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Kreisarbeitsgemeinschaft zur Flüchtlingsunterbringung besichtigt Kasernengelände im Wald

Skepsis in Ladeburg

Spaziergang durchs Gelände: Haus IV ist einer von zwei Wohnblöcken, die von der Bundeswehr in den 1990er-Jahren saniert wurden. Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft besichtigen die einstigen Soldaten-Unterkünfte.
Spaziergang durchs Gelände: Haus IV ist einer von zwei Wohnblöcken, die von der Bundeswehr in den 1990er-Jahren saniert wurden. Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft besichtigen die einstigen Soldaten-Unterkünfte. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Sabine Rakitin / 26.02.2015, 21:58 Uhr
Ladeburg (MOZ) Die Mitglieder der Kreis-Arbeitsgemeinschaft zur Unterbringung von Flüchtlingen haben am Mittwoch die ehemalige Bundeswehr-Kaserne in Ladeburg besichtigt. Gekommen waren zudem Bernauer Stadtverordnete und mehrere Ladeburger, darunter Ortsvorsteher Horst Seefeld.

Seit bekannt wurde, dass die ehemalige Kaserne an der Alten Lanker Straße in die engere Wahl als Flüchtlingsquartier gekommen ist, steht bei Ortsvorsteher Horst Seefeld das Telefon nicht mehr still. Viele Ladeburger wollen wissen, was an den Plänen dran ist. Doch Horst Seefeld weiß doch auch nur, was in der MOZ stand - und dass die Arbeitsgruppe zur Unterbringung von Flüchtlingen das Kasernengelände an diesem Mittwoch besichtigen will. Es kostet ihn mehrere Anrufe, bis er den Treffpunkt und die Uhrzeit erfährt. Pünktlich um 16 Uhr ist der Ortsvorsteher zur Stelle, wie auch andere Ladeburger und Bernauer Stadtverordnete, die auf Informationen aus erster Hand hoffen.

Sascha Kampf von der hph-Kanzlei aus München erläutert die Vorstellungen der Eigentümer, wie die seit 1998 leer stehende Kaserne als Übergangswohnheim für rund 450 Flüchtlinge hergerichtet werden soll. Zwei Blöcke für 242 Bewohner sind von der Bundeswehr in den 1990er-Jahren noch komplett saniert worden. Die wären in wenigen Monaten beziehbar, sagt er. Barnims Sozialdezernentin Silvia Ulonska nickt zustimmend. Sammelunterkünfte mit 19 Quadratmeter großen Drei-Bett-Zimmern könnten in zwei bis drei Monaten bezugsfertig sein, 200 Quadratmeter große Wohnungen mit vier oder fünf Schlafzimmern für jeweils zwei Personen, dazu Wohnraum, Küche, Bad, WC und Betreuerzimmer in sechs Monaten, heißt es in dem Exposé der Eigentümer.

Die umstehenden Bernauer schauen skeptisch. "Ohne die Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung passiert hier gar nichts", murmelt einer. Um aus der Kaserne eine Flüchtlingsunterkunft zu machen, müssen Flächennutzungs- und Bebauungsplan geändert werden - das ist Sache der Kommune.

Ladeburgs Ortsvorsteher Horst Seefeld glaubt ebenfalls nicht, dass bis Mai die ersten Unterkünfte bezugsfertig sind. "Seit fünf Jahren kämpfen wir in Ladeburg für eine Nahversorgungseinrichtung", führt er als Beispiel dafür an, dass Verwaltungsmühlen langsam mahlen. Überhaupt hält er die ehemalige Kaserne als Flüchtlingsunterkunft für "kurzfristig überhaupt nicht und langfristig nur bedingt geeignet". Es gebe kein funktionierendes Heizsystem, keine funktionierende Elektroanlage, keine Abwasserentsorgung, zählt er auf. Und beim Rundgang durch die Gebäude fiel ihm auf, dass der Putz in einem Meter Höhe abgeschlagen war. "Ich vermute Nässe und Pilzbefall, und damit wir das nicht sehen, ist der Putz abgeschlagen worden", sagt der Ortsvorsteher. Werde das Übergangswohnheim dennoch in der Kaserne eingerichtet, habe Ladeburg mit derzeit 2700 Einwohnern auf einen Schlag einen Bevölkerungszuwachs von 15 Prozent. "Und was ist dann mit Plätzen in Kita und Schulen, mit der Gesundheitsversorgung oder der Verkehrsanbindung?", fragt Seefeld.

Auch viele Barnimer Willkommensinitiativen sind gegen eine solche "Massenunterkunft im Wald". Sie sei kontraproduktiv, verhindere die Integration der Flüchtlinge, sagt beispielsweise Beate Gollnast von der Willkommensinitiative Biesenthal. Sie und ihre Mitstreiter aus Eberswalde, Oderberg, Panketal und Bernau bleiben bei ihrer Forderung, Flüchtlinge in Wohnungen und nur in den größeren Ortschaften entlang der Bahnlinien unterzubringen.

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Kurt 06.03.2015 - 17:43:18

Demografie

Sehr geehrte Frau Dr. Marlinde Mißlitz, danke für Ihren Kommentar. Scheinbar haben Sie die Nacht zum Tag gemacht. Ich glaube schon verstanden zu haben was Demografie ist. Kann jeder nachlesen http://de.wikipedia.org/wiki/Demografie. Zur Demografie gehört auch, dass die Menschen heute älter werden. Das habe ich angesprochen. Demografie war ja nicht das Thema des MOZ Kommentars. Ihre Sorge besteht wahrscheinlich darin, dass die geburtenschwachen Jahrgänge nicht in der Lage sein werden, die vielen Alten mit zu versorgen. (Minderheit versorgt Mehrheit). Diese Sorge habe ich nicht. „Löcher stopfen“ durch Völkerwanderungen wird keinen Sinn machen. "Multikulti" erst recht nicht. Sicherlich werden Sie in der Lage sein, den Altersaufbau durch Vergleich von Lebensbäumen erklären zu können. Bloß, wem nutzt das? Der Statistik und mit der können die meisten Menschen, wie Sie schreiben, ja nichts anfangen. Ich nehme die gegenwärtige Situation sehr ernst. http://www.focus.de/politik/ausland/islamischer-staat/terroristen-nehmen-rom-ins-visier-erster-schritt-is-will-europa-mit-fluechtlingen-ueberfluten_id_4487068.html Ich wiederhole noch einmal. Menschen die Hilfe benötigen sollen Hilfe bekommen. Das kann nur durch ein vernünftiges Einwanderungsgesetz geschehen, das auch konsequent eingehalten wird. Kriminelle und Sozialhilfeschmarotzer gehören nicht in dieses Land! Auch wenn wir unterschiedlicher Meinung sind und wahrscheinlich nie auf einen Nenner kommen werden, haben Sie die Etikette bewahrt. Dafür bedanke ich mich. Ich wünsche Ihnen auch alles Gute. Freundlichst Kurt

Dr. Marlinde Mißlitz 06.03.2015 - 04:23:10

Demograpnhie

Sehr geehrter Herr Kurt, ich habe keine Zeit mehr, zu antworten, weil ich einen anderen wichtigen Bericht ausarbeiten muss, der mich längere Zeit voll in Anspruch nimmt. Ich hätte mich mit Ihnen gern weiter unterhalten, zumal Sie meine Ausführungen nicht verstanden haben. Aber wer versteht schon etwas von Demografie, wenn er sich damit noch nie beschäftigt hat, keiner. Es ist eines der interessantesten Wissenschaftszweige, der inzwischen mein Hobby geworden ist. Anfangs fiel es mir auch schwer, zu verstehen. Den Altersaufbau durch Vergleich von Lebensbäumen anderen erklären zu wollen, ist allenfalls anhand eines Vortrages mit Abbildungen, Rückfragen sowie absoluten Bevölkerungszahlen möglich. Das ist mir zumindest inzwischen klar geworden. Ich hätte Ihnen gern einen Link zu der sehr interessanten Zusammenstellung der Lebensbäume mit den Prozentangaben zu Altersgruppen aller Länder geschickt, die im Internet zu finden ist, aber ohne Erläuterungen, hat das auch keinen Sinn. Die meisten Menschen können mit statistischen Angaben wenig anfangen. Das ist mein letzter Beitrag. Ich wünsche Ihnen Gesundheit, Schaffenskraft und grüße Sie, Dr. med. Marlinde Mißlitz

(leider nur Angestellter) Kurt 05.03.2015 - 19:27:48

@ Dr. Marlinde Mißlitz 14:26:27

Leider kann ich Ihnen jetzt erst auf Ihr Schreiben antworten, da ich immer erst spät von Arbeit komme. Ich werde mich nicht im Internet mit den Ländern Eritrea, Nigeria und Pakistan im Internet beschäftigen. Dass der Bildungsstand der Menschen unzureichend ist einleuchtend. Den Ländern ist aber nicht geholfen, wenn ihnen die jungen Leute weglaufen. Die Aufforderung die Menschen nach Deutschland zu holen ist kontraproduktiv. Was nutzen diesen Staaten in Deutschland ausgebildete Fachkräfte, wenn sie nach ihrer Ausbildung nicht in ihr Land zurückkehren? Wer, wenn nicht diese jungen Menschen, sollen ihre Länder wieder aufbauen? „Deutschland schafft es schon bei gegenwärtig nur rund 24 % unter 25-Jährigen nicht, ihnen eine ausreichende Bildung und Ausbildung zu ermöglichen?“ Ja warum denn nicht? Fehlt es an Ausbildern, an offenen Stellen, oder der schlechten Schulbildung der zum Teil vielen Jugendlichen? Die Konkurrenz und die Profitgier vieler Arbeitgeber haben es nach der Wende versäumen lassen, ausreichend Lehrlinge auszubilden. Ausbildung kostet. Wie viele junge Deutsche gehen gleich nach der Schule zum Sozialamt? Es gibt ja auch alles. Wohnung, Einrichtung, junge Frauen werden Mütter und machen das zu ihrem Beruf. Ich möchte hier eindeutig klarstellen, dass ich nicht alle Jugendlichen unter einem Kamm scheren will. Natürlich gehen viele ihren normalen Lebensweg. „Und das ist auch gut so“ um die Worte des endlich abgedankten Berliner Bürgermeisters zu nutzen. Wie rosig es auf dem freien Arbeitsmarkt in Deutschland aussieht, hier noch einmal nachzulesen. Ich hoffe @.... ist mir nicht böse, seinen eingestellten Link zu nutzen. http://www.adzuna.de/blog/2014/02/26/adzuna-studie-arbeitsmarkt-regensburg-vor-muenchen/ Natürlich ist der demographische Wandel von Sorge. Die Menschen werden älter! http://de.statista.com/statistik/daten/studie/273406/umfrage/entwicklung-der-lebenserwartung-bei-geburt--in-deutschland-nach-geschlecht/ Ich bleibe der Meinung, dass D. keine Zuwanderung braucht. „Minijobs“, für mich zum Beispiel Unwort des Jahres, abschaffen, dass die Leute wieder was in die Rentenkassen einzahlen können. Diese Jobs wurden geschaffen um die Arbeitslosenzahlen zu schönigen. Deutsche Jugendliche nicht nur fördern, sondern auch fordern. Langzeitarbeitslosen eine Chance geben. Hier sehe ich eine Menge Potential. Leider gibt es auch hier „schwarze Schafe“, denen es einfach zu gut geht. Deutschland ist nicht das Sozialamt der Welt. http://www.welt.de/debatte/kommentare/article136090222/Die-Zuwanderung-nach-Europa-ist-ausser-Kontrolle.html Menschen die Hilfe benötigen sollen Hilfe bekommen. Das kann nur durch ein vernünftiges Einwanderungsgesetz geschehen, das auch konsequent eingehalten wird. Eine Regierung sollte die Sorgen ihres Volkes ernst nehmen. Auf Aktionen, sollten Reaktionen erfolgen. Sich die Lage schön reden nützt nichts. Die Realität ist stärker. Wenn Frau Merkel so weiter regiert, wird sie nur noch diese Legislaturperiode Kanzlerin sein. Ich habe sie nicht gewählt und werde sie auch nicht wählen.

der Hans 05.03.2015 - 16:29:51

der Herr Dyhr

versucht uns hier wohl Salatblätter auf die Augen zu kleben. Klar, Betriebe suchen zum Beispiel Lehrlinge und Mitarbeiter. Aber was sollen sie mit Leuten die aus der Schule kommen die schlechte Noten haben und keine vernüntigen Sätze bilden können? Dazu konnt dann noch fühes Aufstehen, bzw. wie beim Bäcker mitten in der Nacht, Pünktlichkeit, sich schutzig machen u.a. Dinge mehr sind doch vielen ein Graus. Wenn die suchenden Betrieb Löhne zahlen würden von denen die neuen Mitarbeiter leben könnten, dann würde es vielleicht auch mit Mitarbeitern klappen.

Dr. Marlinde Mißlitz 05.03.2015 - 14:26:27

Zur Bildung von Zuwanderern - @Kurt 03.03.2015 18:22:23

Beschäftigen sie sich im Internet mit den Ländern Eritrea, Nigeria und Pakistan, aus denen Menschen gekommen sind, deren Bildung und Qualifikation als unzureichend einzustufen sind, dann können sie feststellen, dass es dort 35 bis 45 % Kinder im Alter von 0 bis unter 14 Jahren und rund 20 % 15- bis unter 25-Jährige gibt. Also über die Hälfte bis zwei Drittel der Bevölkerung sind unter 25 Jahre. Woher sollen denn Lehrer und Ausbilder kommen für so viele junge Menschen? Deutschland schafft es schon bei gegenwärtig nur rund 24 % unter 25-Jährigen nicht, ihnen eine ausreichende Bildung und Ausbildung zu ermöglichen? Die Menschen brauchen Hilfe und wollen sich bilden, deshalb kommen sie nach Deutschland. Hier werden sie auch gebraucht. Vergl. Sie dazu meine Kommentare zu “Kritik an Vorgehensweise des Kreises“ ( MOZ 27.02.15).Bei der Sprachausbildung sollten möglichst viele Bürger helfen. Auch die Industrie wird sich demnächst wohl darauf einstellen müssen, auszubilden, statt Fachkräfte aus dem Ausland zu holen. Ihre Anzahl ist im Zeitalter des demographischen Wandels begrenzt. Wie sich derartiges auswirkt, dürfte auch noch von vor der Wende in der Erinnerung sein. Von den Steuereinnahmen der werktätigen Bürger sind mit viel Geld und Engagement Fachkräfte ausgebildet worden und diese verließen dann oftmals das Land, z.B. Ärzte, deren Studium besonders teuer war. Frau Merkel hat das nicht vergessen. Deshalb gefällt mir ihre diplomatische Bemerkung so gut, dass sie erst einmal prüfen möchte, ob das vorgeschlagene Punktesystem der SPD für Zuwanderer nach kanadischem Vorbild für Deutschland anwendbar wäre.

.... 03.03.2015 - 19:40:46

Ein Kreuzberger "Flüchtling" ;-) ...

... auf Missionierungstour ... jetzt wo seine Kinder nicht mehr Gefahr laufen, auf einer "Rütli"-Schule zu landen ! Ach was schreibe ich: Ente gut alles gut - nachdem man dort 32 Millionen reingebuttert hat, ist dies eine richtige "Eliteschule" geworden ... Neuer Namen: Campus Rütli - CR² ... wow :) http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2014-02/ruetli-schule-berlin-brandbrief

kurt 03.03.2015 - 19:25:12

Herr Dyhr...

...ich habe bei meiner Kommentar Abgabe nicht gewusst, dass sie Mitglied bei Bündnis 90 Die Grünen sind, kann jetzt aber die Sicht ihrer Dinge nachvollziehen:-S

.... 03.03.2015 - 18:51:08

Der "Fachkräftemangel" wurde glaube abgesagt ...

http://www.adzuna.de/blog/2014/02/26/adzuna-studie-arbeitsmarkt-regensburg-vor-muenchen/ Aktuell kommen in Brandenburg 27,2 Bewerber auf eine freie Stelle ;-)

kurt 03.03.2015 - 18:22:23

Zuwanderung bietet Chancen...??? hier wird eher Schönrederei betrieben...

Ich bin anderer Meinung. Mir ist kein Arbeitgeber in Bernau bekannt der dringend Arbeitskräfte benötigt. Leiharbeit ist die preiswertere Methode für einen Arbeitgeber. Außerdem kommen keine Fachkräfte, nicht einmal Hilfskräfte. zu a.)http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/einwanderer-gegen-das-demografieproblem-in-deutschland-13404969.html zub.) Schlüsselzuweisung ist ein Mittel der Gemeindefinanzierung im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs. In diesem Fall aber eine Milchmädchenrechnung.. Die Kassen und somit der Steuerzahler, werden mehr belastet! Die Einnahmen werden die Ausgaben nicht decken. Es ist keine Win win Situation. Wäre der Staat eine Firma, ginge sie mit offenen Augen dem Konkurs entgegen. Wir sind nicht eines der reichsten Länder der Erde! http://www.staatsschuldenuhr.de/ Diese Uhr tickt immer weiter. Deutschland hat fleißige Menschen und somit eine hohe Liquidität gegenüber den Banken.

Thomas Dyhr 03.03.2015 - 13:25:16

Zuwanderung bietet Chancen und sollte als Chance begriffen werden

Ängste und Ressentiments sind schlechte Ratgeber. Richtig ist, dass in Bernau von Hause aus Wohnungen fehlen, Aber genauso richtig ist, dass sich die zweitgrößte Stadt des Barnim mit ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit nicht um ihren solidarischen Teil der Problemlösung drücken darf. Anstrengungen zur Bewältigung des Zustroms sind notwendig, aber sie bergen auch Chancen für Bernau in sich: a.) Viele Betriebe suchen zum Beispiel Lehrlinge und Mitarbeiter, die sie auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr finden. Nach den neuen Lockerung des Arbeitsverbotes für Flüchtlinge besteht jetzt durchaus die Möglichkeit, Lehrlinge aus dem Kreis der Flüchtlinge anzustellen. Man gibt den Menschen die Möglichkeit, auf eigenen Füßen zu stehen, anstatt sie zu Alimentationsempfängern der Sozialsysteme zu verbannen. Das hilft ihnen, hilft den Betrieben und dem Steuerzahler. b.) Zudem sind die Schlüsselzuweisungen aus Potsdam für die Kommunen von der Zahl der Einwohner abhängig. Zu den Bewohnern zählen auch Flüchtlinge. Von daher profitiert die Stadt auch finanziell von dem Zuzug. Man sieht an diesen beiden Beispielen, dass Bernau und seine Bürger selber etwas von der Aufnahme haben. Zu der Frage der Unterkünfte. Dieter Sauer hat recht, dass unsere Unterkünfte die besten sind, die es gibt. Denn es gibt keine anderen - geschweige denn bessere. Wenn nur wenige Wohnungen leer stehen, dann kann man auch nur wenige Wohnungen vergeben. Insofern ist das erklärte Ziel der Flüchtlingsinitiativen zwar richtig, Flüchtlinge ausschließlich in Wohnungen unterzubringen. Aber die reale Umsetzbarkeit richtet sich halt nach den vorhandenen Möglichkeiten und wird durch lautstarke Publicity auch nicht verbessert. Die etwas abseits gelegene Kaserne in Ladeburg ist unter den vorhandenen sicherlich die am Besten für eine menschenwürdige Unterbringung geeignete Unterkunft. Sie muss aber m.E. verkehrsmäßig besser erschlossen werden, um den zukünftigen Bewohnern eine vernünftige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben unserer Stadt zu geben. Von einer optimierten ÖPNV-Anbindung würden dann auch die Bewohner Ladeburgs profitieren, deren bisherige ÖPNV-Anbindung trotz bereits beschlossener Verbesserungen durchaus noch Optimierungspotential hat. Die Optimierung des ÖPNV zur Anbindung des Flüchtlngsheims erscheint mir deswegen vornehmlich als Chance für die Bürger Ladeburgs - als ein durchsetzbares Ziel, an dem es sich mehr zu arbeiten lohnt, als an dem Versuch, das Unvermeidbare zu behindern und damit das Klima in der Stadt zu belasten. Und im Übrigen, Herr Till... Zuwanderung besteht nicht ausschließlich aus Verbrecherclans, wie Sie hier indirekt zu behaupten belieben, sondern in der überwiegenden Zahl aus Menschen mit rechtschaffenden Absichten, die von äußeren Umständen zum Verlassen ihrer Heimat genötigt wurden. Ich denke, dass es als eines der reichsten Länder dieser Erde unsere humanistische Pflicht ist, diesen Menschen in Bedrängnis eine helfende Hand zu reichen. Und noch mehr sehe ich es Pflicht an, deutliche Zeichen eines herzlichen Willkommens zu setzen, damit die bedauerlichen rassistische Parolen mancher Mitmenschen nicht die Oberhand bekommen. Über manche Kommentare hier kann man sich nur fremdschämen...

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