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30.04.2015 17:02 Uhr

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8. Mai künftig in Brandenburg Gedenktag

Potsdam (dpa) Der 8. Mai ist in Brandenburg künftig Gedenktag der Befreiung vom Nationalsozialismus und des Endes des Zweiten Weltkrieges. Das beschloss der Potsdamer Landtag am Donnerstag. Damit solle vor allem auch in der jüngeren Generation die Erinnerung an die Gräuel des Nazi-Regimes und der Millionen Kriegstoten wachgehalten werden, erklärte der Linken-Abgeordnete Volkmar Schöneburg in der Debatte über das Gesetz. Dies gelte umso mehr, weil bald keine Zeitzeugen mehr lebten, die von ihren schrecklichen Erfahrungen in den Konzentrationslagern berichten könnten.

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In einer Feierstunde gedenkt der Potsdamer Landtag der Millionen Toten des Zweiten Weltkriegs und der Befreiung vom Nationalsozialismus.

© dpa

Ab dem kommenden Jahr soll es dann in Städten und Gemeinden im ganzen Land Projekte der Erinnerung geben. Auch die CDU unterstützte die Festlegung eines Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus. Ihr Antrag, dafür den 23. April als Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Sachsenhausen zu nehmen, fand jedoch keine Mehrheit.

Zuvor hatte der Landtag in einer bewegenden Feierstunde des Kriegsendes gedacht. "Wir müssen dafür Sorge tragen, dass nie wieder von Deutschland aus die Welt mit Krieg, Tod und Leid überzogen wird", sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). "Der 8. Mai symbolisiert diesen Auftrag mehr als jedes andere Datum."

"Wir gedenken der sechs Millionen Juden, die in den Konzentrationslagern ermordet wurden, der Sinti und Roma, der Homosexuellen und Behinderten", sagte Landtagspräsidentin Britta Stark in ihrer Ansprache. "Wir dürfen keinen einzigen dieser Toten vergessen. Die Geschichten dieser Toten sind unsere Geschichten." Nur in der aufrichtigen Auseinandersetzung mit ihnen könnten die Nachgeborenen die Verantwortung übernehmen, dass so etwas nie wieder geschehen könne.

Am Rednerpult berichtete auch der 80-jährige Filmregisseur Juraj Herz aus Prag von seinem Schicksal. Er war mit seinem Eltern ein halbes Jahr vor dem Kriegsende aus einem slowakischen Dorf verschleppt worden und erlebte als Kind die Befreiung im Konzentrationslager Sachsenhausen durch sowjetische Soldaten. "Ich hätte mir da nicht vorstellen können, dass ich hierherkommen und Ihnen diese Geschichte erzählen werde", sagte Herz.

Nach fünf Wochen Fußmarsch inmitten der Kriegswirren sei er wieder in seinem Heimatdorf angekommen und dort wieder auf Vater und Mutter getroffen. Nach wie vor liebe er die deutsche Sprache, in der sein Vater ihm immer vorgelesen habe, sagte Herz. Und bis heute hat er die tschechische und deutsche Staatsbürgerschaft. "Weil ich mich auch als Deutscher fühle", sagte Herz.

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