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Teams aus Schwanebeck und vom Beruflichen Gymnasium sichern sich beim Simulationsspiel erste Plätze im Barnim

Erfolgreich an der Börse gezockt

Gewinner in Sachen Nachhaltigkeit: Charis Hahn (l.), Steven Vogt und Vivien Flachshaar (alle 16) vom Beruflichen Gymnasium am OSZ 2 haben beim Planspiel Börse erfolgreich in Aktien von Firmen mit Nachhaltigkeitsanspruch investiert.
Gewinner in Sachen Nachhaltigkeit: Charis Hahn (l.), Steven Vogt und Vivien Flachshaar (alle 16) vom Beruflichen Gymnasium am OSZ 2 haben beim Planspiel Börse erfolgreich in Aktien von Firmen mit Nachhaltigkeitsanspruch investiert. © Foto: MOZ/Ellen Werner
Ellen Werner / 12.02.2015, 06:45 Uhr
Eberswalde (MOZ) Wie unberechenbar der Aktienmarkt ist, haben beim Planspiel Börse 133 junge Barnimer erfahren. In insgesamt 34 Teams beobachteten sie von Oktober bis Dezember im vorigen Jahr die Kurse und spekulierten bei dem Simulationsspiel an der Börse - einige sehr erfolgreich.

Sie haben ihr fiktives Kapital gut angelegt: Innerhalb von drei Monaten haben die drei Nachwuchsbörsianer vom Team "24 h Business" ihr Startbudget von 50 000 Euro auf fast 54 200 Euro vermehrt. Satte acht Prozent schlugen die 15-Jährigen von der Oberschule Schwanebeck am Ende der diesjährigen Internetrunden im Planspiel Börse heraus.

Zum Vergleich: "Bei 0,05 Prozent liegt die Verzinsung für ein Jahr, wenn jemand hier ein Sparbuch eröffnet", sagt Peter Keil, Spielleiter von der Sparkasse Barnim. Die "24 h Business"-Jungs Julius Roitsch, Sergen Klinger und Jonas Bott haben mit ihrem besten Wertpapier sogar einen Zuwachs von über 14 Prozent erzielt. "Ein Paradebeispiel, wie eine Geldanlage auch anders verlaufen kann", findet Keil.

"Wir hatten hauptsächlich auf Ubisoft gesetzt", erläutert Sergen die Strategie. Wie die Jungs herausfanden, hatte der Spieleentwickler aus Frankreich gerade zwei große Spieletitel veröffentlicht und ihnen so den erhofften Erfolg beschert. Per Handyapp und Computer verfolgten die drei täglich die Börsenkurse. Ganz vorn lag das Schwanebecker Team damit in der Gesamtwertung des Barnimer Schülerwettbewerbs im Planspiel Börse. Mit der Siegerehrung am Dienstag im Eberswalder Sparkassenforum ging auch im Landkreis die Runde des Sparkassen-Wettbewerbs zu Ende. An der 32. Spielrunde hatten sich mehr als 142 000 Schüler, Studenten und Azubis aus Deutschland, Frankreich, Italien, Schweden und Luxemburg beteiligt. Im Barnim waren 34 Teams, darunter 24 Schülerteams an den Start gegangen. "Wir sind erfreut, dass es immer noch 34 waren, aber eigentlich auch ein bisschen traurig - voriges Jahr waren es noch 49 Teams", sagt Sabine Spaltmann von der Sparkasse. "Wie geht Börse eigentlich, wie geht Aktienhandel - das jungen Leuten beizubringen, macht uns immer wieder Spaß."

Spaß hatten auch die Siegerteams - wie "Die Wirtschaftler", drei Elftklässler vom Beruflichen Gymnasium am Oberstufenzentrum 2 in Eberswalde bekräftigen. "Wir haben uns erst einmal angeguckt, welche Firmen etwas Neues herausbringen oder in der Zeit viel verkaufen", sagt Charis Hahn, 16.

Ihre Strategie ging vor allem bei den Firmen auf, die auf nachhaltiges Wirtschaften Wert legen. Die Sparkasse zeichnet nicht nur Mannschaften mit der besten Depotentwicklung aus, sondern belohnt auch Teams, die bei dem Planspiel in Wertpapiere von Unternehmen investieren, die sozialverträglich und ressourcenschonend agieren. "Die Wirtschaftler" holten so im Nachhaltigkeitswettbewerb den Barnimer ersten Platz. Das durch drei zu teilende Preisgeld von 330 Euro will aber keiner der drei in Aktien investieren. "Wir sind noch nicht erfahren genug und wollen nichts riskieren", sagt Charis.

Aber auch die Gewinner Sergen, Julius und Jonas mit Team "24 h Business" verloren beim Zocken die Nachhaltigkeit nicht aus den Augen. Sie holten den dritten Preis in diesem Bereich und konnten so als Gesamtsieger mit 600 Euro für ihre zwei Preise sogar die Hälfte der Gesamtpreisgelder von der Sparkasse Barnim einstreichen.

Ausgezeichnet wurden bei der Siegerehrung auch Pädagogen wie Heidrun Jablonski, die als Wirtschaftslehrerin am Beruflichen Gymnasium zum fünften Mal erfolgreich Gruppen ins Ziel begleitet hat. "Das Planspiel ist praxisnah neben dem Unterricht: Wirtschaft zum Anfassen", empfiehlt sie den Wettbewerb weiter.

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hannah holtloh 14.02.2015 - 01:10:04

Spekulieren ist doch das WICHTIGSTE

Wie gut, dass unsere Sparkasse in Zeiten, in denen viele Menschen in Europa und in der "Rest"-Welt unter den Folgen von Spekulation leiden, so einen spaßigen Wettbewerb veranstaltet. So lernt unser Luxus-Nachwuchs, was die (Schein-) Welt im Innersten zusammenhält und wofür es sich zu leben und zu spekulieren lohnt, egal auf wessen Kosten...

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