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KÖzwölf-Pleinair im Sommersitz des Dramatikers am Schermützelsee

Pinsel-Abdruck im Brecht-Sinn

Gabriele Rataj / 18.06.2015, 19:02 Uhr
Buckow (rj) Die Amsel singt im Gebüsch des Brecht-Weigel-Hauses am Schermützelsee, in dem Bertolt Brecht und Helli Weigel sommers ihre Gäste zum Arbeiten, zum Debattieren und Erholen empfingen. Hier haben sich acht Kreative für fünf Tage eingerichtet. Ihre Klappstühle, Tische und Staffeleien bilden kleine Inseln im Gartengrün.

Seit 2007 nutzen Mitglieder der Buckower Künstlergemeinschaft KÖzwölf und Gäste die jährliche Einladung der Gedenkstättenleitung zur intensiven schöpferischen und bildnerischen Auseinandersetzung mit dem Werk des großen Dramatikers.

Gemeinsam haben sie sich im November vergangenen Jahres "Der gute Mensch von Sezuan" herausgesucht, das epische Lehrstück Brechts über die Möglichkeiten und Grenzen des Gutseins und -handelns. "Ein schwierig umzusetzendes Thema", ist beim Rundgang im Garten immer wieder zu hören.

Inmitten von Skizzenblättern, auf Rahmen gezogenen Leinwänden, Farbtuben, Pinseln und anderen Mal-Utensilien sitzen, stehen, knien, laufen sie und ringen mit Inhalt, Anspruch, aktuellem Weltgeschehen und der ganz persönlichen Ausdrucksform.

Wenngleich die tiefgründigen existenziellen Aussagen der Parabel alle gleichermaßen berühren und schon im Vorfeld zu manchen Diskussionen herausgefordert haben, wie Dorothee Irene Müller oder Heidi Wolf erzählen. Es bleibt indes eine Herausforderung für jeden.

Wieviel kann ein guter Mensch geben, ohne von anderen nur ausgenutzt zu werden? Grenzziehungen sind nötig, doch wo, wann, in welcher Weise? Das Wechselspiel zwischen Gut und Böse, Schwarz und Weiß, Geben und Nehmen, voll und leer sind Paarungen, die die Künstler dabei auszuloten versuchen.

Hände sind es in Beate Seeligs Triptychon, die in Körper greifen, um sie zur einen oder anderen Seite zu verbiegen. Die menschliche Vielschichtigkeit sucht Christine Pfundt in sich überlappenden maskenhaften Gesichtern zu ergründen. Die Verwirrung der Shen Te zeigt sich in Hanne Pluns Schüttungsbild.

Zur Präsentation der Arbeiten mit Musik an diesem Freitag, 17 Uhr, wird eingeladen.

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