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Detlef Klementz 22.05.2015 07:05 Uhr
Red. Strausberg, strausberg-red@moz.de

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Vieles drehte sich um das Schlossgut

Altlandsberg (MOZ) Das Großprojekt Schlossgut und die Finanzen der Stadt waren die beiden zentralen Themen, zu denen die vier Bewerber um das Bürgermeisteramt auf dem Wahlforum am Mittwochabend in der Schlosskirche befragt wurden. Das Interesse der Altlandsberger war groß.

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Reges Interesse: Den Fragen von Moderator Gerald Meyer (3. v. l.) und den Bürgern stellten sich André Witkowski, Andrea Retzke, Mirko Prinz und Arno Jaeschke (v. l.). Mit dabei: Altlandsberg Ortsvorsteher Ravindra Gujjula

© MOZ Gerd Markert

So voll würden sich die Verantwortlichen die gerade eröffnete Schlosskirche auch bei anderen Veranstaltungen wünschen. Mit rund 240 Besuchern war die Kapazität des Gebäudes praktisch ausgelastet. Mancher, der oben auf der Empore Platz genommen hatte, stieg aber bald schon die Treppen wieder hinunter - was über die Lautsprecher verbreitet wurde, war nur schwer verständlich.

Moderator Gerald Meyer vom rbb hatte eingangs angekündigt, den Bewerbern Andrea Retzke, Mirko Prinz (beide Einzelvorschläge), Amtsinhaber Arno Jaeschke (nominiert durch die CDU) und André Witkowski (unterstützt von SPD und Linke) in etwa gleich viel Redezeit einzuräumen. Witkowski konnte sich denn aber doch deutlich länger erklären, wie Besucher anschließend feststellten.

Vieles drehte sich in den gut zwei Stunden um das Großprojekt Schlossgut. Mirko Prinz sprach sich angesichts der angespannten Finanzlage einmal mehr für einen Baustopp und eine Bürgerbefragung zur Zukunft des Projekts aus. Das Gutshaus zeige doch, "dass es nicht läuft".

André Witkowski will dagegen die Dinge zu Ende bauen. Ein Hotel mache Sinn. Andernfalls würden die Gäste, die im Brau- und Brennhaus feierten, anschließend wieder heimfahren. Andrea Retzke war in dem Punkt zurückhaltender und verwies auf die wirtschaftlichen Risiken. Vor einer Entscheidung über das weitere Vorgehen brauche die Stadt einen Haushalt.

Angesichts der vielen Zahlen, die genannt und wieder dementiert wurden, verwies die Kandidatin auf den Vorentwurf zum Haushalt, in dem der Kämmerer von einem Anstieg der Pro-Kopf-Verschuldung von derzeit 281 auf 1271 Euro spreche. Jaeschke wollte diese Zahl nicht dementieren, sprach aber vom "schlimmsten Fall", der immer zugrunde gelegt werde. Inzwischen würden die Zahlen "so nicht mehr stimmen". Auf MOZ-Nachfrage bezifferte der Bürgermeister mit Blick auf das Schlossgut die Höhe der jährlichen Betriebs- und Unterhaltskosten für das Gutshaus mit Stadtinfo auf 290 000 Euro, für die anderen Gebäude auf 40 000 Euro sowie für den geplanten barocken Schlossgarten und Irrgarten auf knapp unter 100 000 Euro.

Irgendwann riss einem Bürger der Geduldsfaden. Das Schlossgut-Projekt sei doch durch, er wollte von konkreten Vorhaben hören. Jaeschke verwies auf den Radweg Gielsdorf-Strausberg, der im kommenden Jahr begonnen werden solle, und auf die nötige Kita-Sanierung. Auch Prinz, der noch Straßenbau und Feuerwehren ansprach, und Raetzke, die zudem einen Bauhof schaffen und einen Bürgermeisterstammtisch anschieben will, sehen den Sanierungsbedarf. Witkowski möchte, dass die Altlandsberger wieder zufrieden und stolz auf ihre Kommune sind.

Gleich mehrfach beklagten Unternehmer den mangelnden Kontakt seitens der Verwaltung. Kontakte würden nur gesucht, wenn wieder mal ein Container gesponsert werden soll, kritisierte ein Firmenchef unter Beifall. Während Jaeschke für die Zukunft Besserung versprach, betonten seine drei Mitbewerber übereinstimmend die Bedeutung des örtlichen Gewerbes für die Entwicklung der Stadt.

Gleiches taten sie für das Ehrenamt, wobei sie die von Bürgern monierten großen Defizite bestätigten. Jaeschke kündigte an, der von den Stadtverordneten für 2013 und 2014 ausgesetzte Tag des Ehrenamts soll künftig wieder durchgeführt werden.

Befragt zu den fehlenden Parkflächen vor der Stadtschule, sagte Jaeschke, er wolle "im vernünftigen Kostenrahmen weiterkommen". Kritik an seinen Überlegungen von einer gymnasialen Oberstufe wies er zurück. Angesichts des Zuzugs und der wachsenden Kinderzahlen - die Anzahl der Schüler erhöhte sich demnach seit der Wende von 320 auf 700 - seien solche Gedanken durchaus statthaft.

Auch seinen Vorstoß bezüglich einer Poliklinik und einer U-Bahn-Verlängerung verteidigte er. Dabei gehe es erst einmal um die Schaffung der planungsrechtlichen Grundlagen.

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