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Brigitte Horn 11.12.2014 06:45 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Kunst für Biesenthal

Biesenthal (MOZ) Im Atelier von Anne Schulz arbeitete bis vor kurzem Alla Krasnitski aus St. Petersburg. Die Teilnehmerin der diesjährigen Werkstatt im Freien arbeitet an einem Werk, das zwei Jahre der Stadt als Leihgabe zur Verfügung stehen wird. Es trägt den Titel "Vertikales Labyrinth".

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Vertikales Labyrinth: So nannte Alla Krasnitski das Werk, das sie für die Biesenthaler Werkstatt im Freien jetzt neu geschaffen hat. Die Skulptur wurde aus Postaer Sandstein vom rechten Elbufer bei Wehlen herausgeschlagen

© MOZ/Sergej Scheibe

Alla Krasnitski gehört zu den Teilnehmern des internationalen Bildhauersymposiums am Biesenthaler Schlossberg, auch bekannt als Werkstatt im Freien. Zu deren Rahmenbedingungen gehört, dass die dort entstandenen Werke zwei Jahre das Biesenthaler Stadtbild bereichern. Doch für das Werk der gebürtigen Russin hatte sich schon früh ein Interessent aus Biesenthal gefunden. "Bürger aus der Stadt haben während des Symposiums am Biesenthaler Schlossberg zugeguckt und es gleich gekauft", berichtete die seit 1994 in Deutschland lebende Künstlerin. Daher kam sie jetzt in die Werkstatt von Anna Schulz, um das Werk erneut zu kreieren. Die Biesenthaler Bildhauerin Anne Schulz findet es besser als das Vorgängerwerk. Und überhaupt. Es sei eigentlich auch anders, weil Künstler bekanntermaßen niemals zwei gleiche Werke schaffen, kommentiert die Biesenthalerin das Werk ihrer Künstlerkollegin.

Unter der Thematik "Stadt im Wandel" schuf Alla Krasnitski eine Plastik, der sie den Titel "Vertikales Labyrinth" gegeben hat. Kunstvoll hat sie den harten, spröden Stein mit einer Geschmeidigkeit und mit Windungen versehen, die sich ins Irgend- oder Nirgendwo verlieren.

Um das Projekt realisieren zu können, ist ihr von Anne Schulz ein Arbeitsplatz in der früheren großen Fahrzeughalle an der Lanker Straße angeboten worden. Ebenso konnten sie einen Stein zur Verfügung stellen, einen Postaer Sandstein.

Bevor Alla Krasnitski 2010 nach Berlin zog, wohnte die Absolventin der Kunsthochschule St. Petersburg in Kassel und hat dort ein Denkmal für Kurfürst Wilhelm I. geschaffen, im Baunatal stehen von ihr drei Steinfiguren unter dem Titel "Boten", um nur einige Beispiele ihres Schaffens zu nennen.

Doch nicht nur Alla Krasnitski hat bis vor kurzen noch für das Bildhauersymposium gearbeitet. Auch Anne Schulz, die Organisatorin der Werkstatt im Freien und deshalb während des Symposiums oft anderweitig eingespannt, ist noch mit der Fertigstellung ihrer Arbeit, die sie an den Tagen des Symposiums begonnen hatte, beschäftigt.

Und so begegneten sich die beiden Künstlerinnen zuweilen in einem leicht außerirdisch erscheinenden Outfit. Beide verwenden für ihre Arbeit sowohl die Flex als auch einen Presslufthammer und schützen sich deshalb mit professionellen Masken vor dem dabei entstehenden feinen Staub. Doch mit Hilfe dieser Technik sei es leichter und es geht schneller, um aus dem harten Stein kunstvolle Figuren entstehen zu lassen, erläutern sie ihre Arbeitsweise.

Anne Schulz erzählt, dass sie für ein temporäres Projekt zum ersten Mal einen Arbeitsplatz in ihrem Atelier vermietet hat. Es sei eine schöne Zeit gewesen. "Alla ist ganz professionell und ruhig, einfach wunderbar", sagt die Biesenthaler Bildhauerin im Rückblick. Das langfristige Ziel von Anne Schulz ist es, am Standort in der Lanker Straße in Biesenthal ein Künstlerkollektiv zu etablieren, kündigt sie an.

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