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Des Einzelnen Schicksal millionenfach gedenken

. Petershagen-Eggersdorf (Iv.) Es ist nur ein kleines, ein paar Quad­ratzentimeter großes Stück glänzendes Metall. Eingelassen in den Bürgersteig der Brunnerstraße in Petershagen. Aber es verkörpert ein großes Stück des unrühmlichsten Kapitels der deutschen Geschichte. Vor drei Jahren war der sogenannte Stolperstein wider das Vergessen vom Kölner Aktionskünstler Gunter Demnig für Moritz Haike vor dem ehemaligen Wohnhaus in der Brunnerstraße 79 verlegt worden. Seitdem hat das Schicksal dieses Mannes die Arbeitsgruppe Erinnerungskultur nicht mehr losgelassen. Am Sonnabend legten Gemeindevertreter, Arbeitsgruppenmitglieder, Bürger und Pfarrer Rainer Berkholz auf dem Bürgersteig Blumen nieder.

Günter Knobloch von der Arbeitsgruppe hat akribisch recherchiert und viele Daten und Fakten aus dem Leben von Moritz Haike zusammengetragen - bis zu dessen Abtransport im Januar 1944 in das jüdische Altersheim in der Großen Hamburger Straße in Berlin. Haike, geboren am 6. März 1867, war in Petershagen als Kaufmann und Gemeinderatsmitglied in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kein Unbekannter.

Zu Beginn des Dritten Reiches hatte der damals 66-jährige jüdische Textilkaufmann Moritz Haike sein Büro in Berlin längst aufgeben müssen. Auch musste er den Zwangsnamen Israel in seinen Personaldokumenten hinzufügen. Nur wenige Tage blieb Haike in dem sogenannten "Altersheim", dann wurde er mit 62 weiteren jüdischen Mitbürgern vom Berliner Bahnhof Grunewald mit dem 100. von Göbbels befohlenen Alterstransport in das Konzentrationslager Theresienstadt abgeschoben. Wenige Monate nach seiner Einlieferung kam er dort am 11. Mai 1944 um. "Die angemessene Form der sechs Millionen Opfer des Naziregimes zu gedenken ist die, sich das Schicksal des Einzelnen, der einen Namen, ein Gesicht und einen Lebensweg hatte, zu vergegenwärtigen und sich das dann millionenfach vorzustellen", sagte Pfarrer Rainer Berkholz. Über das Schicksal von Moritz Haike und seines Bruders Heinrich gibt es in der Petershagener Bibliothek eine von Günter Knobloch zusammengetragene Dokumentation.

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