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Museums-Doppeldecker ist fertig

Wie beim neuen Flieger: Mit einem "Roll out" aus dem Hangar präsentierte der Förderverein Flugplatzmuseum den rekonstruierten Doppeldecker AN 2.
Wie beim neuen Flieger: Mit einem "Roll out" aus dem Hangar präsentierte der Förderverein Flugplatzmuseum den rekonstruierten Doppeldecker AN 2. © Foto: Uwe Spranger
Uwe Spranger / 22.05.2015, 18:04 Uhr - Aktualisiert 22.05.2015, 18:20
Strausberg (MOZ) Es ist vollbracht: Mit dem "Roll out", dem Ausfahren aus dem Hangar, ist am Donnerstagnachmittag die Rekonstruktion des Doppeldeckers AN 2 für das Flugplatzmuseum offiziell abgeschlossen worden. Zu der Zeremonie waren rund 100 Gästen gekommen, darunter Ehrenbürger Sigmund Jähn.

Normalerweise findet so ein "Roll out" statt, wenn ein neues Flugzeug erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wird. Die Maschine, die der Förderverein Flugplatzmuseum vorstellte, war zwar nicht ganz neu, wohl aber neu aufgebaut. 2013 musste die 1968 in Polen montierte "Anna", die zu DDR-Zeiten für die Gesellschaft für Sport und Technik flog und nach der Wende für Rundflüge eingesetzt wurde, wegen Triebwerksausfall auf einem Feld bei Nauen notlanden. Beim Bremsen sackte das Fahrwerk in den Boden, das Flugzeug überschlug sich. Die Insassen blieben unverletzt, aber die AN 2 war für die Fliegerei nicht mehr zu gebrauchen.

Präsentation des rekonstruierten Doppeldeckers AN 2 für das Flugplatzmuseum Strausberg
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Doppeldecker

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Horst Hörmann vom Förderverein hörte davon und begeisterte seine Kollegen für den Plan, das Wrack als Museumsflugzeug wieder aufzubauen. Schließlich verkehrten Maschinen dieses Typs seit 1953 auf dem Flugplatz Strausberg, sei jeder frühere NVA-Pilot mindestens einmal mit dem "Dinosaurier der Luftfahrt" geflogen, wie Hörmann die AN 2 bezeichnete. Der Verein konnte auch die Geschäftsführung des Museumsträgers Strausberger Eisenbahn für den Plan gewinnen. Für den "Restwert", einen mittleren vierstelligen Betrag, wurde die AN 2 erworben.

Mehrere tausend Arbeitsstunden haben allein die Fliegerei-Fans in den vergangenen 21 Monaten geleistet, damit die "Anna" beim Flugplatzfest zum 775. Stadtjubiläum erstmalig Interessierten gezeigt werden kann. Ähnlich viel Zeit investierten MAE-Kräfte der am Flugplatz ansässigen Gesellschaft für berufliche Aus- und Weiterbildung (GBA). Deren Chef Wolfgang Schulz hatte aus der MOZ von dem Projekt erfahren, stellte eine beheizte Halle zur Verfügung. Die GBA konnte zudem das Jobcenter für eine geförderte Maßnahme gewinnen. "Ganz unbürokratisch", bescheinigte Schulz. Und Bürgermeisterin Elke Stadeler habe bescheinigt, dass der Flieger der Öffentlichkeit zugute komme.

Zudem kam Unterstützung von Firmen, die Sonderpreise machten oder ganz auf Geld verzichteten. Und die bfw-Bildungsstätte Berlin hatte mit Umschülern zum Fluggerätemechaniker großen Anteil an der Bergung nach dem Unfall. Stellvertretend für alle Beteiligten nannte Fördervereinschef Horst Prommersberger neben Hörmann auch Dieter Borchardt, Uwe Günther, Wolfgang Jorek, Jacob Holldorf, Harald Kammler, Rüdiger Kramer, Jürgen Lange, Günter Masche, Dieter Meusel, Eckehard Munte, Holger Tiedemann und Peter Thalacker.

Landrat Gernot Schmidt, Kreistagsvorsitzende Sibylle Bock und Elke Stadeler würdigten das Wirken aller Engagierten. Der Platz habe nun eine weitere Attraktion, bescheinigten sie. Nach den Grußworten bekam STE-Chef Andreas Gagel als neuer Eigentümer vom bisherigen Besitzer Henning Lueg die Dokumentation samt Bordbuch.

Uwe Mägdefrau von der GBA, der die AN 2 mit dem Radlader bereits aus dem Hangar gezogen hatte, bugsierte sie schließlich auf eine vorläufige Parkposition. In den nächsten Tagen wird sie neben dem Tower postiert, kann dann bei Führungen im Flugplatzmuseum angeschaut werden.

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Nikki 29.05.2015 - 17:55:59

Nun ist es raus...

jetzt ist noch die intellektuelle Einordnung vorgenommen worden, von die da unten, die sich naiv über tuchbespanntes fliegendes Holz freuen und denjenigen, die scheinbar als intellektueller Guru über diese Dingen denken zu stehen. Mehr Überheblichkeit geht nicht, das gibt Durchblick auf versuchte elitäre Verbalverrenkung... so kommt es an und was hat das mit Souveränität zu tun!

der Hans 28.05.2015 - 22:43:36

@Strausbergerin

"Wenn jedoch aus der Herrichtung eines 18000 fach gebauten Fliegers so ein Politikum gemacht wird..." Die AN 2 kenne ich nur als ein Flugzeug, das als Agrarflieger zur Düngung und zu Schädlingsbekämpfung (damit meine ich jetzt keine Menschen) aus der Luft, eingesetzt wurde. Ja sich war sie auch als Flieger bei den Streitkräften das Ostblocks eingesetz, aber auch als Schulungsfugzeug bei der GST und der Interflug. Viele, wenn nicht sogar alle Interflugpiloten haben auf der AN 2 gelernt. Diese fast unverwüstliche Maschine tut heute noch irgendwo ihren Dienst. Aber ganz ehrlich: ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Denn wenn irgendwo in Deutschland eine 'gute alte Tante JU' (Junkers Ju 52) wieder aufgebaut wird, egal woher sie geholt wurde, und ein Bericht darüber in den Medien erscheint, dann gibt es doch auch kein Geschrei und Gezeter. Leute, laßt die Kirche im Dorf.

Strausbergerin 28.05.2015 - 14:56:31

Kritik unerwünscht!

Ja @ T.SALKIN sie haben mit Ihrer Aussage recht. Irgendwie ist für einige alles noch wie früher. Nur dass jetzt der Bürger seine Meinung auch über Presseberichte äußern darf. Ihre offensichtlichen Probleme damit gipfeln in der Aufzählung der entsprechende Gesetzlichkeit. Sehen Sie mir es bitte nach, das ich Ihre offene Entrüstung über die geschaffenen Meinungsfreiheit nicht teilen kann. Die Gesellschaft muß ja auch mit Ihren, mehr oder weniger wertvollen Ausflüssen leben. Und auch das ist wie früher: Hunde bellen! Vor allem wenn sie getroffen wurden! Ihre Reaktion auf die vorgebrachte Kritik lässt der Interpretation nicht viel Raum! Natürlich werden hier nicht alle Verdächtigen unter Generalverdacht gestellt. Dieser Vorwurf wäre unberechtigt und läuft ins leere. Jedem steht es frei, sich die Jacke anzuziehen, die ihm passt! Zur Wahrnehmung der kindlich naiven Faszination darüber, dass stoffbespanntes Holz fliegen kann, kommt es je nach Bildungsstand sicherlich zu unterschiedlichem Reaktionen. Wenn jedoch aus der Herrichtung eines 18000 fach gebauten Fliegers so ein Politikum gemacht wird, dass sich die örtliche Presse genötigt fühlt, darüber häufig und umfänglich zu berichten, dann ist das schon mehr als merkwürdig! Merkwürdig auch, wenn es hierzu nichts zu verbergen gäbe, sollte doch souveräner mit Kritik umgegangen werden können.

T. Salkin 26.05.2015 - 00:24:18

Von der Rolle?

@Strausbergerin@Es geht nur um einen Gegenstand, Material, diese Anna Zwo.... Die Geschichte hat uns gelehrt, dass Maschinenstürmer immer unterlegen waren. Wenn Sie nach 25 Jahren Ihre Vergangenheit noch nicht bewältigt haben, ist das bedauerlich aber Ihre Sache. Das was Sie hier versuchen zu machen geht schon in die öffentliche Ehrabschneiderei, indem Sie alle Beteiligten an der Anna Zwo unter Generalverdacht stellen. Da hilft natürlich die Mauer der Anonymität, hinter der Sie sich verbergen, um Ihren Gesinnungsfeldzug zu starten. Eigentlich wie früher...! Aber auch das ist inwischen seit 25 Jahren durch Art.5 GG (Meinungsfreiheit) geschützt und der Rest der Menschheit muss mit dem Müll leben.... Wissen Sie eigentlich wie ein Flugzeug gebaut wird und warum es fliegt - mal ehrlich? Das faziniert mehr als Ihr Geschreibsel! T. Salkin

der Hans 25.05.2015 - 23:44:43

AN 2

Über was regt ihr euch auf? Hab mal bei Google nachgeschaut... "Die An-2 wurde vom damaligen sowj. Ministerium für Land- und Forstwirtschaft in Auftrag gegeben. Sie ist ein Mehrzweckflugzeug und der größte im Einsatz befindliche einmotorige Doppeldecker der Welt. Die An-2 wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in der UdSSR entwickelt und wird sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke bis heute genutzt. Es wurden bis 1992 etwa 18.000 An-2 gebaut. Die An-2 wurde an alle Staaten des Warschauer Pakts geliefert, einschließlich der DDR, die 74 Exemplare bei GST, NVA und Interflug einsetzte. Weitere Nutzer sind/waren Afghanistan, Ägypten, Frankreich, Griechenland, Indien, Kuba, Mali, die Mongolei, Nepal, die Niederlande, der Sudan und Tunesien. Zahlreiche Exemplare der An-2 sind auch heute noch in flugfähigem Zustand, gelten als allgemein sicher und führen entweder Individual- oder Rundflüge durch. Auch im Linieneinsatz zwischen kleinen Plätzen ist die An-2 noch im Einsatz, so beispielsweise bis 2013 zwischen Sylt und Wyk auf Föhr."

Strausbergerin 25.05.2015 - 22:51:41

Diese Missbilligung sollte ernster genommen werden!

Für viele, die die ruhmreiche Zeit des DDR Verteidigungsministeriums und seiner Parteigenossen in Strausberg damals „kennen und schätzen“ lernen durften, könnte sehr wohl schon die Fragestellung danach aufkommen, weshalb gerade die Uniformträger von damals, nun Denkmäler an genau diese Vergangenheit aufstellen dürfen. Es geht hier eben nicht um ein schrottreifes Flugzeug auf irgendeinem Flugplatz! Es geht um Vergangenheitsbewältigung ohne Ponyhofschönfärberei, wie „Leidenschaft zum Fliegen“ etc. Natürlich werden die „Nörgler“ auch nicht ehemalige Polit- und NVA-Offiziere nach ihrer Auffassung zu diesem Thema fragen! Phrasen mussten wir uns lang genug „in persönlichen Gesprächen“ anhören! Auch wenn @FLIEGERKIND die Ablehnung des „Geschenkes“ für diese Stadt in den Kommentaren nicht versteht, heißt es deshalb nicht, dass diese unbegründet ist!

Fliegerkind 25.05.2015 - 19:58:21

Hört es denn NIE auf ???

Als der Artikel zur Fertigstellung der AN2 erschien, war es nur eine Frage der Zeit, bis der Erste wieder die alte Leier von NVA, DDR & Co von der Rolle läßt. Ich kann es nicht mehr hören und lesen. Diese ständige Nörgelei und das Negativreden nervt einfach nur noch. Warum kann man nicht einfach die Arbeit, Energie & Zeit, welche die Männer freiwillig in den Wiederaufbau gesteckt haben, respektieren und akzeptieren? Diese Männer haben in ihrer Freizeit bei Wind und Wetter das Flugzeug wieder hergerichtet...ohne Hintergedanken an NVA und DDR...einfach nur aus Leidenschaft zur Fliegerei! Die Männer sind teils weit über 70 Jahre und einfach nur Flieger mit Leib und Seele! Warum soll ein Flugzeug keinen Bezug zu einem Flugplatz haben? Warum soll ein Oldie nicht als begehbares Museum den Bürgern und Interessierten zur Verfügung stehen? Wer die Fliegerei nicht mag, keinen Bezug dazu hat und sich nicht für Flugzeuge interessiert, der keinen Sonntagsspaziergang zum Flugplatz Strausberg unternehmen...es wird Keiner gezwungen. Vielleicht sollte der Ein oder Andere einmal das Gespräch zu den Mitgliedern des Vereins suchen. Im persönlichen Gespräch kann so manche Frage direkt beantwortet werden und man muss nicht über fünf Ecken seine Kommentare/ Fragen in einer Online-Zeitung in den Raum stellen, wo es keine direkte Antwort gibt.

T. Salkin 25.05.2015 - 15:48:34

Andere Antwort

Wer den MOZ Artikel gelesen hat weiß eigentlich, dass die Anna Zwo zukünftig lediglich ein Standflugzeug sein wird - der Unfall von vor neulich hat die Flugzulassung gekostet. Die weitergehende Frage ist die - warum haben Menschen Hobbys und geben für ihre freiwillige Freizeitbeschäftigung mitunter viel Geld aus. Davon soll nicht unwesentlich eine Volkswirtschaft partizipieren. Das ist die Sache mit dem Binnenmarktt und den zurzeit sprudelnden Steuereinnahmen... Anderseits gibt es im Museum des Platzes auch flugfähige Flugzeuge, eben aber Modelle, die auch in viel Freizeit entstanden sind und auch Geld gekostet haben, Material und Ausstattung. Die Anna Zwo ist eben etwas größer als die 1:3 Modelle mit gut 4 Meter, die Modelle hängen der Raumdecke und die Anna Zwo steht auf drei Betonklötze neben dem Tower, so ist das eben! T. Salkin

Leo 25.05.2015 - 12:21:05

Flugzeug oder Stehzeug?

Die viel spannendere Frage ist: kann das Teil jetzt wieder fliegen oder die Benennung als Museums-Flugzeug nur eine euphemistische Umschreibung für ein Steh-/Rollzeug? Im letzteren Fall frage ich mich, in was genau so viel Geld und Zeit investiert wurde?

Berndt 25.05.2015 - 12:09:44

Niemand hat die Absicht in Strausberg eine Pilgerstätte für NVA Militärflieger zu schaffen!

@T. SALKIN, ist es so besser? Da die Geschichte des Flugplatzes durch eine völlige Harmlosigkeit zu jeder Zeit seiner Existenz, angefangen im 3. Reich, über die Zeit der russischen Besetzung, bis zu NVA Verbindungsstaffel gegenüber der Bevölkerung gezeichnet ist, sind alle Aktivitäten der ehemaligen Militärflieger einzig und allein darauf ausgerichtet, den Menschen die reine unschuldige Freude am Fliegen und der fantastischen Technik jener Zeit nahezubringen.

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