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Doris Steinkraus 27.05.2015 06:55 Uhr
Red. Seelow, seelow-red@moz.de

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Klüti thront auf dem Kunsthof

Lietzen (MOZ) Einen imposanten Plastikpark hat die Künstlerin Erika Stürmer-Alex jetzt auf ihrem - außerhalb des Ortes - zwischen Lietzen und Falkenhagen liegenden Kunsthof eröffnet. Er vereint Entwürfe und technische Probestücke, die sie für Werke im öffentlichen Raum geschaffen hat.

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Stolze Klytaimnestra: Die Königin der griechischen Mythologie ist eine der farbenfrohen Figuren im Plastikpark von Erika Stürmer-Alex in Lietzen

© Heike Mildner

Zumindest in der diesjährigen Freiluftsaison werden alle Arbeiten, die in der Regel nicht aus witterungsbeständigem Material bestehen, erhalten bleiben, ist die Künstlerin überzeugt. Sie hat die "Skizzen", wie sie sie auch nennt, aus ihrem Fundus geholt, aufgearbeitet, will sie noch einmal als größere Sammlung zeigen, ehe der Zahn der Zeit sie vernichtet.

Die Figur Klytaimnestra gehört zweifellos zu den imposantesten Arbeiten im so entstandenen Plastikpark. Eine, zu der nicht nur Erika Stürmer-Alex Geschichten erzählen kann. Es ist nämlich bereits die dritte Klytai¨mnestra.

Beate Wonde, Japanologin und Leiterin der Mori-Ôgai-Gedenkstätte in Berlin, lernte Stürmer-Alex als Studentin kennen. Damals wirkte die Künstlerin noch in Woltersdorf. Die Figur entstand in jener Zeit, als Stürmer-Alex Plastiken aus Lehm, Ton und Abfallholz zusammenbaute und bemalte. Stadtgestalter hatte ihre ungewöhnliche Gestaltungs- und Ausdrucksform entdeckt, die einen wunderbaren bunten Kontrast zu grauen Einheitsbauten darstellten.

Stürmer-Alex hatte die Figur Klytaimnestra für die Nationalgalerie zum Thema Erbepflege geschaffen. "Für uns hieß sie nur Klüti", erinnerte sie bei der Eröffnung des Parks.

Als Stürmer-Alex nach Lietzen zog, landete Klüti bei Beate Wonde, genauer gesagt auf deren Grundstück in Wilmersdorf. Da die "Skizze" nicht für solche Transporte geschaffen war, musste sie erneuert werden. Dann, als sie ihren Hof aufgab, landete Klüti in Lietzen, wo sie lange nur noch in Rudimenten irgendwo herumlag.

Nun ist sie zum dritten Mal zum Leben erwacht, strahlt farbenfroher denn je.

Es passt zum historischen Hintergrund von Klytaimnestra, der Gestalt der griechischen Mythologie. Sie war die Tochter des SpartanerkönigsTyndareos und von Leda. Klytaimnestra hasste ihren Mann, da dieser bereit war, ihre gemeinsame Tochter - Iphigenie - zu opfern, um günstigen Wind für den Kriegszug nach Troja zu bekommen. Als der König zurückgekehrt war, ermordete sie ihren Mann. Dafür wiederum wurde sie von ihrem eigenen Sohn getötet.

Stürmer-Alex hat eine stolze Klüti geschaffen. Die Figur habe schon ihren Hofeingang überragt und viele neugierige Blicke auf sich gezogen, erzählte Beate Wonde, die sich freut, ihr nun wieder zu begegnen.

Um Freude geht es der Lietzener Künstlerin in erster Linie bei ihren Plastiken. Zu allen kann sie kleine Geschichten erzählen, wie sie entstanden sind, welche Idee Pate stand, wie sie sich mit Materialien gemüht und immer Neues getestet habe, wie sie dann das Styropor als leichte und hervorragendes "Bau-Material" entdeckte.

Wer jetzt neugierig geworden ist, der kann mit der Künstlerin auf Entdeckungsreise durch gut fünf Jahrzehnte kreativen Schaffens gehen. Sie möchte, dass auch andere Spaß und Freude an den unterschiedlichen Plastiken finden, auf dem weitläufigen Hof der Konsum- und Digitalwelt entfliehen. So lange es die Witterung zulässt, lädt sie ein. In einem Katalog, entstanden im Verlag Drei Wege von Heike Mildner, kann man all das Gesehen mit nach Hause nehmen. Da bleibt es unvergänglich.

Offener Skulpturenhof, Kunsthof Lietzen, jedes erste Wochenende im Monat, Samstag und Sonntag jeweils 10 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung unter Tel. 033470248

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