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Mindestabstand wird Politikum

Dietmar Stehr / 24.11.2014, 20:26 Uhr
Neuruppin (RA) Bei Abstandsregelungen von Windkraftanlagen zur nächsten Wohnbebauung geht die Regionale Planungsgemeinschaft (RPG) Prignitz-Oberhavel auf Konfrontationskurs zur brandenburgischen Landesregierung.

Am Montag bejahte die in Neuruppin tagende RPG-Regionalversammlung mit großer Mehrheit, sich einer Resolution anzuschließen, die den Mindestabstand von der Höhe der einzelnen Windkraftanlagen abhängig macht. Gilt in Brandenburg bislang, dass zwischen Windrädern und bewohnten Gebäuden ein genereller Abstand von 1 000 Metern einzuhalten ist, fordert die Resolution nun das Zehnfache der Höhe einzelner Anlagen. Ist beispielsweise ein Windrad samt Rotor 150 Meter hoch, müsste ein Mindestabstand von 1 500 Metern eingehalten werden. Anlagen der neuesten Generation erreichen Höhen von 200 Metern und mehr.

Eingebracht hatte den Antrag der Temnitztaler Bürgermeister Thomas Voigt. Er begründete seinen Vorstoß damit, sich mehr den Menschen der Region als den Ausbauzielen des Landes bei regenerativen Energien verpflichtet zu fühlen. Der Regionalvorstand der Planungsgemeinschaft, zu der auch der Landkreis Ostprignitz-Ruppin gehört, hatte sich vorab mit Voigts Vorstoß befasst und ihn zur Annahme empfohlen.

Möglich wird die Resolution durch eine Änderung des bundesweit gültigen Baugesetzbuches. In Paragraf 249 ist den Bundesländern die Möglichkeit gegeben worden, eigene Abstandsregelungen zu treffen. Daraufhin führte Bayern die sogenannte "Zehn-h-Regelung" ein, an der sich nun auch die Regionalversammlung orientierte. Nichts ausrichten gegen das Votum konnte Hendrik Fischer, Staatssekretär im brandenburgischen Ministerium für Wirtschaft und Energie. Er hatte zuvor den gesetzlich festgeschriebenen 1 000-Meter-Abstand verteidigt. Fischer argumentierte, die Regionalversammlungen in der Mark hätten genug Instrumentarien zur Hand, um Einzelfall- statt Pauschallösungen auf den Weg zu bringen.

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R.Ebeling 26.11.2014 - 12:37:10

10-H ist nicht die einzige Forderung

Endlich mal ein Bürgermeister, der sich für seine Bürger einsetzt, Glückwunsch. Wenn doch alle so viel Weitsicht einbringen würden. Es geht bei den höheren Abständen auch um gesundheitliche Aspekte, das wird oft ausgeblendet. Es gibt zahlreiche Studien die die Wirkung von Infraschall belegen, das stand übrigens schon vor 50 Jahren in den Schulbüchern. Aber dies wäre nur ein Teil der Forderungen zum weiteren Ausbau, ein weiterer Punkt ist, WKA gehören nicht in Wald und Landschaftsschutzgebiete. Zwingend wäre es, ein Moratorium zum weiteren WKA-Ausbau durchzusetzen, da ohne wirtschaftliche Speicher der Ausbau keinen Sinn macht. Schon jetzt gibt es unzählige Abschaltungen und man weiß zeitweise nicht wo hin mit dem Scheiß. Windenergie ist eben nicht DIE LÖSUNG.

Till 25.11.2014 - 23:51:58

Sie wissen es und was tut sich?

Schon seit Jahren wettern BI´s gegen unwissenschaftlichen, rein ideologisch aufgepeppten Windradwahn auch bei allzu vielen Brandenburger Regionalräten. Man muss sich schon fragen, können sie nicht lesen oder sind es schlicht nur ungebildete Ignoranten in deren Reihen oder haben sie doch nur einen Langzeitschaden aus der Trommelpropaganda früherer Diktaturen davon getragen? Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. So zumindest lautet die Voksweisheit. Trifft sie auch auf Brandenburger Politiker zu und ebenso auf die im Bund? Zumindest die sollten alle lesen können - sonst wären sie als unqualifiziert aus dem Mandat zu entfernen - oder? Ich hoffe daher auf Besserung und Durchsetzung der 10 H-Regel in allen Landesteilen zum Wohle des Volkes, der Natur und des Landfriedens! Wann also bekommen wir die Politik für uns Menschen geliefert? In Neuruppin muss es einen guten Deutschlehrer geben. Ich hoffe, dass sich das im Land alsbald rumspricht und man zu neuen erkenntnissen kommt. Erkenntnissen, die den Menschen und der natur helfen und nicht nur Lobbyisten und so mancher Partei- und schwarzen Kasse.

Wolfgang Rasim 25.11.2014 - 23:23:32

Vernunft hat regional gesiegt, landesweit noch nicht

Die Neuruppiner Entscheidung ist zu begrüßen, wird sie doch automatisch die Zahl neuer Windmonster verringern. Jedoch 23 645 dieser ineffektiven, jedoch lauten Anlagen lieferten 2013 nur 8,9 % unseres Stromverbrauchs! Für die politisch gewollten 80 % "Erneuerbare" wären mindestens 100 000 Windräder nötig. Wahnsinn, was soll das? Dass wir vom Ausland wegen dieser Energiewende für Bekloppte gehalten werden, musste ja Minister Gabriel schon öffentlich eingestehen.

Hans-Jürgen Klemm Sprecher BI "Hände weg vom Liepnitzwald" 25.11.2014 - 12:34:54

Der selbstbewusste heimatverbunde Märker, er lebt doch noch !

Ein tolles Geburtstagsgeschenk! Vielen Dank an alle die diese Entscheidung mitgetragen haben ! Wer hätte es gedacht, es gibt ihn doch noch, den - nennenswerten Widerstand - selbstbewusster, verantwortungsvoller Bürger mit Mandat! Vielen Dank an diese ihren Wählern zugewandten Regionalräte ! Wie sehr wünschte ich mir, dass es auch in der Uckermark und im Barnim diesen Wandel gibt und Vernunft gegen Populismus und Kadavergehorsam gleiches "Abnicken" obsiegt .

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