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Mehr Gäste als im vergangenen Jahr / Zahl der Aussteller im Oberstufenzentrum II auf Allzeithoch

1300 Besucher beim Berufemarkt

Bitte einmal "A" sagen: Anastasia Grinevic (l.) und Vivien Fielitz (r.), Auszubildende der Akademie der Gesundheit, zeigen Familie Kieprowski aus Altenhof, wie man bei Pflegepatienten richtig die Zähne putzt.
Bitte einmal "A" sagen: Anastasia Grinevic (l.) und Vivien Fielitz (r.), Auszubildende der Akademie der Gesundheit, zeigen Familie Kieprowski aus Altenhof, wie man bei Pflegepatienten richtig die Zähne putzt. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Simon Rayß / 25.01.2015, 18:59 Uhr
Eberswalde (MOZ) Auf den Fluren des Oberstufenzentrums II (OSZ) werden die Weichen gestellt. Einmal im Jahr kommen die Firmen der Region nach Eberswalde, um dem Nachwuchs die verschiedenen Wege in die Arbeitswelt zu weisen. Am Sonnabend war es zum 19. Mal soweit, zum neunten Mal im OSZ im Leibnizviertel.

Die Veranstaltung beginnt mit einem Rekord. "Nach letzter Zählung kommen wir auf 75 Aussteller - so viele hatten wir noch nie", sagt Evelyn Brotmann vom Oberstufenzentrums II. Außerdem würden mehr als 100 Ausbildungsberufe vorgestellt - auch das ein Rekord.

Die Messe wird in den Mittagsstunden mit einem weiteren guten Wert zu Ende gehen: 1300 Besucher sind gekommen, mehr als im vergangenen Jahr. Darunter befinden sich namhafte Vertreter der Politik wie Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) und die zuständige Staatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt (Die Linke).

Wichtiger als die Polit-Prominenz sind jedoch die Jugendlichen, von denen viele schon am frühen Vormittag über die Messe schlendern. So auch Martin Vaqué und Thomas Grüning. Die beiden besuchen den Finower Standort des OSZ II und liegen gut in der Zeit in Sachen Jobsuche. Sie werden im Sommer 2016 fertig und schauen sich jetzt nach Arbeitgebern um, die zu ihnen passen könnten. Zu früh dran? Thomas Grüning schüttelt den Kopf: "Bei vielen muss man sich schon jetzt bewerben", erklärt der 17-Jährige.

Martin Vaqué ist sich noch unsicher, welche Richtung er einschlagen soll. "Ausbildung, Studium - das ist schwer zu entscheiden", sagt der 19-Jährige. "Die Eberswalder Hochschule ist ja eher naturbelassen, das ist nicht so mein Ding." Doch beide sind der Meinung: Um eine Orientierung zu bekommen, ist der Berufemarkt Gold wert. "Das ist das Event, auf dem man nach späteren Berufen gucken kann", sagt Thomas Grüning, der schon zum dritten Mal dabei ist.

Ein Arbeitgeber, der für ihn infrage kommt, ist die Polizei. An ihrem Stand begrüßt die Auszubildende Angelique Haase die Besucher. Für die 17-Jährige ist die Polizei immer ein Traumberuf gewesen. "Ich bin da familiär vorbelastet", sagt sie. Vor zwei Jahren habe sie selbst eine Messe wie den Berufemarkt besucht. Jetzt ist sie wieder dabei - diesmal jedoch in blauer Uniform.

Während Neugierige bei der Polizei die Schutzkleidung ausprobieren, nehmen sie bei Nicole Wulff das Horn einer Schraubenziege und eine Schlangenhaut in die Hand und trauen sich, eine tote Vogelspinne zu berühren. Die 34-Jährige ist für den Zoo Eberswalde vor Ort - ein populärer Arbeitgeber. Das Problem: Gerade einmal ein Ausbildungsplatz pro Jahr wird angeboten. Nicole Wulffs Tipp: erst mal ein Praktikum oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr dort machen. "Das ist ein guter Einstieg", sagt sie.

Die Deutsche Bahn (DB) hat da mehr Ausbildungsplätze im Angebot - wenn auch nicht in Eberswalde. Mit der geplanten Werkschließung fallen die Lehrstellen weg. Doch es gibt viele andere Möglichkeiten, zum Beispiel am Standort Berlin, sagt Anja Thierfelder, die den DB-Stand betreut. Dass sie am Sonnabend auch mit unangenehmen Fragen konfrontiert wird, schreckt die Personalreferentin des Eberswalder Werks nicht. "Wir wollen uns weiter präsentieren in der Region", sagt sie.

Für Thomas Grüning ist die DB ebenfalls eine Option, auch wenn er dafür einen weiteren Weg in Kauf nehmen müsste. "Ich gucke in ganz Deutschland", sagt er. Vielleicht sind am Ende des Berufemarktes auch für ihn die Weichen bereits gestellt.

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