quappendorf und auch für die DDR-Geschichte. Als nämlich die Neuhardenberger nach dem Ersten Weltkrieg ein Denkmal für ihre Gefallenen erhalten sollte, meldeten sich die Quappendorfer. Sie wollten nicht, dass ihrer Gefallenen an einem Sammeldenkmal gedacht wird. Sie wollten ihr eigenes. Und so bekamen sie denn auch eines. Graf Hardenberg stellte Land zur Verfügung, zeigte Verständnis für den Wunsch der Ortsbewohner, erzählt Rolf Ignaz. Es entstand ein kleiner Heldenhain.
Der wiederum passte zu DDR-Zeiten nicht ins Geschichtsbild und musste einer Konsum-Verkaufsstelle, die heute Wohnhaus ist, weichen. Manchem Quappendorfer dürfte nicht ganz wohl gewesen sein, als 1969 die Steine eben dieses Denkmals plötzlich als Monument zum 20. Jahrestag der DDR verwendet und auf dem Dorfplatz neu aufgestellt wurden. Anfangs zierten Hammer, Sichel und Ährenkranz den Kopf, später nur noch ein Stein und die typische "Mach-mit" Plakette. Jedes Jahr zum DDR-Jahrestag wurde es vom Gemeindearbeiter frisch angestrichen. Nach der Wende war es dann über Nacht weg. Kaum einer dachte noch daran, bis die Akteure des Vereins Kultur auf dem Lande die Steine im Schafstall unter Schutt fanden.
"Das ist auch unsere Geschichte, wir sollten sie akzeptieren", sieht es Rolf Ignaz, der sich fortan um die Wiederherrichtung des Denkmals kümmerte. Es wurde sogar eigens eine Arbeitsgruppe Denkmal gebildet. Denn ganz ohne Geld geht nun mal nichts. Es gab nicht nur Hilfsangebote, sondern auch kleine Spenden, sodass das Werk angegangen werden konnte.
Nun steht es wieder, zwar nicht am originalen Platz, aber doch in fast originaler Form. Die vier Namen sind nur wage zu entziffern: Karl Bräuer (22 Jahre), Willi Ruschke (21 Jahre), Bruno Schulz ( 26 Jahre) und Kurt Steinicke (21 Jahre). Sicher ist, dass es weit mehr Gefallene gab. Am Heldenhain standen noch Platten und Steine. Allerdings gebe es in keinem Kirchenbuch mehr Hinweise, so Ignaz. Das kleine bescheidene Denkmal soll daran erinnern, was Krieg bedeutet. Menschen, die ihr Leben noch vor sich hatten, mussten in die Schlacht ziehen, kehrten nicht mehr heim zu ihren Eltern, Frauen oder Geschwistern.
Richtig einweihen wollen die Quappendorfer ihr wieder gewonnenes Denkmal zum Dorffest. Der Termin steht noch nicht fest. Auf alle Fälle werden weiter Spenden gebraucht, um Restarbeiten zu erledigen. Eine Tafel mit Erläuterungen zur Geschichte des Denkmals soll angebracht werden. "Das Vorhaben ist gut aufgenommen worden im Ort. Wir denken, das schaffen wir", ist Rolf Ignaz überzeugt.
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