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Wasserrennen mit Sonnenkraft

Monika Schmidt / 14.06.2015, 18:55 Uhr - Aktualisiert 15.06.2015, 14:08
Schorfheide (MOZ) Das Gelände des Kanuclubs Stahl Finow in Wildau war am Sonnabend Gastgeber der fünften Europameisterschaft für Solarboote. An den Start ging es in drei Kategorien: Sprint, Slalom und Langstrecke. Bei den Platzierungen hatten am Ende die Gäste die Nase vorn.

Die Startbedingungen können nicht besser sein. Die Sonne sorgt für starken Antrieb, die leichte Briese für ein wenig Erfrischung. 14 Boote warten auf ihren Start zur Europameisterschaft auf dem Werbellinsee. Veranstalter auch der fünften Auflage in Wildau ist der Solarbootverein Berlin-Brandenburg. "Die Teilnehmer kommen aus Hamburg, Bayern, Holland und auch aus unserer Region. Etliche Schulen sind sogar mit zwei Booten dabei. Es ist schon toll, dass es den Lehrern immer wieder gelingt, ihre Schüler für den Bau von Solarbooten zu begeistern", freut sich der Vorsitzende Hartmut Ginnow-Merkert über das steigende Interesse an der Regatta.

Das Gelände des Kanuclubs Stahl Finow in Wildau war am Sonnabend Gastgeber der fünften Europameisterschaft für Solarboote.
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Solarbootregatta

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Jedes Boot ist mit Solarsegmenten und Elektromotor als Antrieb ausgestattet. An den Wettbewerbsteilnehmern liegt es, die Technik richtig zu dimensionieren und den Fahrstil so auszulegen, dass am Ende des Tages im Akku keine Energie mehr vorhanden ist. "Das bedarf schon einiger Erfahrung", weiß Ginnow-Merkert, der während der Regatta mit seinem Solarboot "zweinull" außerhalb der Konkurrenz unterwegs ist.

"Als Nächstes geht Stahlsplitter an den Start, danach Black Pearl", tönt es aus dem Lautsprecher. Die Black Pearl ist ein Kajak, das sich Schüler vom ersten bis dritten Lehrjahr des Oberstufenzentrums II umgebaut haben. Zehn Auszubildende und fünf Ausbilder gehören zum festen Stamm, der seit fünf Jahren dabei ist. "Wir haben die Technik verbessert und hoffen in diesem Jahr auf mehr Erfolg", drückt Heidrun Fritz ihren Startern die Daumen. Auf vordere Plätze hoffen auch die Teilnehmer vom Jugendklub Finow. "Wir sind das dritte Jahr dabei. Mit "Krasse Kuh' konnten wir uns schon einen vorderen Platz holen. Perfect Life geht das erste Mal an den Start. An dem Boot haben wir seit November vergangenen Jahres gesessen und rund 600 Stunden gewerkelt", sagt Joschi, der das Projekt Solarboot im Klub leitet. "Ich mache von Anfang an mit, weil ich mich für Boote interessiere. Solarboote sind besonders effizient", erklärt der 14-jährige Philipp Preußner aus Finowfurt, der ein Ingenieurstudium plant. "Man lernt sehr viel über Technik und hat obendrein viel Spaß in der Gemeinschaft", fügt Bjarno Rutte hinzu. Ihr Fleiß wurde am Ende belohnt. Die "Perfect Life" erhielt den Norbert-Wilms-Sonderpreis für außerordentlich kompetentes Teamwork und Organisation. "Der Sonderpreis ist nach dem kürzlich verstorbenen Berliner Physiklehrer und Solarbootpionier benannt, der 1988 in der Folge der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl in Berlin die weltweit erste Solarbootregatta ausrichtete", erklärt Hartmut Ginnow-Merkert. Überreicht wird der Preis vom Chef der russischen Solarbootregatta Evgeny Kosanov.

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