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Sandra Euent 23.06.2015 13:10 Uhr
Red. Rathenow, redaktion-rn@brawo.de

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Einrad-Butler für Nepal

Rathenow (MOZ) Wer am Freitag und Samstag in der Havelregion zwischen Werben, Rhinow, Rathenow, Premnitz und Brandenburg unterwegs war, konnte mit etwas Glück eine nicht alltägliche Beobachtung machen. Ein Mann, in Kleidung und Haltung an einen traditionellen britischen Butler erinnernd, sauste auf einem elektrischen Einrad die Radwege der Region entlang. Der Name dieses Mannes ist Jörn Dreuw, und er hat eine Mission: Er will die Menschen an die Erdbebenkatastrophe in Nepal erinnern und zum Spenden aufrufen.

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War im Frack und mit improvisierter Fahrradhelm-Melone auf dem Havel- und Havellandradweg unterwegs, um an die Erdbebenkatastrophe in Nepal zu erinnern: Spendenbutler Jörn Dreuw.

© Spenden-butler.de

Denn nach den beiden schweren Beben vom 25. April und 12. Mai sowie zahlreichen Nachbeben brauchen die Menschen vor Ort nach wie vor Hilfe. Viele leben immer noch in Zelten, aus Angst vor neuen Beben oder weil ihre Häuser komplett zerstört worden sind. Aus den meisten Medien ist Nepal nach dem letzten großen Beben schnell verschwunden, doch Jörn Dreuw will die Menschen erinnern. Dass es dazu einer ungewöhnlichen Aktion bedarf, war dem Journalisten klar. Er verband sein Hobby, elektrisches Einradfahren, mit seiner 2010 während einer beruflichen Auszeit gemachten Ausbildung zum Butler. Fertig war der rollende Spendenbutler. Eine einfache Tour mit dem Fahrrad hätte ihm wohl längst nicht so viel Aufmerksamkeit eingebracht.

Am Freitag war das Wetter nicht ganz so toll, daher hat sich Jörn Dreuw nicht lange in Rathenow aufgehalten, sondern ist gleich weiter nach Steckelsdorf zur Big DD Ranch gefahren, wo er übernachtete und sich begeistert vom Zimmer über den Pferdeboxen zeigte.

Auf seiner Reise fragen viele Menschen nach dem Ninebot One genannten Elektro-Einrad. Darüber kommt man ins Gespräch, das er dann geschickt auf Nepal lenkt. Selbst Spenden annehmen, das macht der Spendenbutler nicht. Er will Aufmerksamkeit erregen und gibt interessierten Menschen Flyer in Visitenkartengröße mit, auf denen Informationen zu vier Hilfsorganisationen zu finden sind, die sich seit Jahren in Nepal engagieren. "In dem Spendendickicht mit vielen schwarzen Schafen ist es mir sehr wichtig, dass die Spendeneinnahmen auch tatsächlich in Nepal ankommen. Deshalb habe ich vier kleinere Organisationen gesucht, bei denen das auch der Fall ist, und die seit Jahren mit langfristig angelegten Projekten erfolgreich in Nepal arbeiten", erklärt Jörn Dreuw seine Auswahl.

Seine Tourtage sind streng durchgeplant. Der Akku des Elektrorades reiche etwa 20 bis 25 Kilometer, dann müsse aufgeladen werden, erzählt er. Auf seinem Weg steuert der 45-Jährige Cafés und Restaurants an, um Strom zu erhalten. Aber auch auf einem Bauernhof fand er schon Hilfe, als die anvisierten Lokale geschlossen hatten. Am Montag kam Jörn Dreuw in Berlin an. Wer die Fahrt des Spendenbutlers verfolgen, mehr über die Aktion erfahren oder spenden möchte, findet auf der Internetseite www.spenden-butler.de alle Informationen und einen Blog, auf dem regelmäßig Bilder der Tour gepostet werden. Auch auf Facebook, Google+ und Twitter ist der Spendenbutler anzutreffen.

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