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Expertin des Umweltamts informiert über Schutzmaßnahmen und Förderungen

Tierhalter fürchten den Wolf

Jörg Kühl / 05.04.2015, 05:16 Uhr
Beeskow (MOZ) In der Landschaft rings um Beeskow scheint sich ein Wolfsrudel zu etablieren. Diesen Zwischenstand der Ermittlungen hat eine Wolfsexpertin vom Landesumweltamt vor Landwirten vorgetragen. Diese sehen die Rückkehr der Tiere mit gemischten Gefühlen.

Nach einer DNA-Auswertung von Haarproben, die nach mutmaßlichen Wolfsrissen in Pfaffendorf und Birkholz eingesammelt werden konnten, hat sich der Verdacht bestätigt: Mindestens zwei Wölfe haben die eingegatterten Nutztiere gerissen. In Birkholz konnten die Proben zwei verschiedenen Tieren zugeordnet werden. Dies teilte Carina Vogel, Wolfsexpertin des Landesumweltamts, anlässlich der aktuellen Schulung zu den Agrarförderanträgen der Bauern des Kreises Oder-Spree im Beeskower Schützenhaus mit. Eine erste Identifizierung des Wolfes vorbehaltlich der DNA-Auswertung war anhand der mit bloßem Auge sichtbaren Indizien bereits kurz nach den Vorfällen erfolgt.

Carina Vogel versicherte, das Land werde Schäden an Nutztieren, die dem Wolf zuzuordnen sind, auch weiterhin entschädigen. Hierzu müsse allerdings die Urheberschaft des Wolfes zweifelsfrei nachgewiesen werden. Sie verwies auf den Rissbegutachter des Landes Brandenburg, Kay-Uwe Hartleb, der bei Verdacht auf Wolfsrisse hinzugezogen werden sollte. Hierzu sei eine "Risshotline" eingerichtet worden. Außerdem verwies sie auf die Broschüre "Wolf in Brandenburg", in der zum Beispiel dargestellt wird, wie Wolfsfährten zu dokumentieren sind.

Neben der Entschädigung für bereits eingetretene Risse informierte die Expertin über die Förderung vorbeugender Maßnahmen. Zu diesen gehören untergrabungssicher ausgeführte Gatterumfriedungen, elektrische Zaunkomponenten und - neu in der gerade anlaufenden Fördermittelperiode - Herdenschutzhunde. Letztere seien gegen Angriffe von Wölfen und Hunden sehr effektiv einzusetzen, allerdings eher für mittlere oder große Herden geeignet. "Wer nur zehn Schafe hat, muss schon ein großer Hundefreund sein, um sich dafür zu entscheiden." Die abschreckende Wirkung von Eseln werde vor allem in den USA geschätzt, aber hierzulande noch untersucht.

Einige der anwesenden Gäste zeigten sich von den Fördermöglichkeiten für Wolfsprävention und Entschädigungsleistungen bei Wolfsrissen nicht überzeugt. In den Wortmeldungen zeigte sich ein generelles Unbehagen über die Unterschutzstellung und damit Etablierung des Raubtieres in Brandenburg. "Es wird soweit kommen, dass Kinder vom Wolf gerissen werden", sagte ein Bürger aus Leißnitz. Einer Schäferin gehen vorbeugende Maßnahmen, wie die Elektrifizierung der Zäune, an der Sache vorbei: "Die Schafe werden beim Anblick des Wolfs so verrückt, dass sie in Panik jeden Zaun einreißen!" Ähnlich äußerte sich ein Landwirt, der Rinder im Freien hält: "Haben Sie schon mal eine durchgeknallte Mutterkuhherde gesehen?"

Eine Gesprächsteilnehmerin fragte, wann angesichts des Schutzstatus' des Wolfes dessen Population überhandnehme und welche Folgen das hätte. Carina Vogel antwortete, bei sich verknappendem Nahrungsangebot würden weniger Welpen geworfen, Jungtiere würden in diesem Fall verhungern.

Das letzte Wort hatte der Leiter des Landwirtschaftsamtes Oder-Spree, Max Krüger, der als Gastgeber die Agrarschulung mit anschließendem Infoblock leitete: "Der Wolf gehört genau wie der Biber unter das Jagdrecht." Er erhielt für diesen Satz viel Applaus.

Riss-Hotline zur Meldung von Übergriffen auf Nutztiere und Gatterwild: Telefon 0172 5641700

Kommentare

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DIANA 06.04.2015 - 23:11:58

@ egal

also so richtig funktionierst du nich mehr - aber auch gut , wenn am hellichten Tag mehrere Wölfe sich von jemandem mit dem Handy filmen lassen dann haben sie keinerlei Scheu mehr vor dem Menschen und würden ihn auch angreifen wenn sie es für notwendig erachten der Kommentar dazu vom Filmer von Mario Peters : ... " am Donnerstag zwischen Buckow und Lindenberg. Keine Angst vorm Menschen die Bande..... auchKommentar Mario Peters : Also nicht mehr allein bzw unbewaffnet in den Wald ... " sollte man sich wirklich mal anschauen damit man weiss womit man ab jetzt in der Gegend zu rechnen hat eine Alptraum freie Nacht und Weidmanns hail

egal 06.04.2015 - 19:48:47

seht euch al das Video von

@Mario Peters auf facebook an da sieht man ganz gut wie scheu die Wölfe sind

Diana 06.04.2015 - 17:46:42

unverständlich eigentlich

ausser das hier wieder mal aus nicht nachvollziehbaren Gründen Kommentare gelöscht wurden aber so ein Blödsinn wie von "Chris. Spinnidioterich" stehen bleibt möchte ich nur nebenbei bemerken dass die Feststellung ... Zitat Carina Vogel : ... " bei sich verknappendem Nahrungsangebot würden weniger Welpen geworfen, Jungtiere würden in diesem Fall verhungern " erst eintreten wird wenn in unseren Wäldern das Rehwild (Capreolus capreolus), das Damwild (Dama dama) und das Rotwild (Cervus elaphus) nicht mehr existiert - aber da gibt es ja noch die Gehege ... also wird es hier nie zu einer Verknappung kommen ... und Frau Vogel ist ja eine "Expertin" , dann muss es ja stimmen warum fallen wir Deutschen eigentlich immer von einem Extrem in´s andere ...

Rosa Linde I. 06.04.2015 - 17:36:28

Carina Vogel

Im großen und ganzen muss ich ihnen Recht geben.... Zitat: bei sich verknappendem Nahrungsangebot würden weniger Welpen geworfen, Jungtiere würden in diesem Fall verhungern. Ende. Also wird Vorsorge getroffen und alle Tiere wieder in den Stall. (Naja ist dann nicht mehr ganz das, was andere Tierschützer sich vorstellen...aber wir haben dann den Wolf). Wann setzt aber die Verknappung des Nahrungsangebotes für Wölfe ein bis seine Population zurückgeht? Oder sieht er auch den Menschen als Nahrung an? Ach ja , da gibt es dann den Herdenschutzhund...für die Herde Mensch.

Edeltraud Lademann 06.04.2015 - 13:04:48

"Mann der Wölfe" - Zitat aus einer Doku

Eine sehr aufschlussreiche Doku der ARD (nur noch bis 10.04.15 verfügbar!) beleuchtet Hintergründe zum Film über Berhard Grzimek, am Karfreitag ausgestrahlt. Ca. 30 Minuten lang wird darin darüber aufgeklärt wie solcherart Charaktertypen wie Berhard Grzimek ticken. Sie inszenieren sich als Gutmenschen und sind in Wirklichkeit fanatische Tierliebhaber und Selbstdarsteller. Es geht auch um Wölfe, die er eingesperrt im Vorgarten hält (Das war nur bei Erstausstrahlung zu sehen.) In der Doku läuft sein kleiner Sohn Michael mit angeleintem Wolf durch die Stadt. Der junge Tierarzt und Publizist Berhard Grzimek trifft zufällig auch auf Leni Riefenstahl als er mit dem Wolf unterwegs ist und sie ist fasziniert: "Ist der gezähmt?" und erhält die Antwort: "Ja, so halb. Aber meine Frau liegt jetzt im Krankenhaus weil der Wolf sie gebissen hat. Also so ganz ungefährlich ist er nicht." http://www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Grzimek/Das-Erste/Video?documentId=27498514&bcastId=799280

Isenhagen 06.04.2015 - 05:28:47

so schrieben unsere Vorfahren

Nach der Ofner Zeitung ist eine arme Bäuerin aus Tur nach dem Marktflecken Karád gegangen, um für ihren kranken Mann Arznei zu holen, aber sie kam nicht mehr zurück, und ist unterwegs von hungrigen Wölfen zerrissen und verschleppt worden. Ein gleiches Schicksal hatte ein kränklicher Bauer aus Gamas, der, um sich mit einem Arzte zu beraten, in ein benachbartes Städtchen gieng. - In Döbre geg wurde der Kaplan zu einem Kranken in das nächste Dorf geholt, aber unterwegs sammt dem Kutscher von den Wölfen zerriffen. In einigen Gegenden Polens haben sich die Wölfe bis in die Ortschaften geschlichen, um da mit einem Stück Vieh ihren Hunger zu stillen. Wie glücklich sind wir in unserem lieben Vaterlande Böhmen, wo die Wölfe längst ausgerottet sind, und uns überhaupt von keinem reissenden Tier ein Unglück bedroht. - - - Auch in Böhmen gab es sonst viele Wölfe, welche besonders im Winter, Fahrenden und Fußgehern auf Reisen Unglück und Tod drohten. Insbesondere haben die Wölfe im Jahre 1268 sehr überhand genommen, so daß sie selbst bis in die Dörfer und in die Schafställe gedrungen sind, und viele Menschen von ihnen zerrissen wurden. Der damalige König Przem ifl Ottokar befahl, daß überall im Lande tiefe Gruben gegraben, diese mit dünnem Reisig überdeckt, und auf dasselbe eine Gans oder Huhn, oder sonst ein Fleisch gelegt werden soll. Die Wölfe wollten diese Lockspeise holen, fielen aber, indem sie das dünne Reisig betraten, in die Grube, welche so tief war, daß sie aus derselben nicht entspringen konnten. Man konnte sie da leicht todtschlagen und verscharren. Seit dieser Zeit liest man in den Geschichtsbüchern nicht mehr, daß sich viele Wölfe in Böhmen aufgehalten hätten, und wenn ja einer aus Ungarn oder sonst woher sich in unser Vaterland verirrt, so sorgen unsere wackern Jäger dafür, daß er bald erschossen wird.

Chris. Spinnidioterich 06.04.2015 - 03:20:32

Ähh, Krötenzaun?

Gibt's den auch für Fuffis und Hunnis?

Christoph 06.04.2015 - 01:06:27

genau

krötenzäune sind es auch weil genau die selben spinner am werk sind dien den wolf jagen wollen

Reni Tent 06.04.2015 - 00:49:58

Wasn hier los?

Manche haben doch nichts weiter zu tun als hier in den Kommentaren so richtig Galle zu spucken. Bin auf die Schlagzeilen gespannt wenn Meister Isegrim sich das erste nicht angeleinte und ausgekniffene Schoßhündchen zum Frühstück gönnt oder viel schlimmer noch gleich den suchenden Besitzer. Dann ist das Geschrei wieder groß. Übrigens.....wenn ein Eindämmen der Wolfspopulation ein Eingriff in die Natur ist.....dann sind es Krötenzäune auch.

Wolfmensch 05.04.2015 - 23:41:56

in der

SRB (sozialistischen Republik Brandenburg) Nur zur Orientierung. Wauuuu ich werde gerade gejagt. Wie soviele andrs denkende.

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