Fürstenwalde .
Frauen stehen nicht nur im beruflichen Alltag ihren Mann, aber viele messen sich im Bezug aufs Autofahren nur ungern mit Männern. Deshalb sind Fahrsicherheitstrainings meist eher von Vertretern des starken Geschlechts dominiert. Anlässlich der Brandenburgischen Frauenwoche fand am Sonnabend auf dem Verkehrsübungsplatz in Fürstenwalde ein Fahrsicherheitstraining nur für Frauen statt. Die Veranstalter, der Unternehmerinnen-Stammtisch in Zusammenarbeit mit der Polizei und der SPD-Landtagsabgeordneten Elisabeth Alter, waren erfreut über den Zuspruch für ihr Angebot.
Geschafft! Erleichert klettert die Fürstenwalderin Ingrid Andres auf dem Verkehrsübungsplatz aus dem Rettungssimulator. Eben noch ist sie mit dem Auto sozusagen auf dem Dach gelandet und musste kopfüber aussteigen. Das Fahrzeug steht nicht auf der Straße, sondern ist auf einem Gestell montiert und kann - mittels Motorantrieb drehbar - in beliebige Lage gebracht werden.
Auch Polizeiobermeister Thomas Becker ist zufrieden mit der Probandin. Er und sein Kollege Kriminaloberkommissar Detlef Gräfling, unter deren Anleitung an diesem Tage noch mehr Frauen mit dem Auto quasi Kopfstand machen, sind als Männer an diesem Sonnabend auf dem Platz klar in der Minderheit. Denn das Motto des Tages lautet "Mit Sicherheit anders: Fahrsicherheitstraining nur für Frauen". Eingeladen dazu hat der Unternehmerinnen-Stammtisch in Zusammenarbeit mit der Polizei, der SPD-Landtagsabgeordneten Elisabeth Alter und der Fahrschule Wehr, in persona Fahrschullehrerin Barbara Wehr.
"Viele Frauen messen sich im Bezug aufs Autofahren nur ungern mit Männern", so Polizei-Hauptkommissarin Katrin Gassner. Dabei hätten Frauen keinen Grund, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen. Laut einer Studie des Automobilclubs von Deutschland fährt Frau umsichtig und verschuldet verhältnismäßig wenig Unfälle. Die Brandenburgerinnen schneiden laut der Studie sogar am besten ab. Das heißt nicht, dass weibliche Lenker keineswegs vor allen Fehlern gefeit wären. "Und wie wir aus Gesprächen wissen, haben Frauen häufig Schwierigkeiten mit dem Einparken, und scheuen es auch, ihr Auto in einem Parkhaus oder einer Tiefgarage abzustellen", sagt Katrin Gassner. Probleme mit dem rückwärts Einparken räumt auch Ingrid Andres ein. Um da etwas dazuzulernen, auch deshalb sei sie heute zum Training gekommen. Die Geschäftsführerin einer Fürstenwalder Gabelstapler-Firma, hat den Führerschein seit 1968, fährt viel Auto, und "auch gern mal schneller", wie sie bekennt.
Außer dem Rettungssimulator haben Katrin Gassner und ihre Kollegen noch einen Reaktionstestgerät mitgebracht und einen Parcour aufgebaut, auf dem zum Beispiel rückwärts Einparken geübt werden kann. Auf dem Parcour bietet Fahrschullehrerin Barbara Wehr sich als Beifahrerin an, um Tipps und Kniffe zu vermitteln. Ein Angebot, dass neben anderen auch Kirsten Schmitt am Sonnabend nutzt. Sie hat bald den Bogen raus, sich beim rückwärts Fahren - anders als bisher - allein nach den Spiegeln im Auto zu orientieren. Teilnehmerin Margit Bauer nutzt derweil im Bürogebäude die Gelegenheit, am Reaktionstest-Gerät, assistiert von Polizeiobermeisterin Alexandra Wagner, die dort simulierten Gefahrensituationen zu meistern. "Es hat sich wirklich gelohnt, dass ich heute hergekommen bin", spricht Margit Bauer aus, was wohl jede ihrer Geschlechtsgenossinnen von diesem Tag für sich als Gewinn verbucht.
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