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Gemeindevertretung wird auch über Weiterführung des Jugendclubs und über einen Zuschuss an Sportverein Blau-Weiß Groß Lindow entscheiden

Bürgermeister lehnt seismische Messungen weiterhin ab

Ralf Loock / 02.10.2014, 05:20 Uhr
Groß Lindow (MOZ) Die Gemeindevertretung wird sich jetzt erneut mit der geplanten Suche nach Erdöl- und Erdgasvorkommen in der Oderregion beschäftigen. Auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung der Gemeindevertretung am Donnerstag, 9. Oktober, um 19 Uhr im Mehrzweckgebäude steht unter anderem das Thema "Vibrationsseismische Messungen in der Gemarkung Groß Lindow". Laut Beschlussvorlage will das Gremium über die "Erteilung einer Sondernutzung von Gemeindestraßen und Ortsdurchfahrten der Gemeinde Groß Lindow zur Durchführung von vibrationsseismischen Messungen" entscheiden.

Es geht zunächst weder um Bohrungen noch um Probebohrungen, sondern vielmehr um diese Untersuchungen. Damit wollen die Forscher mögliche Erdgas- und Erdölvorkommen in der Region zwischen Müllrose und Jacobsdorf aufspüren. Die schweren Messfahrzeuge benötigen eine Erlaubnis zur Sondernutzung von Gemeindestraßen und Ortsdurchfahrten. Die Firma Celtique Energie, die die Messungen leiten will, hatte beim Amt Brieskow-Finkenheerd Ende Juni schriftlich diese Genehmigung beantragt.

Die Gemeindevertretung hatte bereits Ende August über das Vorhaben beraten und die Entscheidung schließlich vertagt. Angelika Seidemann vom Landesbergbauamt hatte damals versichert, dass es keine Probebohrungen in Groß Lindow und im ganzen Schlaubetal geben würde. Sie sagte mit Blick auf die Stadt Müllrose und das Amt Schlaubetal, dort hatte man die Straßennutzung abgelehnt, dass es "keinen sachlichen Grund für die Verweigerung" gäbe.

Diesen Punkt hatte im August auch Danny Busse, Amtsdirektor des Amtes Brieskow-Finkenheerd, aufgegriffen. Die Gemeindevertretung habe das Recht zur Entscheidung, sie dürfe aber nicht einfach wahllos "Ja" oder "Nein" sagen, sondern sie müsse eine Ablehnung mit einem Argument untersetzen, betonte er. Dieses wurde aber in der August-Sitzung nicht vorgetragen.

Bürgermeister Peter Schlatter sagte am Mittwoch auf Anfrage, dass er am Donnerstag, 9. Oktober, mit der Empfehlung in die Sitzung gehe, die Erteilung einer Sondernutzung abzulehnen. Bereits im August argumentierte er gegen die Vorlage.

Auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung der Gemeindevertretung stehen ferner die Themen Haushaltsplan 2014, die jährliche Berichterstattung der PeWoBe GmbH, die die Kindertagesstätte Lindenspatzen betreibt, und ein Zuschuss an den Sportverein Blau-Weiß Groß Lindow.

Ferner stehen auf dem Papier die Punkte Bewirtschaftung der kommunalen Friedhöfe und die Weiterführung des Jugendclubs im Knappenweg.

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courage 04.10.2014 - 19:50:42

Standhafter Bürgermeister

Gratulation zu diesem souveränen Bürgermeister! Würden doch alle Bürgermeister, Gemeindevertreter, Politiker so entscheiden. Die Konzerne (meist multinational) streichen die Gewinne ein, werfen der Landesregierung einen Knochen hin und das gesamte Risiko trägt allein die Region!

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