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Angela Kowalick 09.09.2014 06:44 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Stadt-Wandel in Stein

Biesenthal (MOZ) In Biesenthal endete das vierte, bisher größte deutsch-polnische Bildhauersymposium. Acht Künstler hatten in den vergangenen zwei Wochen auf der Wiese am Schlossberg an ihren Skulpturen zum Thema "Stadt im Wandel" gearbeitet.

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Doppeldeutige Botschaft:: "Geschiebe-S" heißt die Arbeit von Uli Mathes (r.). Der Stein steht nicht nur für die weite Eiszeit-Reise von Skandinavien in den Barnim, sondern auch für die Verdrängung von Menschen.

© Angela Kowalick

"Gearbeitet wurde mit Keramik, Holz, Sandstein und Hartgestein", erklärt Initiatorin Anne Schulz. Das Werk von Ryszard Wilk aus Stettin zum Beispiel besteht aus einem drei Meter hohen Baumstamm, der kaum bearbeitet wurde. Daneben wird Wilk hohle Keramikrohr-Elemente zu einer ebenfalls drei Meter hohen Skulptur stapeln. Wenn die Rinde des Baumstamms in einigen Jahren abgefallen ist, wird die Keramikhülle diese Rinde symbolisieren.

Die meisten Skulpturen kommen nur richtig zur Geltung, wenn sie im öffentlichen Raum der Stadt aufgestellt werden. So ist das auch bei Emerita Pansowovás Werk. Die Skulptur der in Prenden lebenden Slowakin heißt "Ruhige Betrachtung". Es handelt sich um eine aus Stein gehauene Figur, die mit ausgestreckten Beinen und geradem Rücken auf dem Boden sitzt und geradeaus schaut. "Man kann sich zurücklehnen und gleichzeitig neugierig betrachten, was sich in der Stadt verändert", erklärt die Künstlerin. Sie weiß noch nicht, wo die Skulptur stehen wird, wünscht sich aber einen belebten Ort. "Vor einer Schule vielleicht?", lautet ein Vorschlag aus dem Publikum.

Rund 40 Besucher waren zur Vernissage gekommen. Heike Gerhardt aus Biesenthal hatte den Künstlern bei ihrer Arbeit zugesehen: "Ich fand das sehr spannend. Vor allem, weil an jeder Arbeit ein Modell der Skulptur stand."

Für den Berliner Bildhauer Uli Mathes ist dieses Modell ein Teil seiner Skulptur "Geschiebe-S" geworden. Der Buchstabe "S" steht dabei für Skandinavien, weil der große Stein zur Eiszeit hier in den Barnim geschoben worden ist. "S" steht aber auch für Stadt. "In Berlin werden ganze Bevölkerungsteile geschoben beziehungsweise verschoben. Urgesteine des einen Kiezes werden durch hohe Mietpreise verdrängt", kritisiert er. Mathes kann sich gut vorstellen, das man einen Brunnen daraus baut, so dass das Wasser auf den verschiedenen Stufen des großen Steins herablaufen kann.

Nicht alle Arbeiten sind fertig. Auf die "Wächterfigur - die Stadt umarmend" von Anne Schulz darf man gespannt sein. Man kann schon erahnen, wie sie aussehen wird. Die Biesenthaler Künstlerin hatte während des Symposiums aufgrund der Organisation kaum Zeit. Auch ein Besuch bei Bundespräsident Joachim Gauck im Schloss Bellevue stand am Freitag an. Dort wurde sie für ihre ehrenamtliche Arbeit gewürdigt.

Ende März 2015 werden die Skulpturen in Biesenthal aufgestellt sein. Zeitgleich wird eine Ausstellung alle acht Künstler mit ihrem Werk vorstellen. Die Arbeiten, die jetzt bereits auf dem Skulpturenweg stehen, können dann auch gekauft werden.

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