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Fachbereich Nachhaltige Wirtschaft der Eberswalder Hochschule feiert 20. Geburtstag / Spitzenplatz beim bundesweiten Ranking

Trendsetter in Sachen BWL

Viola Petersson / 13.10.2014, 06:52 Uhr
Eberswalde (MOZ) Er war als letzter der vier Fachbereiche an der damaligen Fachhochschule gegründet worden: der Fachbereich Betriebswirtschaft, heute Fachbereich Nachhaltige Wirtschaft. Jetzt feierten Lehrkräfte, Studenten, Absolventen und Honoratioren den 20. Geburtstag des Ressorts.

Mit einem klassischen Diplom-Studiengang BWL und gerade mal 24 Studenten hat es 1994 sehr bescheiden begonnen. In einer Baracke auf dem Waldcampus. Und irgendwie als Anhängsel zu den "grünen Sektionen". Heute zählt der Fachbereich Nachhaltige Wirtschaft, wie die Abteilung inzwischen heißt, an der Hochschule HNE zu den festen Größen, ist längst etabliert und modern aufgestellt. Genießt national Anerkennung.

Sie stellt mit Jörn Mallok nicht nur den "Professor des Jahres 2013", sondern kam beim bundesweiten Hochschulranking im Sommer dieses Jahres auch unter den Top Ten, also den zehn Besten, ein. Professor Armin Thoma, Dekan des Fachbereichs, sieht in dieser Auszeichnung die Bestätigung der Umstrukturierung und der Neuausrichtung. Seit 2011, so erinnert er in seiner Laudatio vor Kollegen und Mitstreitern, habe man die Studiengänge im Curriculum neu aufgestellt, das Profil des Fachbereichs geschärft, den Marketingstudiengang etwa auslaufen lassen und dafür Nachhaltige Unternehmensführung an den Start gebracht. Fast alle Plätze in den heute fünf bzw. sechs Studiengängen seien besetzt. Gerade haben mehr als 160 Erstsemester Einzug in die Hörsäle gehalten.

Für die Qualität von Forschung und Lehre, so Thoma weiter, gebe es drei messbare Indikatoren: den Personalschlüssel, der in Eberswalde bei 1:5 liegt; die Größe der Seminargruppen ("Bei uns muss niemand in den Hörsälen in den Gängen sitzen oder stehen") sowie die Kompetenz des Lehrpersonals, das - nach zwei Neuberufungen zum Wintersemester - wieder vollständig sei. Thoma ist überzeugt, dass Eberswalde ein "attraktives Bildungsangebot" vorhält, das "perfekt zum Nachhaltigkeits-Leitbild der Hochschule passt" und das "einzigartig" in der deutschen Hochschullandschaft ist.

Was Wissenschaftsstaatssekretär Martin Gorholt, Barnims Vize-Landrat Carsten Bockhardt und Eberswaldes stellvertretender Bürgermeister Bellay Gatzlaff durch die (Hörsaal-)Bank weg bestätigen. "Die Einzigartigkeit der Hochschule resultiert aus der konsequenten Ausrichtung auf eine globale Fragestellung mit Auswirkungen in alle Lebensbereiche. Damit war die HNE in gewisser Weise lange ihrer Zeit voraus und steht heute mit an der Spitze, wenn es um Fragen der Nachhaltigkeit geht", lobt Gorholt. Gatzlaff und Bockhardt verweisen u. a. auf den hohen Praxisbezug der Lehre und die positiven Effekte für die Region. Gemeinsam mit dem Unternehmerverband Barnim, so erinnert Gatzlaff, vergebe der Fachbereich etwa seit Jahren den Unternehmerpreis.

Der Fachbereich, so ergänzt HNE-Präsident Professor Wilhelm-Günther Vahrson mit einem Augenzwinkern, werde sicher keinen Nobelpreisträger hervorbringen. Aber dies sei auch nicht der Gradmesser oder das Ziel. Vahrson spricht vielmehr von einer "gefragten und geerdeten Expertise". Man wolle "nicht die Theoretiker, sondern die Praktiker der Postwachstumsökonomie" ausbilden.

Über ihr Studium, den Wert und die anschließende Karriere berichten sechs Absolventen des Fachbereichs. Unter ihnen etwa Jens Lüdecke, heute Geschäftsführer der Bad Freienwalder Tourismus GmbH, Susanne Branding, die gleich drei Studiengänge absolviert hat und jetzt Chefin der Wohnungsgesellschaft Erkner ist, oder Stefanie Schulze, gerade mit dem Studium Marketingmanagement fertig und jetzt Leiterin des Bereichs Hochschulkommunikation und Pressesprecherin an der HNE. Sie erzählen von den Praktika oder geben so manche Episode zum Besten. Lüdecke zum Beispiel ist noch heute ob des Namensgedächtnisses von Prof. Ralf Ulbricht verblüfft, der ihn - bei seinem Zuspätkommen in einer Vorlesung gleich zu Beginn des ersten Semesters - sofort begrüßen konnte. Namentlich. Was aber gleichzeitig den familiären Charakter der HNE kennzeichne. Den heutigen Studenten geben die Ehemaligen vor allem einen Ratschlag mit auf den Weg: Eigeninitiative, Aktivität. Prof. Mallok wiederum ermutigt die Firmen, die Einrichtungen, die Unternehmer, auf die Hochschule zuzugehen, und zwar schnell. Denn: Das Blatt habe sich - eben mit Blick auf den Fachkräftemangel - gewendet. "Früher haben wir Praxispartner gesucht." Heute seien die Betriebe und die Kommunen auf der Suche. Prof. Hans-Joachim Hirsch, Gründungsdekan, sieht im Fachbereich und den Veränderungen auch das "Spiegelbild des Zeitgeistes". Eberswalde sei eine Art "Trendsetter" in Sachen Ökologie und Nachhaltigkeit bei den BWLern gewesen.

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rulbricht 16.10.2014 - 16:04:43

20 Jahre Fachbereich

Die Studenten waren in die Vorbereitung der Veranstaltung einbezogen. Vertreter der Fachschaft haben sehr intensiv an der Vorbereitung und Durchführung der Feier mitgewirkt und so zum Gelingen beigetragen. Die Studenten werden nicht vergessen sondern können im Rahmen einer Party im November 20 Jahre Fachbereich begehen. Die Professoren werden die Fachschaft bei der Durchführung der Party bestimmt unterstützen. Ich denke, der Kommentar von Herrn Lindemann spiegelt nicht das gute Verhältnis zwischen Studenten und Mitarbeitern am Fachbereich Nachhaltige Wirtschaft wider.

Thomas Lindenberg 15.10.2014 - 02:05:13

Gut versteckt.

Und in den Hilfsaufrufen wurde das gleich ganz vergessen. Sicher nur Zufall. Bemerkenswert wie soviele Politiker, Wirtschaftsvertreter und andere diesen Hinweis auf der Hompage gelesen haben müssen...

nawi 15.10.2014 - 00:12:55

Reicht diese hier nicht aus?

www.hnee.de/20-Jahre-Nachhaltige-Wirtschaft

Thomas Lindenberg 14.10.2014 - 23:49:57

Einladung?

Nein, eine persönliche Einladung brauche ich nicht. Aber zumindest eine allgemeine an die Studenten, und die gab es ausdrücklich nicht. Lediglich um Kuchen zu backen und als Helfer waren die Studenten angesprochen, leider im Sinne: Kosten sozialisieren, Nutzen privatisieren.

NaWi 14.10.2014 - 17:32:30

Brauchst bwohl eine persönliche Einladung?

Jeder Student der ein wenig seine E-Mails verfolgt hat davon erfahren. Ebenso über die Social Media Kanäle wie Facebook oder mal ein Blick auf die Seite des FB Nawi werfen kann auch nicht schaden. Also erstmla informieren dann herum meckern.

Thomas Lindenberg 13.10.2014 - 23:33:53

Es feiern sich viele...

...lediglich die Studenten sind wohl vergessen worden einzuladen. Schade, denn Festakte wie diese würde es wohl ohne Selbige nicht geben.

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