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Studenten aus Sczeczin und Eberswalde entwickeln neue Angebote für die Ausstellungen in der Adlerapotheke

Mehrsprachig durchs Museum

Brainstorming am Stadtmodell: Eine Arbeitsgruppe polnischer Studenten von der Uni Szczecin befasst sich unter dem Dach des Eberswalder Museums mit Werbestrategien, die auch ausländische Touristen in das Haus locken könnten.
Brainstorming am Stadtmodell: Eine Arbeitsgruppe polnischer Studenten von der Uni Szczecin befasst sich unter dem Dach des Eberswalder Museums mit Werbestrategien, die auch ausländische Touristen in das Haus locken könnten. © Foto: Sören Tetzlaff
Ellen Werner / 20.10.2014, 03:45 Uhr
Eberswalde (MOZ) Unter anderem soll der Audio-Guide mehrsprachig werden. Studenten aus Szczecin und Eberswalde sind am Wochenende im Museum in der Adlerapotheke zusammengekommen, um Angebote für polnische Besucher des Hauses zu entwickeln. Das Stadtmuseum setzt verstärkt auf Gäste aus dem Ausland.

Fast 3400 Besucher hatte das Museum schon seit seiner Neueröffnung im Mai "Es ist gar kein Vergleich mehr zu den Vorjahren", sagt Museumsleiterin Ramona Schönfelder. "Wir haben unheimlich viele Gruppenanmeldungen und oft fast täglich Führungen."

So hervorragend sich die Zahlen auch entwickelt haben - Besucher aus dem Ausland sind bisher noch selten darunter. Dabei sind die Gäste in der Stadt. Der Zoo zählt etwa an manchen Wochenenden mehr als tausend Besucher aus Polen. Das weiß auch Ramona Schönfelder. "Unser Ziel ist es, für ausländische Touristen attraktiver zu werden. Und da wir uns in der Grenzregion befinden, gehört es sich, dass wir polnischen Gästen etwas anbieten."

Nachbesserungsbedarf gebe es da vor allem in der Sprache. Denn inhaltlich, davon ist die Museumschefin überzeugt, ist es für Besucher aus dem Nachbarland auch jetzt schon spannend, sich ein Bild von den vielen historischen Schnittstellen beider Länder in Eberswalde zu machen. Die Bahnlinie Berlin-Stettin, die 1842 bis Eberswalde führte, die Bernsteinstraße von der Ostsee nach Ägypten über das Finowtal und die mittelalterliche Handelsstraße Berlin-Stettin sind nur einige Beispiele aus verschiedenen Epochen.

Eine weitere Schnittstelle, die bis in die Gegenwart besteht, sind die vor rund einhundert Jahren angelegten Versuchsflächen des berühmten Eberswalder Forstwissenschaftlers Adam Schwappach. Der größte Teil der Flächen liegt heute in Polen und wird vom Landeskompetenzzentrum Forst von Eberswalde aus betreut. "An all das kann man anknüpfen und sagen: Das ist auch eure Geschichte." Mithilfe von EU-Mitteln sei das jetzt möglich, sagt Museumsleiterin Schönfelder. Als Partner im Rahmen eines Pomerania-Förderprojektes trafen sich am Wochenende angehende Marketing- beziehungsweise Wirtschaftsfachleute aus Szczecin und Eberswalde im Museum. Unter dem Titel "Geschichte erleben - Zukunft gestalten" analysieren die Studenten die Angebote des Hauses beidseits der Grenze und entwickeln Marketingstrategien und Begleitmaterial für Museumsrundgänge in polnischer Sprache, zum Beispiel Flyer und Webseiten.

Ein deutsch-polnisches Seminar der Wirtschaftsfachbereiche beider Hochschulen gibt es unabhängig von dem Projekt schon seit sieben Jahren. "Die Hauptidee ist eigentlich, dass dieser Austausch zustandekommt und diese Grenzen in den Köpfen aufgehoben werden", sagt Ulf Leusmann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE). Entstanden sind dabei schon verschiedenste Projekte. "Im vorigen Jahr haben wir in Stettin einen Stadtplan für junge Leute entwickelt", ergänzt Malgorzata Wicicka vom Lehrstuhl Marketing an der Uni Szczecin. 16 Szczeciner Studenten und fünf aus Eberswalde waren diesmal dabei.

Die Exponate gefallen ihm sehr gut und auch die vielen interaktiven Möglichkeiten, sagt der 22-jährige Pole Tomek Bednarz. "Aber für den, der die Sprache nicht versteht, bedeutet das alles nichts." Er wolle der Nachfrage der Polen im Eberswalder Museum auf die Sprünge helfen. Auch Ela Ziolkowska, ebenfalls 22, findet es wichtig, auf dem Feld mehr zu tun. "Wir hatten schon sehr viele Ideen", sagt sie. So könnten schon auf dem Marktplatz oder am Bahnhof Aufsteller mit Fotos aus den Ausstellungen Besucher anlocken.

Auch von deutscher Seite ist noch einiges zu erwarten. So haben Studentinnen von der HNE sich mit Merchandising-Produkten für das Museum befasst. "Wir haben viele Ideen, wollen ganz viel mit Holz machen und dafür mit verschiedenen Unternehmen und auch Künstlern aus Eberswalde in Kooperation treten", sagt Nicky Senz, 24. "Ich finde das ganze Projekt super, weil wir einen praktischen Bezug haben", ergänzt Caroline Minow, 22.

Geplant ist nicht nur die Übersetzung des Audio-Guides. Nach dem deutsch-polnischen Projekt, das auch in Szczecin noch eine Fortsetzung findet, geht es für das Museum weiter. "Ziel ist auch, die Medienstationen dreisprachig zu gestalten", sagt Museumsleiterin Ramona Schönfelder. Elf Stationen gibt es bislang, weitere sollen hinzukommen - dann auch mit englischer Übersetzung.

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Blinder 21.10.2014 - 09:54:32

Ach ja,

was für ein Vollidiot muss ich gewesen sein, das Museum unter Tourismus bzw. mit der Suchfunktion zu suchen. Seit wann gehört ein Museum unter Kultur? Auf der neu verlinkten Tourismus-Seite ist es übrigens auch nicht zu finden. Und Ihre Beleidigungen können Sie sich schenken, oder wollen Sie jetzt so die "Mitwirkung der Eberswalder Bürger" kastrieren?

Eberswalder 20.10.2014 - 17:28:05

Augen auf, Blinder!

Museum ist Kultur und unter diesem Link steht es auch! Das herauszufinden hat mich gerade mal 5 Sekunden gekostet. Sollte also auch jeder andere halbwegs intelligente Mensch hinbekommen!

Blinder 20.10.2014 - 11:36:06

Wo?

Ich kann das Museum immer noch nicht finden. Wie wäre es mit ein paar Wegweisern und einem Eintrag auf der städtischen Interenetseite?

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