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Haftstrafen und Schmerzensgeld nach Messer-Attacke

22.07.2008, 14:07 Uhr
Berlin () Vier Monate nach einer Messer-Attacke auf einen BVG-Busfahrer ist der 25-jährige Täter am Dienstag wegen gefährlicher Körperverletzung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Sein zwei Jahre jüngerer Freund erhielt drei Jahre Haft. Die geständigen Angeklagten müssen jeweils 3500 Euro Schmerzensgeld zahlen. Der 34- jährige Busfahrer hatte die damals angetrunkenen Freunde am 1. März vor Mitternacht wegen ihres aggressiven Verhaltens gegenüber Fahrgästen aus dem Bus verwiesen. Es kam zu einem Tumult. Der 23- jährige Angeklagte schlug sich mit dem BVG-Fahrer. Sein 25-jähriger Freund stach zu, um die Flucht zu ermöglichen.

Der bis heute arbeitsunfähige BVG-Mitarbeiter hat den Angeklagten nicht verziehen. Das Messer traf ihn in den Rücken und blieb neben einem Wirbel stecken. Die Wunde ist verheilt. Psychisch ist der Familienvater stark beeinträchtigt. "Er ist völlig aus dem Leben geworfen", sagte Richterin Gabriele Strobel. Traumatisiert sind auch die Zeugen. Sie haben zum Teil immer noch Angst, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Der Angriff auf den Busfahrer gehörte zu einer Serie von Gewalt in Berliner U- und S-Bahnen, die für Empörung sorgte.

Die Angeklagten seien keine bekannten Schläger, sondern "zu groß geratene Jungs". Zwei unreife Menschen, die mit ihren Konflikten falsch umgehen, argumentierte Richterin Strobel. Sie hatten eine Hochzeit besucht und Schnaps getrunken. Unter Einwirkung von etwa zwei Promille Alkohol im Blut störten sie andere Fahrgäste in einem hässlichen Imponiergehabe: laut und aggressiv, urteilte das Gericht.

An einer Haltestelle in Berlin-Kreuzberg schritt der Busfahrer ein und fordert höflich zum Aussteigen auf, so Strobel. Das wirkte auf die Angeklagten wie ein Affront. Im Tumult wurde eine Frau zu Boden geschlagen und getreten. Der Busfahrer griff ein. Es entwickelte sich ein Faustkampf mit dem 23-jährigen Angeklagten. Der 25-Jährige stach mit dem Messer zu. Die Freunde flohen und stellten sich später selbst der Polizei. Beide wurden bis zum Strafantritt in Freiheit entlassen.

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