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Katrin Hartmann 12.09.2014 06:50 Uhr
Red. Eberswalde, eberswalde-red@moz.de

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Gewollt und provokant

Eberswalde (MOZ) Pünktlich zur Einpflanzung der beiden Apfelbäume begann es am Mittwochnachmittag im Park am Weidendamm zu regnen. Die Grünfläche zieren nun zwei pink angesprühte, kahle Bäumchen, die Michaela Hanemann sich als Abschlussinstallation ihrer Ausstellung "Wer schön sein will muss leiden" vorgenommen hatte.

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Abschluss in der Natur: Zur Finissage pflanzte Künstlerin Michaela Hanemann zwei pinkfarbene Apfelbäume aus ihrer Ausstellung in den Park am Weidendamm.

© Sören Tetzlaff

Die Ausstellung war von Mitte Juli bis zum Mittwoch in der kleinen Galerie zu sehen. Im Rahmen der Schau hatte die Künstlerin zum Beobachten der Vereinbarkeit und dem Gegensatz von Natur und Künstlichkeit aufgerufen. In mehreren Vitrinen hatte sie etwa echtes Obst präsentiert, das mit leuchtenden Farben angemalt war. Während der Ausstellungszeit konnten Besucher beobachten, wie das Obst natürlich verfällt und wie es auf die künstliche Farbe reagiert. "Aus dem Apfel hätte man Most machen können. Der quoll bereits unter der Vitrine hervor. Ein paar Besucher waren erstaunt darüber, dass das Obst doch nicht künstlich ist", sagte Kerstin Neidhardt-Mock vom Kulturamt. Weil immer mehr Leute darauf zurückkamen, heftete sie als Erklärung einen Zettel an die Installation, auf dem geschrieben stand: "Zwischen echtem Leben und toter Materie. Der Verfall ist gewünscht." In dem Ausstellungsbuch waren verschiedene Kommentare zu lesen. "Mir scheint, dass die Künstlerin ihr Verhältnis zur Natur anders festhalten sollte... Die Natur ist immer schief gegangen. Bienen auf künstlichen Blumen, prüfen, ob ein junger Baum mit Farbanstrich überlebt? Für mich fragwürdige Ansätze", schrieb ein Besucher in das Buch. "Ja, ja sehen wir genauso", stand als Kommentar mit der Unterschrift "Zwei ältere Damen" darunter. Ein anderer Kommentator schrieb: "Es kommt immer wieder vor, dass Menschen Kunst und Kitsch nicht unterscheiden können." Lächelnd reagierte Michaela Hanemann, als sie in dem Buch blätterte: "Es ist provokant. Aber genau das wollte ich auch. Es ist interessant, wie die Beobachter eigentlich erfassen, auf was ich mit meiner Kunst aufmerksam machen will, aber ihre Meinung trotzdem gegen mich richten", sagte die gebürtige Hannoveranerin.

Die Entwicklung der Apfelbäume im Park am Weidendamm will sie weiterverfolgen. Beide hatten fast alle ihre Blätter verloren, hatten aber über den Zeitraum neue Triebe gebildet. "Das ist meine erste Ausstellung, die tatsächlich im öffentlichen Raum endet. Interessant zu beobachten wird sein, ob nun auch die Farbe langsam abblättert", sagte Michaela Hanemann. Da die Apfelbäume nun im öffentlichen Raum stehen, können auch ihre Früchte, wenn sie denn im nächsten Jahr welche tragen, genommen werden. Der Baum an der Schwärze ist allerdings ein Zierapfelbaum, dessen Früchte nicht zum Verzehr geeignet sind.

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