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Vierte Jugenduni bietet spannende Einblicke in verschiedene Forschungszweige

Von Arbeitsteilung und Satellitenflug

Mit einem Rad auf dem Drehstuhl: Mit Schülerexperimenten wie diesem veranschaulichte Dozent Albrecht Weidermann unter anderem, welche Kräfte beim Satellitenflug wirken.
Mit einem Rad auf dem Drehstuhl: Mit Schülerexperimenten wie diesem veranschaulichte Dozent Albrecht Weidermann unter anderem, welche Kräfte beim Satellitenflug wirken. © Foto: Torsten Stapel
Ellen Werner / 11.03.2015, 04:45 Uhr
Eberswalde (MOZ) An zwei Tischen sitzen die jungen Arbeiter im Hörsaal. Die einen stellen Briefumschläge komplett selbst her. Die anderen teilen sich auf, jeder übernimmt einen Arbeitsgang. "Es kam in beiden Vorlesungen heraus, dass die Arbeitsteiligen schneller sind", sagt Professor Alexander Conrad. "Aber auch, dass die Qualität bei ihnen nicht dieselbe war", ergänzt der Dozent, der an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) in Eberswalde die Professur für Volkswirtschaftslehre innehat.

Das Experiment passte perfekt zum Thema seiner Vorlesung in der vierten Jugenduni von der Bürgerstiftung Barnim Uckermark am Dienstag: "Masse statt Klasse oder Klasse statt Masse - 100 Jahre Massenproduktion und jetzt? Ist eine Wirtschaft ohne Fabriken, Läden und Gewinngier möglich?"

Dass es zumindest Alternativen und das direkt vor Ort gibt, hat Eric Müller aus der Vorlesung mitgenommen. Der 16-Jährige war mit seiner Klasse, der Zehnten von der Kinder- und Jugendakademie, Gast der Jugenduni. "Ich fand es auch gut, einen Überblick darüber zu bekommen, wie es mit der Massenproduktion funktioniert", sagte er. Conrad erläuterte unter anderem, was die Transition-Bewegung ausmacht, die auch in Eberswalde Fuß gefasst hat. Die Stadt ist eine von rund 1100 Transition-Towns, "Städten im Wandel" weltweit, in denen Initiativen anstreben, in Gemeinschaft alternativ zu wirtschaften und dabei auch mit Ressourcen sparsam umzugehen, etwa indem geteilt wird. "Ihr habt in Eberswalde die Möglichkeit, euch zu beteiligen", machte Conrad den Jugendlichen klar. Sein Thema war der Hit der diesjährigen Jugenduni. So war etwa der gesamte Elfer-Jahrgang vom Gymnasium Finow im Hörsaal vertreten.

Auf Anschaulichkeit legte aber auch Raumfahrtexperte Albrecht Weidermann wert. Der Leiter des Schülerlabors vom Neustrelitzer Campus des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hatte in der Vorlesung "Satelliten - die Erde aus dem All gesehen" viele Antworten auf Fragen zur Raumfahrt parat.

Er ließ aber auch eine Modellrakete, angetrieben durch eine Gaspatrone, durch den Hörsaal fliegen oder demonstrierte, wie man aus einem Luftballon in Kombination mit dem Verschluss einer Spülmittelflasche ein ebenfalls flugtüchtiges Objekt machen kann. Weidermann zeigte unter anderem beeindruckende Aufnahmen von der Internationalen Raumstation ISS, die in 400 Kilometer Höhe die Erde umkreist. Die ISS flog durch Polarlichter und Gewitter und zeigte das gigantische Lichtnetz, das vor allem die Städte auf dem Globus umspannt.

Nach der Jugenduni beginnt an der HNE heute die zehnte Kinderuni der Bürgerstiftung. Bis zum Familientag am Sonnabend stehen sieben Vorlesungen auf dem Programm.

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