Fürstenwalde . Einen Friseurbesuch der besonderen Art haben am Freitagabend nicht nur viele Frauen, sondern auch etliche Männer im Keller der Kulturfabrik zum Abschluss der Fürstenwalder Frauenwoche erlebt: Mehr als zwei Stunden sorgten fünf Schauspieler der Uckermärkischen Bühnen Schwedt in wechselnden Rollen bei ihrem Gastspiel "Frisierbar" für begeisterte Zuschauer.
Geboten wurde Comedy vom Feinsten, mit viel Musik (von Die Ärzte bis Ina Müller), witzigen Choreografien mit Stepptanz und live-gesungenen Songs. Im winzigen Friseursalon von Federico - wunderbar stockschwul verkörpert von Uwe Schmiedel, der teilweise an die Anfänge eines Hape Kerkeling erinnerte - traf man sie alle: Nachbarsjunge Paul (Dirk Weidner), der ständig auf der Gitarre klimpert, dauerhaft im Geschäft wohnt und schläft, aber auch Kunden, wie sie unterschiedlicher nicht sein können: Gestresste Karriere-Opfer, einsame Omis, Hippies und Kaputte, Einsame und Verliebte. Federico kennt sie alle, hört beim Legen der Dauerwelle ihre Sorgen, Nöte, Wünsche.
Überzeugend sind auch die Auftritte der Angestellten Bea (Ines Heinrich), die inmitten des alltäglichen Chaos die Übersicht behält. Probleme hat Federico schließlich selbst genug: Weil Vermieter-Töchterchen Lene (Susanne von Lonski) es sich in den Kopf gesetzt hat, lieber Friseurin zu werden als reich zu heiraten, droht Lenes Papa Jochen Strubinski als Vermieter mit einer Räumungsklage. Erst als sich Lenes Mutter Lilly (toll: Claire Vargas) nach der enttarnten früheren Affäre zwischen ihrem Gatten und Frisörin Bea auf die Seite des Frisörs und Jochen vor die Türe stellt, ist die Zukunft des Salons gesichert.
Umso rosiger gestaltete sich das Finale, als Federicos Freund Sascha aus dem fernen Moskau auftaucht und dem hochtoupierten End-Vierziger einen Heiratsantrag nebst rotleuchtendem Brillanten offerierte - ummalt von vielen Seifenblasen, gepustet vom Friseurteam.
Erst nach einem Medley der besten Songs - teilweise lautstark mitgesungen vom Publikum - und stehenden Ovationen werden die Schauspieler nach mehr als zwei Stunden von der Bühne entlassen. "Das war ein super Abend. Die Schauspieler sind als Team super, können toll singen", lobte Sabine Jennrich aus Bayern, mit Wurzeln in der Region und gerade zu Besuch in Bad Saarow.
Unvoreingenommen zur Veranstaltung kam Mario Schulz (27) mit Freundin Ramona Hand (24). "Ich habe die Karte geschenkt bekommen, es wirklich nicht bereut. Die Show ist sehr lustig gemacht, solch einen Federico habe ich leider nicht im wahren Leben", sagt der Fürstenwalder anerkennend.
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