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Gesungen, getanzt, gespielt

Theaterstück: Mitglieder der Singakademie stellten in historischen Kostümen die Gründung vor 200 Jahren nach. Fräulein Bennecke (Doreen Paulmann/rechts) Fräulein Krahmer (Annelie Colta) gehörten ebenso zu den Gründungsmitgliedern wie Dr. Petersen (Jens He
Theaterstück: Mitglieder der Singakademie stellten in historischen Kostümen die Gründung vor 200 Jahren nach. Fräulein Bennecke (Doreen Paulmann/rechts) Fräulein Krahmer (Annelie Colta) gehörten ebenso zu den Gründungsmitgliedern wie Dr. Petersen (Jens He © Foto: René Matschkowiak
René Matschkowiak / 03.05.2015, 23:50 Uhr
Frankfurt (MOZ) Ein großes Festwochenende liegt hinter Frankfurt. Am Sonnabend lud die Singakademie zum Konzert und Festball ein. Sonntag folgte in der Konzerthalle das Frühlingssingen.

Es war im August 1815. Da saßen die Gründungsmitglieder zusammen und riefen die Frankfurter Singakademie ins Leben. Dass 200 Jahre später Geburtstag gefeiert werden wird, damit hat damals wohl keiner gerechnet. Kriege lagen dazwischen, Wirtschaftskrisen, alle möglichen Gesellschaftsformen. Egal, gesungen wurde immer in Frankfurt.

Schon Freitagabend ging es los. Bei der Probe zu Carmina Burana trafen in der Konzerthalle erstmals viele ehemalige und aktive Sänger der Singakademie zusammen. Es war so voll, dass die Bühne nicht ausreichte. Die Frauen sangen vom Zuschauerraum aus. Die Männer vom Podium. Anne Rademacher kam extra aus Erfurt angereist. 1993 hatte sie die Singakademie und Frankfurt wegen ihres Studiums verlassen. Allerdings prägte sie der gemeinsame Gesang so sehr, dass sie sich in Erfurt einen neuen Chor suchte.

So ging es auch Anja Margraf, die von 1990 bis '97 im Frankfurter Chor gesungen hatte. "Es war eine tolle Atmosphäre", sagte sie nach der Probe. Ein wenig Lust bekam sie schon, in Frankfurt wieder zu singen. Aber der Anfahrtsweg von Berlin zu den Proben sei doch etwas weit.

Zur Aufführung am Sonnabend standen, passend zum Geburtstag, etwa zweihundert Sänger auf der Bühne der Messehalle. "Carmina Burana ist schon etwas Besonderes", sagte Sylvia Neumann. "Mit derart vielen gemeinsam zu singen ist ein sehr erhabenes Gefühl".

Auch Rudolf Tiersch, Leiter der Singakademie, war mehr als zufrieden. "Es war toll. Wir haben in der Masse noch nie auf diesem Niveau gesungen". Wolfgang Flieder, Chef der Oderhähne, moderierte die anschließende Gala in den Messehallen und sprach von einem Konzert der Superlative und von Gänsehaut pur, die man beim Zuhören bekommen hatte.

Ein Höhepunkt jedoch ließ noch auf sich warten. Aufwendig recherchiert stellten die Mitglieder ein Theaterstück auf die Beine, welches die Gründungsstunden nacherzählte. Zeitgenössische Kleidung war dabei ebenso auf der Bühne zu sehen wie Möbel aus dieser Zeit, vom Kleist-Museum ausgeliehen. Olaf Sawall, einer der Darsteller, hatte mit den anderen seit Januar geprobt. "Man steht da schon relativ allein auf der Bühne", sagte er. Ganz im Gegensatz zum Chor. Die Posen sind viel Größer, aber es hat großen Spaß gemacht. "Schade, dass das Stück, nur einmal aufgeführt, nicht mehr zu sehen ist."

Moderator Wolfgang Flieder sprach nach der Darbietung mit Augenzwinkern vom Nachfolge-Ensemble des Kleist-Theaters. Und Kulturdezernent Markus Derling meinte, dass die Singakademie eben nicht nur mit Gesang, sondern auch mit einer hervorragenden Qualität - und das über Generationen hinweg - das Kulturleben der Stadt bereichert. Nach dem Buffet mit Lachs und Hähnchenfilet wurde getanzt bis in die Nacht.

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