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Martha Janetzki feiert im Zepernicker "Eichenhof" ihren Geburtstag / Niederbarnimer werden immer älter

Panketalerin ist 107 Jahre alt

Eigenständig auch im hohen Alter: Martha Janetzki schneidet ihre Geburtstagstorte selbst an. Angela Matthes vom Seniorenheim "Eichenhof" hilft lediglich beim Ansatz des Messers etwas.
Eigenständig auch im hohen Alter: Martha Janetzki schneidet ihre Geburtstagstorte selbst an. Angela Matthes vom Seniorenheim "Eichenhof" hilft lediglich beim Ansatz des Messers etwas. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Olav Schröder / 07.01.2015, 21:14 Uhr
Panketal (MOZ) Martha Janetzki aus Panketal ist am Mittwoch 107 Jahre alt geworden. Die Bewohnerin des Seniorenheims "Eichenhof" in Zepernick feierte ihren Geburtstag zusammen mit ihren Gästen an einer großen Kaffeetafel.

Dass sie die älteste Barnimerin ist, ist Martha Janetzki nicht anzusehen. Als Panketals Bürgermeister Rainer Fornell sie nach dem Geheimnis fragt, wie man hundert Jahre und älter wird, schmunzelt sie und rät ihm: "Jeden Tag ein Gläschen Rotwein."

Martha Janetzki stammt aus einer großen Familie. Sie wurde in einem kleinen Ort bei Konstadt in Oberschlesien geboren und hatte zehn Geschwister. Geheiratet hat sie nicht und war so zeitlebens auf sich gestellt und musste stets selbst für sich aufkommen. In Grunewald in Berlin arbeitete sie viele Jahre als Hausangestellte. "Die Arbeit damals ist mit der heutigen nicht mehr zu vergleichen", berichtet ihre Nichte Renate Weiß, die mit ihrem Ehemann Karl-Heinz oft aus Berlin nach Zepernick kommt und sich mit ihrer Tante unterhält. Es gab noch nicht die vielen Haushaltsgeräte. Und: "Im Winter wurde die Wäsche noch im Freien aufgehängt, zum Ausfrieren, wie man sagte." Wenn es der zierlichen Frau einmal nicht so gut ging, habe sie sich nicht so wichtig genommen. "Es wird schon wieder gehen", habe sie dann gesagt.

Nach dem Zweiten Weltkriegfand Martha Janetzki eine Arbeitsstelle als Stationshilfe im Martin-Luther-Krankenhaus in Wilmersdorf. Dort arbeitete sie bis zur Rente. Bis zu ihrem 100. Geburtstag wohnte sie in ihrer Wohnung und zog erst dann in den Eichenhof.

Viel und gern hat sie in der Kirchenzeitung gelesen. Radiohören ist auch mit 107 Jahren noch immer ihre große Leidenschaft und sie erfährt auf diese Weise die Neuigkeiten in der Welt. Nach Angaben von Ingo Decker, Sprechers der Brandenburgischen Staatskanzlei, ist Martha Janetzki nicht die älteste Brandenburgerin. Gegenwärtig gibt es vier Brandenburger, die alle im Jahr 1904 geboren sind, also das 110. Lebensjahr vollendet haben beziehungsweise in diesem Jahr vollenden werden. Als bislang ältester Deutscher ist der Brandenburger Paul Veit aus Neuruppin im Jahr 2013 110 Jahre alt geworden.

Ein hohes Altes bedeutet nicht automatisch, kränklich oder leidend zu sein. Das zeigen nicht nur viele Jubilare aus dem Niederbarnim, die 100 Jahre und älter geworden sind und über deren Geburtstage die MOZ berichtet hat. In den vergangenen Jahren stieg ihre Zahl sichtlich an. Das Max-Planck-Institut für demographische Forschung in Rostock befasst sich unter anderem mit der Erforschung des Alterns. Sein Direktor James W. Vaupel unterstreicht in vielen Veröffentlichungen, dass mit zunehmenden Alter nicht zwangsläufig auch die Dauer der Gebrechlichkeit steigt. "Der körperliche und geistige Verfall wird nach hinten verlagert und nicht ausgedehnt", sagte der Institutsleiter beispielsweise in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Viele Glückwünsche zum 107. erhielt Martha Janetzki von ihren Mitbewohnerinnen. Außer dem Bürgermeister gratulierten Pfarrer Gerd Natho und Sigrun Pilz vom Eichenkränzchen, einem Kreis von Panketalern, die sich ehrenamtlich um zusätzliche Freizeitangebote für die Bewohner kümmern. So bot das Eichenkränzchen an, Martha Janetzki zum Konzert von Musikschülern am Sonnabend um 17 Uhr in die St.-Annen-Kirche zu fahen. Die Jubilarin sagte freudig zu.

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