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Doris Blenck auf Platz eins

Ein Sessel zur Belohnung: Doris Blenck, die Frankfurterin 2014, durfte sich bei Möbel Boss ihren Hauptpreis abholen, einen roten Clubsessel. Marktleiter Rainer Dilk befand: "Sie hat verdient gewonnen."
Ein Sessel zur Belohnung: Doris Blenck, die Frankfurterin 2014, durfte sich bei Möbel Boss ihren Hauptpreis abholen, einen roten Clubsessel. Marktleiter Rainer Dilk befand: "Sie hat verdient gewonnen." © Foto: MOZ/Martin Stralau
Martin Stralau / 31.12.2014, 07:09 Uhr
Frankfurt (MOZ) Die Stadtboten-Leser haben sich klar entschieden. Bei der Wahl zum Frankfurter 2014 holte Doris Blenck knapp 60 Prozent aller Stimmen. Die Leiterin der Nachwuchsgruppe des Knabenchores setzte sich vor Juliane Schlegel, Mitarbeiterin am Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik, und Fußballtrainer Klaus Herpel durch.

Vom Publikum in der Konzerthalle gab es stehende Ovationen, sie selbst verdrückte vor Rührung ein paar Tränen. Doris Blenck war die Überraschung ins Gesicht geschrieben, als sie beim traditionellen Weihnachtssingen des Knabenchores der Singakademie am 22. Dezember auf die Bühne geholt wurde, um den Blumenstrauß und die Gratulation des Stadtboten zum Sieg bei der Wahl Frankfurter 2014 entgegen zu nehmen.

"Ich stand wie bei den meisten Konzerten des Knabenchores an der Seite der Bühne, um zu schauen, ob es den Kindern gut geht. So ein Auftritt ist ja ziemlich anstrengend. Und dann wurde ich nach vorne gebeten", erzählt Blenck. Im Vorfeld hatte sie zwar längst mitbekommen, dass sie es zusammen mit elf weiteren Frankfurtern des Jahres in die Endauswahl geschafft hatte. "Wie meine Chancen sind, konnte ich aber nicht einschätzen. Zumal es ja auch Konkurrenz aus dem Bereich Sport gab, der bei solchen Wahlen meist besser abschneidet als der Bereich Kultur und Musik, den ich vertrete."

Und wie sie ihn vertritt. Seit Anfang der 1980er-Jahre leitet sie ehrenamtlich neben ihrer Arbeit in einem Frankfurter Mikroelektronikunternehmen die Nachwuchsgruppe des Knabenchores der Singakademie. Eine Gruppe, die sie selbst ins Leben rief. Fast jeder, der heute bei den Großen im Knabenchor mitsingt, ist durch ihre Schule gegangen. In der Konzerthalle saßen aber auch viele ehemalige Sänger, die nicht mehr in Frankfurt wohnen und Anlässe wie diesen nutzen, um alte Freunde und eben Doris Blenck zu treffen.

Der 63-Jährigen wurde am Montag nun noch ihr Hauptgewinn überreicht: ein roter Clubsessel von Möbel Boss. "Ich hoffe, er bekommt einen Ehrenplatz", sagte Marktleiter Rainer Dilk. "Er wird in meinem Wohnzimmer stehen. Dort habe ich viele beige- und sandfarbene Möbel. Dort passt er super hin", freute sich Doris Blenck. Ihre Wahl bezeichnete Dilk als "verdient".

Er griff damit die Meinung der vielen Leser auf, die sie gewählt hatten. "Ich stimme für Doris Blenck, die nicht nur für alle organisatorischen Belange des Knabenchores und für Gesangsqualität im Großen Chor und im Kammerchor der Singakademie sorgt. Vor allem führt sie die ganz kleinen Jungs an den Gebrauch der Stimme, an Proben- und Auftritt-Disziplin und an die große Gemeinschaft des Knabenchores und damit an eine sehr sinnvolle und friedliche Freizeitbeschäftigung heran", schrieb Benita Schade. Sie selbst sei von 1987 bis 1993 im Kinderchor von Doris Blenck "liebevoll betreut und umhegt worden". Im damaligen Kinderchor leitete Blenck bis in die 1990er-Jahre hinein Registerproben. Ute Johst begründete ihre Wahl damit, dass Doris Blenck neben ihrem Engagement für den Nachwuchs auch wichtige Zuarbeiten für den Chorleiter Jürgen Hintze leiste und sich "um die kleinen und großen Wehwehchen der Chorknaben auf Chorreisen" kümmere. "Dabei bleibt sie für Außenstehende fast ,unsichtbar'. Ohne sie würde der Choralltag sicher weniger reibungslos ablaufen", lautet Johsts Fazit.

Doris Blenck möchte weitermachen, "so lange, wie ich kann". Jungen, die Lust aufs Singen in Gemeinschaft haben, können jeden Freitag ab 16 Uhr (Ausnahme: bei Konzertreisen) an den Proben in der Konzerthalle teilnehmen. "Wir freuen uns auf jeden, der kommt. Wir nehmen alle ab einem Jahr vor der Einschulung auf", sagt Blenck.

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