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Olav Schröder 12.06.2015 18:30 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Ausbildung ist das A und O

Bernau (MOZ) Mit dem Wirtschaftsempfang am Donnerstagsabend erlebte die Stadt Bernau eine Premiere. Er soll künftig stets am Vortag der Eröffnung des Hussitenfestes stattfinden. Ein Schwerpunktthema und die Auszeichnung von Unternehmen sind feste Bestandteile.

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Gute Stimmung:André Stahl (r.) überreicht Hussitenkeramik als Anerkennung für den Einsatz zur Fachkräfte-Sicherung an Yvonne Zemke, Mark-André Krüger und Inis Schickert (v.l.)

© MOZ/Sergej Scheibe

Eine gelöste Stimmung herrschte in der gut besuchten Stadthalle, in der Bürgermeister André Stahl (Linke) eine Vielzahl von Vertretern der regionalen Wirtschaft, Politik und Verwaltung begrüßte. Nicht ohne Grund, biete Bernau doch als Wirtschaftsstandort gute Voraussetzungen, angefangen von der Nähe zu Berlin, den Bahn- und Autobahnanbindungen sowie die gute Sozial- und Infrastruktur bis hin zur positiven Einwohnerentwicklung, wie der Bürgermeister betonte. Dafür stehen auch die drei Unternehmen, die an diesem Abend ausgezeichnet wurden. So beschäftigt die Friseurwelt IBS 25 Mitarbeiter in sechs Friseursalons, davon drei in Bernau. Die Mark-A. Krüger Bauunternehmung zählt 90 Mitarbeiter. Zu den Referenzen gehören unter anderem Andel's Hotel in Berlin, das Goldene Haus in Strahlau sowie in Bernau das neue Mühlentor und die Erweiterung des Seniorenheims "Regine Hildebrandt". Als drittes Unternehmen wurde das Autohaus Zemke ausgezeichnet, das 115 Mitarbeiter, davon 75 in Bernau, beschäftigt. Auch wenn die drei Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen kommen, in einem Punkt ähneln sie sich: sie bilden aus.

Die Wirtschaft würde durch die Zahlung von Gewerbesteuern sowie die Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen "zum Wohlstand Bernaus beitragen," unterstrich Stahl und sagte der Wirtschaft seine Unterstützung zu.

Doch die Unternehmen in Bernau müssen auch mit Hemmnissen kämpfen. Der Fachkräftemangel ist in der hiesigen Wirtschaft angekommen und wurde deshalb zum Schwerpunkthema des Wirtschaftsempfangs.

Mit rund 1500 Arbeitslosen habe sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr in Bernau um 200 verringert, hielt Dagmar Brendel, Leiterin der Arbeitsagentur Eberswalde und Sprecherin des Barnimer Netzwerkes Fachkräftesicherung, fest. Und erfreulich sei auch, dass gleichfalls nur rund 200 junge Menschen arbeitslos seien. Die Chance, die 560 offenen Stellen zu besetzen, sei allerdings gering, da in Berufsfeldern wie im Pflege- und Gesundheits- sowie Hotel-, und Gaststättenbereich, aber auch im Mechatroniker- oder Monteursbereich keine Fachkräfte zu finden seien.

Dagmar Brendels Anregung zur Bekämpfung des Fachkräftemangels auf dem Bernauer Arbeitsmarkt lautet daher: "Bilden Sie aus und setzen Sie die Einstiegsanforderungen nicht zu hoch an." Bis Mai seien 276 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet worden - immerhin zwölf Prozent mehr als im Vorjahr - doch seien 187 noch nicht besetzt. Auch Erwachsene mit Interesse an einer Zweitausbildung sollten bedacht werden. Darüber hinaus wies Dagmar Brendel auf Fördermöglichkeiten für Qualifizierungs- und betriebliche Trainingsmaßnahmen oder Entgeltzuschüsse hin.

In Bernau hätten nicht nur Dienstleistungen eine Chance, sagte Vize-Landrat Carsten Bockhardt (CDU) und nannte die Ansiedlung von Weber Motor in Bernau. Die Investitionsvorhaben der Stadt Bernau in Höhe von 23 Millionen Euro seien auch eine Chance für hiesige Unternehmen, so Bockhardt. Allerdings warnte er vor anhaltenden Debatten über Abwasserzahlungen von Unternehmen, Sonntagsöffnungszeiten und Großmärkte. Investoren achteten auch darauf.

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