. Schwedt Umgeben von Frauen und wie ein Hahn im Korb durfte sich Bürgermeister Jürgen Polzehl (SPD) bei der gestrigen Eröffnung der Brandenburgischen Frauenwoche fühlen. Zum Frauentag hatte er für alle weiblichen Gäste beim Frauenfrühstück im Frauenzentrum eine blumige Überraschung im Gepäck.
Dass in knapp einem Jahrhundert seit dem ersten offiziellen Frauentag viel erreicht wurde, war Grund genug zu feiern. Die Mitarbeiter des Frauenzentrums luden zum umfangreichen Frauenfrühstück mit liebevoll gedeckten Tischen und kleinen Präsenten, bei dem sich das seit 1992 bestehende Frauenzentrum mit vielfältigen Angeboten präsentierte. Neben Computer- und Sprachkursen, Kreativräumen und kostenloser Kinderbetreuung bietet die Einrichtung nicht nur sprichwörtlich viel Raum für Frauen miteinander ins Gespräch zu kommen. Auch für Frauen, die neu in die Oderstadt ziehen, ist die Einrichtung ein Anlaufpunkt, um Kontakte zu knüpfen. Dabei verstehen sich die sieben Mitarbeiter nicht nur als Ansprechpartner für Frauen, sondern wollen ein Angebot für die ganze Familie sein. Auch polnische Frauen gehören inzwischen zu regelmäßigen Besuchern im Frauenzentrum.
Das zeigt auch die Fotoausstellung, die ebenfalls gestern eröffnet wurde. "Unsere Mitarbeiter haben 75 Frauen fotografiert, die die quirlige und lebendige Atmosphäre in unserem Haus widerspiegeln", konnte Annette Lang, Leiterin des Frauenzentrums, ihren Gästen stolz mitteilen. Dabei sind die Gesichter des Frauenzentrums eine zufällige Auswahl. Etwa 400 Frauen besuchen das Frauenzentrum in der Lindenallee jede Woche.
In Sachen Gleichstellung der Geschlechter bleibt jedoch noch einiges zu tun. "Die Frauen in meinem Büro haben die besten Nerven", lobte das Schwedter Stadtoberhaupt seine Mitarbeiterinnen. Ohnehin sind in der Stadtverwaltung überwiegend Frauen beschäftigt. Anders sieht es bei der Anzahl an Führungskräften und bei der Entlohnung aus. "Es ist richtig, dass man an die Gleichstellung denkt, da ist noch einiges zu tun", lautet Jürgen Polzehls Fazit.
Dem kann die Gleichstellungsbeauftragte des Landes Brandenburg, Friederike Haase, zustimmen. "Anders als in den anderen Bundesländern verdienen die Frauen in Brandenburg im Durchschnitt fünf Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Auch wenn sich das gut anhört, wird der Fachkräftemangel dafür sorgen, dass Arbeitgeber sich um gut qualifizierte Frauen bemühen, auf deren Bedürfnisse sie eingehen müssen", schätzt Haase ein. Laut aktuellen Studien liegt Deutschland im europäischen Vergleich mit bis zu 24 Prozent Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern auf den letzten Plätzen.
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