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Ladeburger Ortsbeirat zu geplanter Unterbringung von Flüchtlingen in ehemaliger Kaserne

Kritik an Vorgehensweise des Kreises

Sabine Rakitin / 27.02.2015, 19:50 Uhr
Ladeburg (MOZ) Die Pläne des Landkreises zur Unterbringung von mehr als 400 Flüchtlingen in der ehemaligen Bundeswehrkaserne an der Alten Lanker Straße waren am Donnerstagabend Thema im Ortsbeirat von Ladeburg. Mit Ortsvorsteher Horst Seefeld, Daniel Sauer (CDU) und Jörg Arnold (BFB/Freie Wähler) hatten am Tag zuvor drei Mitglieder des Gremiums auf Eigeninitiative an der Besichtigung des Geländes teilgenommen. Sie kritisierten, dass die Kreis-Arbeitsgruppe Flüchtlingsunterbringung den Ortsbeirat über den Vor-Ort-Termin nicht informiert hatte und forderten "mehr Transparenz und schnelle Informationen" ein.

"Mich hat die Nachricht schockiert, dass rund 400 von den 800 Flüchtlingen, die der Kreis in diesem Jahr aufnimmt, nach Ladeburg kommen sollen. Es gibt doch auch noch andere Orte im Barnim", sagte Jörg Arnold. Nach Ansicht von Daniel Sauer wiederum "ist die Sache offenbar schon weit gediehen". Diesen Eindruck habe er jedenfalls am Mittwoch gewonnen. "Auch wenn die Arbeitsgruppe ihre Entscheidung noch nicht getroffen hat: ein ergebnisoffener Dialog ist offenbar nicht möglich", stellte er fest. "Ich persönlich glaube, es wird so sein: Wir werden die größte Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge im Landkreis bekommen", bemerkte Daniel Sauer.

Bernaus Bürgermeister André Stahl (Linke), der zur Ortsbeiratsitzung gekommen war, machte keinen Hehl daraus, dass er derart große Flüchtlingseinrichtungen wie die in Ladeburg geplante für "integrationsfeindlich" und die Kreis-Arbeitsgruppe, die über Standorte für Übergangswohnheime entscheidet, für ein "sehr schwach demokratisch legitimiertes Gremium" hält. Gleichwohl rechnet auch Stahl damit, dass das ehemalige Kasernengelände den Zuschlag erhalten wird. Allerdings findet er, "sollte der Landkreis die Immobilie erwerben. Das würde es uns bedeutend leichter machen, in und auf dem Gelände etwas zu entwickeln". Außerdem wäre das "eine echte vertrauensbildende Maßnahme zwischen Kreis und Stadt", setzte Stahl hinzu.

Die Tatsache, dass das Kasernengelände Münchener Rechtsanwälten gehört, ist auch Linke-Landtagsfraktionschefin Margitta Mächtig am Mittwoch sauer aufgestoßen. "NVA-Kasernen waren staatliches Eigentum. Sie wurden von der Treuhand oder ihren Nachfolgeeinrichtungen gewinnbringend veräußert. Nun muss die öffentliche Hand sie bei einem Privaten anmieten oder für den Veräußerer gewinnbringend zurück kaufen, um Aufgaben des Staates zu erfüllen. Das ist schon bitter", findet sie.

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kurt 05.03.2015 - 20:32:53

der letzte....

.... Deutsche stirbt im Zoo. Jeder sollte wissen wo er herkommt, damit er weiß wo er hingehört.

Dr. Mißlitz, Marlinde 05.03.2015 - 19:38:08

Nix Neanderl

Ich freue mich für Sie, dass Sie lachen können, aber warum wälzen sie Sie dabei am Boden? Sind Sie vor Lachen vom Stuhl gefallen? Wenn ja, hoffentlich haben Sie dabei dann nichts gebrochen.

aUCH NIX NEANDERL 05.03.2015 - 17:21:42

Dr. M.M., Sie machen sich gut als deutscher Mensch!

ich wälze mich am Boden vor Lachen

Dr. Marlinde Mißlitz 05.03.2015 - 14:52:15

@ Nix Neanderl

In der Statistik ist es ein Mensch, der die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Man kann auch sagen ein Deutscher......., klingt für mich immer etwas überheblich.

nix neanderl 05.03.2015 - 11:35:02

Was ist ein deutscher Mensch?

Homo sapiens germanicus oder so?

Dr. Marlinde Mißlitz 05.03.2015 - 09:59:09

Warum es von deutschen Menschen immer weniger geben wird - @....

In diesem Land dreht sich leider alles ums Geld und Sie haben auch Recht, Herr …., dass man anderen Ländern die Bürger entzieht, hätte Deutschland ein Einwanderungsgesetz. Mit einer Duldung bekommen sie aber keine Arbeit, auch keine Erlaubnis, sich selbständig machen zu können. Damit fehlt Flüchtlingen, die bleiben möchten, die Existenzgrundlage und das führt zu Problemen. Ihre Meinung:„ ...ob man diese nun wegen einer kommenden Verschiebung der Altersstruktur wirklich benötigt“, stößt bei mir auf Widerspruch, genauso wie „endloses Wachstum“ und „Gausssche Verteilungsglocke“, die das Ungleichgewicht zwischen Jung und Alt nur auf spätere Generationen verschiebe. Ich habe am 04.03 lediglich versucht, den wellenförmigen Verlauf des Älterwerdens der vorhandenen Bevölkerung zu beschreiben und dass der Nachwuchs fehlt. Das haben wahrscheinlich nicht nur Sie, sondern auch andere nicht verstanden. Deshalb anders erklärt: Der Altersaufbau imponiert optisch gegenwärtig wirklich beinahe als Gausssche Verteilung, müsste aber mindestens bis zum Rentenalter ein Säulendiagramm sein. Den Altersaufbau gibt es auch als Grafik - als Lebensbaum bezeichnet. Es sind zwei senkrecht aneinandergelegte Diagramme, rechts die Frauen und links die Männer in Tausend, in der Mitte aufsteigend das Alter von jedem Geburtsjahrgang, an der Basis beginnend mit dem ersten Lebensjahr. Lebensbäume stehen für alle Länder im Internet. Ist die Basis breit, gibt es viele Kinder und Bevölkerungswachstum. Deutschland hat als Basis einen „Baumstamm“, der immer dünner wird. Das beinhaltet stetige Abnahme der Menschen. Es liegen seit langem Berechnungen vor, dass bis Ende des nächsten Jahrhunderts von der heutigen Generation nur etwa 25 % übrig bleiben. Den Schulen fehlen Kinder, den Betrieben bereits Lehrlinge und in der MOZ stand gerade, dass Deutschland bis 2025 etwa 6,7 Mill. Erwerbstätige weniger haben wird. Die Ursache liegt in der seit Jahrzehnten zu geringen Kinderanzahl. Im Durchschnitt gibt es nur 1,4 statt 2 Kinder je Elternpaar. Ein Elternpaar sind zwei Personen, die ersetzt werden müssen, damit kein Bevölkerungsrückgang eintritt. Schauen Sie sich im Internet den gleichmäßigen Altersaufbau der skandinavischen Länder an. Dort bekommen sie keine Probleme mit der Bevölkerung in den kommenden Jahren und sie werden sich den ausreichenden Ersatz ihrer Einwohner auch erhalten. Auf Vorhersagen der Demographen hat die Politik früher in Deutschland kaum reagiert (außer im abgegrenzten Ostteil). Inzwischen prallen die Gegebenheiten rasant auf die Politiker ein, aber nun ist es zu spät. Deshalb sollten alle sehr behutsam mit den Flüchtlingen umgehen und es wird ein Einwanderungsgesetz benötigt vor allem für junge Menschen, die man nicht ausgrenzen kann, sondern integrieren muss. Es ist immer ein bedeutender Verlust für das Land, wenn Kinder oder Jugendliche durch äußere Einwirkungen ums Leben kommen. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Tag

.... 04.03.2015 - 09:15:55

Vielleicht gehts ja um die Finanzierung ...

.... Wenn man "Flüchtlinge" nach Einwohnerzahl aufteilt. Ob man diese nun wegen einer kommenden Verschiebung der Alterstruktur wirlich benötigt, sei auch mal dahingestellt. In einer endlichen Welt kann es kein endloses Wachstum geben. Man verschiebt das Ungleichgewicht zwischen Jung und Alt, siehe Gausssche Verteilungsglocke, nur auf spätere Generationen. Stellt sich auch die Frage ob es Sinn macht, den Schwellenländern das dringend benötigte Humankapital an Fachkräften zu entziehen ;-) diese fehlen ja offensichtlich für den Aufbau der eigenen Heimat in deren Herkunftsländern ...

Dr. Marlinde Mißlitz 04.03.2015 - 07:38:46

Ein zielgerechtes und gemeinsamen Handeln ist erforderlich

Der Streit um die Unterbringung von Flüchtlingen ist mir unverständlich und dann noch nach Einwohneranzahlen. Bernau nimmt an Einwohnern ständig zu und Eberswalde hat abgenommen. Warum nutzt man dort die Change nicht? Beide Städte finden keine geeigneten Unterkünfte für Flüchtlinge, haben jedoch nach der Statistik zum Teil leerstehenden Wohnraum oder reißen wertvolle Gebäude ab, z.B. die ehemalige Kreisverwaltung in Eberswalde, die mal für Gastarbeiter gebaut worden ist und es soll dort nun noch mehr Wohnraum abgerissen werden. Es mangelt somit an Überzeugungskraft der Verwaltungsbeamten und Stadtverordneten. Liegt es am fehlenden Einwanderungsgesetz? Wer sich als Bürger in der Flüchtlingspolitik engagiert, ist zumindest sehr enttäuscht, wenn seine zeitaufwendigen Integrationsbemühungen umsonst gewesen sind, sofern die Betreuten keine Aufenthaltserlaubnis für Deutschland erhalten. Alle wissen, dass die deutsche Bevölkerung abnimmt, denn der Nachwuchs ist zu gering gewesen - im Durchschnitt nur 1,4 anstatt 2,1 Kinder je Elternpaar – und das über Jahrzehnte. Eine etwa dreifach höhere Anzahl an Kindern als Bevölkerungsnachwuchs fehlt inzwischen. Bemerkbar gemacht hat sich das überall mit weniger Einzuschulenden, inzwischen zu wenigen Jugendlichen und der Überalterung infolge des Geburtenbooms nach dem zweiten Weltkrieg. Dadurch gibt es gegenwärtig die höchste Anzahl an Menschen im arbeitsfähigen Alter und verständlicherweise Zurückhaltung gegenüber der Einwanderung Erwachsener. Das betrifft aber nur etwa 15 Geburtsjahrgänge.Gehen sie in Rente, wird es nie wieder so viel deutsche Arbeitsfähige wie zurzeit geben. Der jetzt hohe Anteil Arbeitsfähiger ist später der Rentnerboom und es fehlen heute schon junge Menschen, um diesen betreuen zu können. Was in der Welt an Furchtbarem passiert; ist für Deutschland ein Glücksmoment, dem ein zielgerechtes und gemeinsames Handeln fehlt.

Der Optimist 02.03.2015 - 19:10:16

Der kleine Bürger haftet..

..für das Handeln der Politik. Da er aber so gewählt hat, wie er gewählt hat, darf er sich aber jetzt nicht beschweren. Es müssen zwar alle darunter leiden, aber so funktioniert unsere "lupenreine" Demokratie nun mal ;-) Deutschland braucht Flüchtlinge. Glücklicherweise unterstützen uns (unser echter Freund) die USA, durch unzählige Krisenherde in der Welt, dabei. Je mehr Flüchtlinge kommen, desto besser. Es ist doch bekannt, dass wir jeden brauchen und es ist auch bekannt, dass ausschließlich Fachkräfte kommen. Wobei das Verständnis für den Begriff Fachkraft dabei auseinander geht. Zum Glück wird der Großteil aller abgelehnten Asylbewerber dauerhaft geduldet. Liebe Nachbarn, Ihr werdet euer Portemonnaie noch weiter öffnen müssen, ob ihr wollt oder nicht und was gibt es schöneres als 400 Asylanten in direkter Umgeben? Richtig, 800! Einen großen Dank an die Mehrheit und an die Nichtwähler, die für diese Misere verantwortlich sind!

Barnimer 01.03.2015 - 13:58:45

Bernau steht in der Verpflichtung

Die Verteilung der Flüchtlinge im LK nach Höhe der Einwohnerzahl wird von Bernau bewältigt werden müssen. Zudem hat Bernau als große Stadt im Barnim die gleichen Verpflichtungen wie Eberswalde. Entweder die Flüchtlinge bekommen bevorzugt Wohnungen aus dem vorhandenen Pool, was gerecht wäre, oder Bernau baut für sie Wohnungen. Wartelisten können nur für Menschen ohne existenzielle Not gelten. Die Etablierten grenzen hier Bedürftige aus. Schön das sich die Wohnungsbauunternehmen Regeln geschaffen haben, die eine vorrangige Versorgung der Flüchtlinge mit Wohnungen verhindern, sowas nennt man institutionellen Rassismus. Der Verweis auf Eberswalde ist da nur eine Entschuldigung derer, die keine Flüchtlinge in Bernau wollen. Wohnungssuchende Nichtflüchtlinge können ja in Eberswalde ihren Wohnsitz nehmen. Wenn am Markt Nachfrage an Wohnraum ist, wird es auch keinen Abriss geben. Die Verteilung der Flüchtlinge, und nicht die Konzentration, macht sehr wohl Sinn. So wird die Infrastruktur - Ärzte, Schulen ect. - an einem Ort nicht überbelastet. Ziel in jedem Wohngebiet, auch im Brandenburgischen Viertel, muss eine ausgeglichene Bevölkerungszusammensetzung sein. Genau darum geht es beim Rückbau. Ziel ist ein stabiles Wohnviertel. Abriss in Eberswalde und Neubau in Bernau machen sehr wohl Sinn. Insofern handeln die Eberswalder Stadtverordneten richtig.

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