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Bewegung an den Schäferpfühlen

Noch kann Wolfgang Schultz den Rasenmäher durchs Gartentor schieben.
Noch kann Wolfgang Schultz den Rasenmäher durchs Gartentor schieben. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Sabine Rakitin / 10.04.2015, 08:00 Uhr
Ladeburg (MOZ) Nach mehr als 15 Jahren soll es im unvollendeten Wohngebiet "An den Schäferpfühlen" weitergehen. Die im Süden des Viertels liegende Brachfläche wird parzelliert und mit Einfamilienhäusern bebaut. Die entsprechenden Pläne des neuen Investors wurden am Mittwoch im Ortsbeirat diskutiert.

"Wir sind froh, dass die Fläche weiterentwickelt wird", lässt Ladeburgs Ortsvorsteher Horst Seefeld am Mittwochabend keinen Zweifel daran, dass der Ortsbeirat der öffentlichen Auslegung des neuen Bebauungsplanes zustimmen wird. Der war für diese Sitzung noch einmal geändert worden, nachdem der Bernauer Stadtentwicklungsausschusses und auch der Ortsbeirat dafür plädiert hatten, das gesamte Areal als Allgemeines Wohngebiet einzutakten. So können die künftigen Grundstückseigentümer in ihren Eigenheimen nicht nur wohnen, sondern auch stille Gewerbe ausüben. Ursprünglich war das nicht vorgesehen.

Ob allgemeines oder reines Wohngebiet ist für die Ladeburger, die bereits "An den Schäferpfühlen" wohnen, weniger von Interesse. Ihnen geht es vor allem darum, wie das neue Baugebiet in in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft erschlossen wird. Der von Andrea Müller, Mitarbeiterin des Bernauer Stadtplanungsamtes, vorgestellte Bebauungsplan sieht zwei öffentliche Straßen mit einer Breite von 8,10 Meter und einem einseitigen Gehweg - "Typ Anliegerstraße", sagt Andrea Müller - vor. Nach Fertigstellung durch den Investor würden diese an die Stadt übergeben, erklärt sie. Darüber hinaus gebe es noch mehrere Wohnwege, die die insgesamt 38 neuen Grundstücke verbinden sollen. Diese blieben allerdings privat. "Sie gehen anteilmäßig ins Eigentum der jeweiligen Anlieger über", erklärt Andrea Müller.

Beruhigen kann das die langjährigen Anwohner des bereits bestehenden Wohnviertels jedoch nicht. Eine zurzeit noch vorhandene Straße "verschwindet" mit dem neuen Baugebiet und hängt ein bewohntes Grundstück gänzlich ab. Auch die Mietergärten werden nach den Bauplänen künftig nur noch durch die Wohnungen zu erreichen sein, denn die neuen Grundstücke grenzen unmittelbar an die bereits vorhandenen. "Die kommen nicht mehr aus ihren Gärten", stellen mehrere Ladeburger am Mittwochabend im Ortsbeirat fest. "Ein Wegerecht ist nicht vorgesehen", bestätigt Andrea Müller. "Das gibt ja Mord und Totschlag", prophezeit Ortsvorsteher Seefeld. "Unser Ziel muss es sein, dass alle Straßen und Wege dort sind, wo sie hingehören", sagt er. Rathausmitarbeiterin Müller versucht, die Gemüter zu beruhigen. Bei der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanes könnten die Ladeburger ihre Bedenken geltend machen, sagt sie. Und: "Im Rahmen der öffentlichen Beteiligung müssen wir gucken, ob die Erschließung gesichert ist". "Ich habe gedacht, dass man das vorher klären kann, angesichts des Ärgers, der da auf uns zukommt", sagt ein Ladeburger. Er und die anderen Anwohner der Schäferpfühle halten es zudem auch nicht für einen Zufall, dass alle Bestandsbauten ausschließlich durch Privatstraßen erschlossen werden sollen. Sie befürchten, dass sie noch einmal zur Kasse gebeten werden sollen. Dabei hatten sie bei Erwerb ihrer Grundstücke die Erschließung schon einmal bezahlt.

Andrea Müller kann den Betroffenen ihre Befürchtungen nicht nehmen. Sie sei nur vertretungsweise da, sagt sie, weil sowohl Amtsleiterin als auch zuständiger Sachbearbeiter Urlaub hätten. Aber sie verspricht, die Einwendungen der Ladeburger mit ins Rathaus zu nehmen.

Nach gut 45 Minuten Diskussion ist alles gesagt. Die Mitglieder des Ortsbeirates stimmen ab. Sie entscheiden sich einhellig für die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfes "An den Schäferpfühlen". Darin enthalten ist übrigens eine Fläche, die ein Kinderspielplatz werden soll. Da es keine rechtlichen Möglichkeiten gebe, den Investor zur Errichtung des Spielplatzes zu zwingen, werde die Stadt die Aufgabe übernehmen. Dazu müsse sie allerdings erst das Grundstück erwerben, teilte Andrea Müller den Ladeburgern noch mit.

Am kommenden Mittwoch wird sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr mit den Bauplänen für die "Schäferpfühle" beschäftigen.

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