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„Theater stärkt Persönlichkeit“

Blick durch den Vorhang: Ralf Schlösser (l.) und Bruno F. Apitz haben eine Amateur-Schauspielschule eröffnet – im Erkneraner Ballettstudio von Schlössers Frau.
Blick durch den Vorhang: Ralf Schlösser (l.) und Bruno F. Apitz haben eine Amateur-Schauspielschule eröffnet – im Erkneraner Ballettstudio von Schlössers Frau. © Foto: MOZ
Ingolf Bunge / 17.04.2010, 09:16 Uhr - Aktualisiert 17.04.2010, 09:17
Erkner (In House) „DrehBühne“ heißt die Schauspielschule, die Ralf Schlösser (53) und Bruno F. Apitz (53) aus Königs Wusterhausen in Erkner eröffnet haben. Damit sind sie Untermieter in der Ballettschule von Schlössers Frau. Mit Ralf Schlösser sprach Ingolf Bunge über Theater als Therapie und die Frage, ob es etwa an Schauspielern mangelt.

Märkische Oderzeitung: Herr Schlösser, was hat Sie denn auf die Idee gebracht, eine Schauspielschule vor allem für Kinder und Jugendliche anzubieten?

Ralf Schlösser: Meine Mutter hatte mich als Siebenjährigen in eine Schauspiel-Arbeitsgemeinschaft an meiner Wilhelmshagener Schule geschickt. Wir haben dort das schauspielerische Handwerk von der Pieke auf gelernt. Die Lehrerin Sonja Hildebrandt unterrichtet übrigens mit weit über 80 immer noch – Theater hält jung.

Gibt es etwa einen Mangel an Schauspielern?

Im Gegenteil. Es gibt ein Überangebot, und wer trotzdem diesen Weg gehen will, dem können wir dabei helfen und auch in die richtige Richtung weisen. Aber die eigentlichen berufsbildenden Schulen heißen in Berlin Ernst Busch und HdK. Unser Ziel ist, Kinder und Jugendliche – auch Erwachsene – mit schauspielerischen Mitteln in bestimmten Lebenssituationen weiterzuhelfen.

Etwa Theater als eine Form von Therapie?

Nein. Theater zur Persönlichkeits-Entwicklung: Wer auf dem Schulhof wegen seiner piepsigen Stimme gehänselt wird, findet bei uns Hilfe. Ebenso, wer Probleme mit der deutlichen Aussprache hat. Ansonsten gehört auch Fantasie-Training und -Entwicklung dazu. Alles zusammen führt zu dem Ergebnis, dass wir uns im täglichen Leben besser positionieren können. Wer beim Bewerbungsgespräch deutlich und intensiv sprechen kann, hat bestimmt gleich einen Pluspunkt.

Was machen Sie denn anders als die Lehrer im Unterricht bei Darstellendem Spiel?

Wir stützen uns auf die handwerkliche Ausbildung. Wir schulen die Grundlagen. Der Schauspieler hat ein Instrument, das ihm zur Verfügung steht: seinen Körper mit seinem Geist. Dieses Instrument zu beherrschen, muss erlernt werden, und das kommt im Schulunterricht möglicherweise zu kurz.

Kann eigentlich jeder eine Schauspielschule gründen – was bringen Sie an Vita und Ausbildung mit?

Gründen kann natürlich jeder. Schauspieler ist kein geschützter Beruf. Was uns dazu befähigt, ist ein Hochschulstudium in dieser Fachrichtung. Apitz hat mehr als 30 Jahre Berufserfahrung, ich mehr als 40 Jahre. Und mit der Förderung im Amateurbereich sind wir beide seit mehr als einem Jahrzehnt beschäftigt. Apitz coacht seine Filmkinder, und ich mache seit mindestens zehn Jahren Amateurtheater – unter anderem auch in Schöneiche.

Ganz wichtig ist uns der Spaß am Spiel – nur darüber können wir Kunden an uns binden. Der Spaß hat so eine Bedeutung, denn schließlich geht es nur um eine Freizeitbeschäftigung.

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