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Tunesier ins Krankenhaus geprügelt

Tatort: Der nächtliche Überfall passierte in der Tornower Straße in Höhe des Toilettenhäuschens.
Tatort: Der nächtliche Überfall passierte in der Tornower Straße in Höhe des Toilettenhäuschens. © Foto: MOZ
Steffen Göttmann / 18.05.2015, 19:11 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Wie erst am Montag bekannt wurde, ist vor einer Woche in Bad Freienwalde ein Tunesier zusammengeschlagen und schwer verletzt worden. Die Polizei bestätigte einen "fremdenfeindlichen Hintergrund". Der Staatsschutz habe die Ermittlungen aufgenommen, heißt es.

Die Tat passiert nach der großen Party anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr. Die gebürtige Bad Freienwalderin Christine Rüstig (Name geändert) macht sich gegen 2.30 Uhr mit ihrem Mann, einem 33 Jahre alten Tunesier, und ihrem 39-jährigen Bruder auf den Heimweg durch die Königstraße.

Zwei junge Frauen und zwei junge Männer, alle um die 25 Jahre, verfolgen die Gruppe auf der anderen Straßenseite. Zuerst bleibt es bei verbalen Attacken. Als "Kanacke" muss sich der Tunesier unter anderem beschimpfen lassen. Er lebt seit sieben Jahren in Bad Freienwalde und geht schon immer einer geregelten Arbeit nach. Als eine der Frauen aus der Angreifergruppe provozierend die Jacke öffnet, ruft der 33-Jährige: "Ich schlage doch keine Frauen." Und läuft unbeirrt weiter.

Als Christine Rüstig und die beiden Männer zur Tornower Straße abbiegen, scheint sich die Situation zu beruhigen. "Doch dann sprangen ihm die Männer in den Rücken", berichtet Christine Rüstig. Er und ihr Bruder verteidigen sich und können die Angreifer noch auf Distanz halten. Christine Rüstig flüchtet in Richtung des Toilettenhäuschen und versucht von dort die Polizei anzurufen. Doch eine der Frauen schlägt ihr das Handy aus der Hand und holt sie von den Beinen. Dennoch gelingt Christine Rüstig die Flucht, sie läuft zum Polizeirevier. "Doch es öffnete niemand." Doch da rollt ein Funkstreifenwagen heran. Christine Rüstig springt auf die Straße und bittet die Beamten um Hilfe, die dann auch unverzüglich zum Ort des Geschehens eilen.

Die beiden Beamten stellen sich schützend vor die beiden Opfer. Inzwischen haben auch die Angreifer, die Christine Rüstig als "Nazis" bezeichnet, Verstärkung geholt. Zu sechst greifen sie die beiden Männer an, indem sie mit Fahrrädern zwischen den Beamten durchfahren und dann auf die Opfer einschlagen. Auch ein Polizeibeamter wird dabei leicht verletzt.

Christine Rüstig bittet die Polizisten, Verstärkung zu rufen. Es sei gerade kein anderer Funkstreifenwagen da und müsse erst von Strausberg angefordert werden. Die Frau kann nicht verstehen, warum die Beamten weder einen Schlagstock, noch Pfefferspray einsetzen. Die Polizisten versichern der Frau, die Täter seien polizeibekannt und könnten sich dadurch ihrer Strafe nicht entziehen. Den Beamten sei es aber gelungen, einen Krankenwagen anzufordern, berichtet Christine Rüstig. Als dieser mit Blaulicht und Martinshorn eintrifft, flüchten die Angreifer.

Christine Rüstigs Bruder wird schwer verletzt. Er erleidet einen Bruch des Jochbeins und muss operiert werden. Im Krankenhaus in Eberswalde wird ihm das Gesicht gerichtet. Ihr Mann erleidet eine Platzwunde und schwere Gesichtsverletzungen.

Ingo Heese, Sprecher der Polizeidirektion Frankfurt (Oder), bestätigt in groben Zügen den Tathergang und die Verletzungen. Es seien mehrere Anzeigen gefertigt worden, unterstreicht er. Dass die Verstärkung nicht kam, will er so nicht bestätigen. "Wir hatten parallel zwei Funkstreifenwagen da und ein dritter kam hinzu", sagt der Polizeisprecher. Heese bestätigt, dass der Vorfall einen "ausländerfeindlichen Hintergrund" habe, deshalb sei der Staatsschutz eingeschaltet worden. Es sei indes keine Absicht gewesen, die Öffentlichkeit nicht zu informieren. Die Polizei sei gerade bei politischen Straftaten im Hinblick auf ihre Öffentlichkeitsarbeit sehr offensiv.

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Brat Pfannenwalde 20.05.2015 - 17:44:34

@Linker Wichtigtuer

Schlimm genug, dass insbesondere die linke Klientel hiergeblieben ist. Man sieht ja nun das Ergebnis für die Kurstadt unter dem Einfluss von linken Schnapsideen.

Mal ne Frage 20.05.2015 - 15:47:55

@MOZ

"Die Märkische Oderzeitung löscht vor allem Kommentare, die Menschen beleidigen und verleumden. Wir wollen nicht, dass unsere Seiten für rechtsradikale Propaganda oder andere extremistischen Parolen missbraucht werden." Ist das nicht arg einseitig und undemokratisch, zu malö die linksradikale Propaganda hier in den Kommentarfunktionen stets und ständig vertretn ist und häufig ausfallend wird. "Wortwahl jeglichem menschlichen Anstand widerspricht"

Felix Krause 20.05.2015 - 14:54:10

Wasser findet immer einen neuen Weg - danke Maria

Und man darf befürchten, dass die MOZ auch Ihren Kommentar wieder löscht ... Präventive Editierung: eine hohe Dunkelziffer, anstatt "ohne"

Maria Gerlach 20.05.2015 - 14:41:59

@ 20.05.2015 12:07:03 MOZ/Steffen Göttmann - Löschpraxis der MOZ

"Zur Jagd auf Wölfe und Biber aufruft" Wer diese Tiere bejagen darf und wer nicht, steht immer noch in Gesetzen. Ihre Auslegung der Jagd durch jedermann ist also unbestritten nicht gesetzeskonform. "Meinungsfreiheit" Wenn ich einen thread deart zerstückele, dass jeglicher Zusammenhang fehlt, kann keine Meinungsbildung anhand des Artikels und der Kommentare statt finden. Und wenn ich dann nur noch die MOZ-genehme(n) Meinung(en) stehen lasse, dann ist das schlicht Meinungsmanipulation. Auch mir ist der gestrige Tag, als Beispiel, wie vermutlich vielen anderen Lesern auch, nicht entgangen, als sie den rein sexuell getönten Seelower Bürger eine Plattform boten, die in der unverkennbaren Mehrheit der Bürger keine Zustimmung fand. Und die beiden Botschaften des gestrigen Tages bleiben bestehen: 1) Schulen müssen geschützte Orte bleiben. 2) Niemand hat das Recht seine Sexualitätsvorstellungen den anderen aufzudrängen oder / und als Alleinstellungsmerkmal zu präsentieren. 3) Und die dritte, die durch Schließung des thread nicht mehr möglich war, lautet: Es gibt ohne hohe Dunkelziffer von Bürgern, die Sexualität hassen und die Sexualität nicht erleben können; und dies vom Säugling bis zum Greis. Niemand von denen käme auf die Idee, deswegen bunte Fahnen ans Rathaus zu hängen. Weshalb Sie dann bspw. "Waltraud" löschten, oder Chris, der hier in Englisch schrieb, verstehen Sie wahrscheinlch selbst nicht. "Anonymität im Internet" Hier informieren Sie sich bitte, was der Gesetzgeber und die Rechtssprechung vorgibt.

MOZ/Steffen Göttmann 20.05.2015 - 12:07:03

@ Maria Gerlach

Die Märkische Oderzeitung löscht vor allem Kommentare, die Menschen beleidigen und verleumden. Wir wollen nicht, dass unsere Seiten für rechtsradikale Propaganda oder andere extremistischen Parolen missbraucht werden. Deshalb wird es immer wieder Löschungen geben, wenn unter dem Deckmantel der Anonymität Dinge verbreitet werden, die durch die Meinungsfreiheit nicht mehr gedeckt sind oder wenn die Wortwahl jeglichem menschlichen Anstand widerspricht. Für mich ist es noch immer ein gravierender Unterschied, ob jemand zur Jagd auf Wolf und Biber aufruft, oder Menschen verunglimpft oder herabwürdigt.

Maria Gerlach 19.05.2015 - 20:17:20

Warum leider?

Jeder Kommentar sollte willkommen sein. Nur die MOZ lässt durch irrsinnige Löschungen in vielen Fällen keine Meinungsbildung zu oder verzerrt sie. Aufrufe zur Biber- und Wolfstötung werden geduldet und Bürger, die sich gegen Sexuelle in Seelow wehren, werden gelöscht. Diese Zeiten kennt Deutschland schon. Mich schüttelt es, was ich hier die letzten vier Tage so beobachte.

Linker Wichtigtuer II 19.05.2015 - 20:14:02

@Wolle-11

Ihr Text beinhaltet drei Rechtschreibfehler.

WolLe-11 19.05.2015 - 20:01:09

Leider verschwinden....

...hier so Einige mit Grips. Das sieht man schon an der Rechtschreibung. Das es immer wieder Leute gibt, die zu gerne auf Andere verweisen. Ich mußte ganz einfach mal meinen Senf dazu geben.

Erich 19.05.2015 - 19:33:47

Früher wäre das anders gewesen

Die Nazis wären ins VPKA gekommen und hätten sich erstmal in ihre Zellen schlafen gelegt. Am nächsten Tag wären sie von den Genossen der Staatssicherheit abgeholt worden. Dort hätten Sie das nächste halbe Jahr unter humanen Bedingungen in U-Haft gesessen und nach ihrem Prozeß für die nächsten drei Jahre in Bautzen oder Hoheneck verschwunden. Dort hätte man sie zu ordentlichen DDR-Bürgern erzogen. So macht man das mit dem rechten Gesindel.

linker wichtigtuer 19.05.2015 - 18:57:40

@bratpfanne

schau in den spiegel! in b.f. gibt es genügend ja-aber-rassisten. das problem ist, sie wissen nicht, dass sie welche sind. da fehlt halt einfach der grips für... ... und die mit grips verschwinden hier leider. alles gute den verletzten!

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