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Dirigent Howard Griffiths hat ein zweites Kinderbuch geschrieben, jetzt wurde die CD dazu aufgenommen

Kleine Mäuse - große Musik

Klangvolles Zusammenspiel: Dirigent Howard Griffiths bei den Aufnahmen für "Orchestermäuse". Rechts daneben steht Erzählerin Carmen-Maja Antoni. Im Hintergrund sind Teile des Spatzenchores und des Knabenchors der Singakademie zu sehen.
Klangvolles Zusammenspiel: Dirigent Howard Griffiths bei den Aufnahmen für "Orchestermäuse". Rechts daneben steht Erzählerin Carmen-Maja Antoni. Im Hintergrund sind Teile des Spatzenchores und des Knabenchors der Singakademie zu sehen. © Foto: moz/thomas gutke
Thomas Gutke / 28.11.2014, 04:27 Uhr
Frankfurt (MOZ) Zum zweiten Mal hat sich Dirigent Howard Griffiths als Kinderbuchautor betätigt. Die CD-Fassung für "Orchestermäuse" wurde in den vergangenen Tagen in der Konzerthalle eingespielt. An den Aufnahmen waren auch Kinder aus Frankfurt und Slubice beteiligt. Buch und Musik sollen im Frühjahr erscheinen.

Bereits das Erstlingswerk aus der Feder von Howard Griffiths war eine Erfolgsgeschichte. Und sie ist es immer noch. Tausendfach hat sich die "Hexe und der Maestro", erschienen im Hug-Musikverlag, verkauft. Inzwischen wurde das von Karin Hellert-Knappe illustrierte Kinderbuch sogar ins Englische und Türkische übersetzt. Eine polnische Version soll folgen. Die Geschichte über eine (anfangs) schlecht gelaunte kleine Hexe, die fernab vom Dorf der Instrumente lebt, aber mit ihrer Geige so gerne in einem Orchester mitspielen würde, geht um die Welt. Einfühlsam und lebendig vertont hatte sie der Schweizer Komponist Fabian Künzli. Das Brandenburgische Staatsorchester brachte die Partitur zum Klingen.

Nun gibt es mit den "Orchestermäusen" eine Fortsetzung des Erfolgsprojektes. In der spielen zwar nicht Hexe und Maestro die Hauptrolle, dafür Mäuse, Katzen und ein Waldgeist. Die Kurzfassung: die Mäuse fliehen vor einem ziemlich schräg klingenden Katzen-Orchester in den Wald. "Da taucht plötzlich ein riesiger Waldgeist auf und lässt die Mäuse nicht durch", erzählt Howard Griffiths. Erst als sie anfangen zu singen, "wird das steinerne Herz des Waldgeistes weich." Nichtsahnend übernachten die Mäuse daraufhin in einer Konzerthalle - und werden am nächsten Morgen unsanft vom Spiel eines Orchesters geweckt. "Später klauen die Mäuse die Noten und gehen zurück in den Wald. Dort kommt es dann zur Konfrontation mit den Katzen, dem Orchester und dem Waldgeist", verrät Griffiths. Fazit: Es geht um Toleranz gegenüber dem Anderern, in dem Fall dem Andersklingenden. Es gibt eben nicht die schönste Musik.

Fabian Künzli hat auch die Musik für die zweite Geschichte komponiert, "ein echter Glücksgriff, wie überhaupt das ganze Team hinter dem Projekt", findet der Dirigent. Während Karin Hellert-Knappe noch an der Illustration für das Buch arbeitet, wurde von Dienstag bis Donnerstag in der Konzerthalle bereits die CD-Fassung aufgenommen. Beteiligt waren mehr als 60 Musiker des Brandenburgischen Staatsorchesters, darüber hinaus der deutsch-polnische Spatzenchor und Teile des Knabenchors der Singakademie - für den Mäuse-Gesang. Als Erzählerin konnte wieder Carmen-Maja Antoni gewonnen werden. Die Schauspielerin war auch schon beim ersten Buchprojekt mit an Bord.

Erscheinen soll das Kinderbuch samt CD zur nächsten Premiere im Rahmen des Education-Projektes am 16. Mai 2015 - eine Kinderopernfassung der "Orchestermäuse", an der rund 350 Schüler aus Frankfurt und Umgebung beteiligt sein werden. Darüber hinaus ist eine Konzertfassung in Planung, "mit Orchester, Erzähler und einem kleinen Fenster für die Kinder zum Mitmachen", blickt Generalmusikdirektor Howard Griffiths voraus.

Der Komponist Fabian Künzli, der an der Zürcher Musikhochschule studiert hat, weilte in den vergangenen Tagen ebenfalls für die Tonaufnahmen in Frankfurt, um bestimmte Passagen zu präzisieren, Fragen der Musiker oder des Dirigenten zu beantworten. Zu hören, wie aus seinen Noten nun Orchestermusik wird, findet er "großartig." Der 29-Jährige hat in seiner Laufbahn bereits viel für Kinder komponiert. Die Musik, erzählt er, könne dabei durchaus auch "schön schräg oder experimentell sein, nur zu abstrakt darf es nicht klingen."

Nicht zuletzt ist das Buchprojekt auch ein musikpädagogisches. In "Die Hexe und der Maestro" ging es vor allem um die Instrumente, die zu einem Orchester dazugehören, von Oboe bis Tuba - und um den Chef, den Dirigenten. Der zweite Teil soll die Kinder nun mit Elementen wie Rhythmus oder Tempo vertraut machen.

Und es geht weiter - eine weitere Fortsetzung der Erfolgsgeschichte ist bereits in Planung.

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