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Dietrich Schröder 18.03.2015 06:03 Uhr

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Eine Offenheit, die fürs Leben bleibt

Trebnitz (MOZ) Man erzählt sich, welche Filme oder Geschichten man mag. Wie man die Freizeit verbringt und welche Zukunftsträume man hat. Man kocht, singt oder tanzt und kommt sich dabei näher. "Wenn junge Leute aus verschiedenen Ländern zusammen sind, in einem anderen Umfeld als nur der Schule, kann eine Menge passieren." Darius Müller, der Leiter der Begegnungsstätte Schloss Trebnitz bei Seelow (Märkisch- Oderland), weiß, wovon er spricht. Seit vielen Jahren finden hier internationale Treffen statt.

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Ab 28. März wieder an Wochenenden geöffnet: Das "Cafe zum Glück" im Schloss Trebnitz, das von deutschen und polnischen Schülern gemeinsam betrieben wird.

© Matthias Lubisch

Jetzt soll ein neues, langfristig ausgerichtetes Vorhaben hinzukommen. Ein Netzwerk von Schulen von beiden Seiten der Oder, in dem man sich nicht nur ein-, zweimal begegnet, sondern in dem vielleicht über Jahre hinweg stabile Partnerschaften wachsen. Das Projekt "Translimes" (Über die Grenzen) wird von der Bundeszentrale für politische Bildung und der Flick-Stiftung unterstützt. Zwei Schulen aus dem Oderland, eine aus Velten (Oberhavel) sowie drei polnische aus Küstrin und Stettin haben bereits zugesagt.

"Wir wollen niemand etwas aufschwatzen, sondern im Gegenteil gemeinsam mit den Beteiligten Projekte entwickeln, die ihren Bedürfnissen entsprechen", sagt Müller. An diesem und am nächsten Wochenende werden dafür die ersten Ideen geschmiedet. Klassenpartnerschaften, Gastaufenthalte für Schüler und Lehrer, gemischte Bibliotheken und vieles andere erscheinen möglich. Neben dem erfahrenen deutsch-polnischen Team vom Schloss wird es auch wissenschaftliche Begleiter von den Universitäten in Hamburg und Posen geben.

Eine der Beteiligten, die Kleeblatt-Förderschule aus Seelow, ist schon lange ein Partner des Schlosses, hat aber auch darüber hinaus noch weitere Kontakte nach Polen. "Wir fahren zu Sportwettkämpfen und zum Korbflechten, sind mit Musikprogrammen in Altersheimen zu Gast, aber auch im Rahmen der Berufsvorbereitung ab Klasse 7 regelmäßig in Polen", beschreibt Schulleiterin Silvana Schneider. Offenheit und Toleranz für andere Menschen, die sich dabei entwickeln, bleiben nach ihrer Meinung bei den Schülern fürs ganze Leben erhalten.

Junge Menschen, die sich auch nach der Schulzeit mit der Grenzregion identifizieren, die wissen, dass die Welt nicht am anderen Ufer der Oder zu Ende ist, und die Kontakte weiterentwickeln, wünscht sich auch Darius Müller. Gleichzeitig hat er in zahlreichen Gesprächen erfahren, wie schwer es ist, für solch eine Kooperation weitere Schulen zu gewinnen. "Man hört Klagen über vollgestopfte Lehrpläne, Stundenausfall und andere Probleme", sagt er. Trotzdem hat sich der 42-Jährige vorgenommen: "Wir fangen jetzt erst mal mit denen an, die Interesse haben."

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