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Vom Bootsbunker zum Grenzturm

Standortbestimmung: Am Bergfelder Naturschutzturm filmte Axel Rowohlt von der Deutschen Welle, als die Klasse 9 d der Berliner Franziskus-Schule zu einem Besuch am Turm weilte.
Standortbestimmung: Am Bergfelder Naturschutzturm filmte Axel Rowohlt von der Deutschen Welle, als die Klasse 9 d der Berliner Franziskus-Schule zu einem Besuch am Turm weilte. © Foto: MZV
Heike Weißapfel / 22.10.2014, 08:00 Uhr
Bergfelde (MZV) Zum Jahrestag der Maueröffnung sind wieder Eindrücke und Erfahrungen aus den Berliner Randgemeinden gefragt. Der Fernsehsender Deutsche Welle will das Ereignis vor 25 Jahren vor allem seinen Zuschauern im Ausland in Erinnerung bringen. Dazu hat sich der Reporter Axel Rowohlt als "Video-Journalist", also als ein-Mann-Team mit Kamera auf den Weg gemacht. Glienicke und Bergfelde waren seine Brandenburg-Ziele, dazu kamen zwei Orte in Berlin.

Im "Tipiland" in Kreuzberg, eine Zeltstadt mit halblegalen Siedlern, hat Axel Rowohlt einen alten Bootsbunker an der Spree aufgesucht. Von einem alten Grenzturm berichtet er an der Erna-Berger-Straße. Zu Mauerzeiten eine brachliegende Gegend, sind heute dort jede Menge in- und ausländische Touristen unterwegs - gerade richtig für den Ansatz der Deutschen Welle, so Axel Rowohlt. Dort hat der Reporter auch englische und spanische O-Töne eingefangen. Der Sender informiert in Deutsch, Englisch und Spanisch, die Beiträge werden jeweils von Muttersprachlern übersetzt.

Im Glienicker "Entenschnabel", einer schmalen Stichstraße, die zu DDR-Zeiten von drei Seiten von West-Berlin und damit von Grenze umgeben war, hat sich Axel Rowohlt mit Anwohnern über deren Mauer-Erfahrungen sowie mit dem Ortschronisten Joachim Kullmann unterhalten. "Wer damals in den Entenschnabel wollte, brauchte eine Sondergenehmigung. Immerhin sind die Tomaten gut gewachsen", hat ihm ein Anwohner dort erzählt.

Am Bergfelder Naturschutzturm hat sich Axel Rowohlt mit den Turmchefs Helga Garduhn und Marian Przybilla sowie Neuntklässlern der Katholischen Schule St. Franziskus getroffen, die Marian Przybilla unterrichtet. Von der Tankstelle am Ortseingang über den Turm zum Herthamoor haben sich die Jugendlichen in einer Wanderung über Historie und Gegenwart des Grenzstreifens bei Bergfelde informiert. Nebenbei hat der Reporter beobachtet, wie ein altes Utensil am Grenzturm zu neuen Ehren gekommen ist. Der alte Scheinwerfer, der nach der Wende vom Turm verbannt und ohne Leuchtmittel sein Dasein im Bunker des Grenzturms fristete, wurde hervorgeholt, von dem Schlosser René Matern in dessen Freizeit restauriert und in einer Kraftanstrengung wieder aufs Dach des Turmes gehievt. René Matern hat das Gehäuse per Sandstrahlung gesäubert, grundiert und innen silbern lackiert. Mit 6 000 Lumen (ein normaler Bauscheinwerfer hat laut Matern 600 Lumen) kann der bewegliche Scheinwerfer, der einst dazu diente, das Gebiet nach etwaigen Flüchtlingen auszuleuchten, nun wieder die Umgebung erhellen. "Der Scheinwerfer gehört zum Turm", begründet Marian Przybilla die Restaurierung. Dauernd seine Umwelt anstrahlen soll er aber nicht. "Vielleicht nehmen wir ihn, wenn die 100-Meilen-Läufer nachts zu uns kommen", überlegt Przybilla eine friedliche Nutzung.

Filmisch verbunden werden die vier Etappen von Axel Rowohlt durch das Fahrrad. Zu diesem Zweck zeigt eine auf dem Lenker installierte kleine Kamera den Reporter selbst im Bild.

Der Sender richtet sich vor allem an Deutsche im Ausland sowie an internationale Zuschauer in aller Welt. Es gibt kein Programmheft. Der zwölfminütige Beitrag ist ab 8. November und dann für einige Zeit in der Internet-Mediathek der Deutschen Welle (dw.de) unter der Sendung "Journal Reporter" zu sehen.

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