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Barbara Reichmann geht ihren Weg

Barbara Reichmann hat die Eröffnung des Handwerkskellers nie bereut.
Barbara Reichmann hat die Eröffnung des Handwerkskellers nie bereut. © Foto: MZV
Juliane Keiner / 26.06.2015, 12:36 Uhr
Wiesenburg (MZV) Der Handwerkskeller in Wiesenburg hat Geburtstag. Zehn Jahre wird die Kreativwerkstatt im historischen Ortskern zwischen Kunsthalle, Schloss und Künstlerateliers alt. Am kommenden Sonntag, 5. Juli, soll das Jubiläum gefeiert werden. Gastgeberin Barbara Reichmann lädt zu einem Tag der offenen Tür und verspricht eine Ausstellung, in der Teilnehmer der Kurse und Grundschüler aus den Arbeitsgemeinschaften Gefilztes, Gewebtes und Getöpfertes zeigen.

"Die Gründung des Handwerkskellers habe ich nie bereut", sagt die 61-Jährige und führt durch die Räume. Die entpuppen sich als Spiegel der Vergangenheit und reflektieren die vergangenen zehn Jahre. Da sind Spinnräder und Webstühle, die an alte Handwerkstechniken erinnern sowie praktische Keramik und wärmende Accessoires, die im Handwerkskeller entstanden.

"Für mich war es damals die richtige Entscheidung", so Barbara Reichmann und setzt sich an eines der Spinnräder. Die Füße setzen die Spindel in Bewegung, die Finger zupfen an der Wolle und durch verdrehen und auseinander ziehen entsteht wie von Zauberhand ein Faden. Was kinderleicht ausseht, musste gelernt werden. Auch von Barbara Reichmann. Rückblickend erzählt sie: "Ich konnte fast gar nichts. Ich hatte eigentlich nur Freude am Filzen". In Claudia Sperfeld fand die 61-Jährige damals eine Lehrerin, die sie in alten Handarbeitstechniken unterrichtete.

Und so begann die Wiesenburgerin ihr berufliches Dasein vollkommen umzukrempeln. Sie bemerkt: "Ich war 28 Jahre Lehrerin. Von der Ausbildung her für Chemie und Mathematik". Günstige Begleitumstände machten letztendlich die Gründung des Handwerkskellers möglich und Barbara Reichmann konnte beruflich neue Wege gehen.

"Mit Menschen hatte ich schließlich schon immer zu tun. Das schöne ist, heute kommen sie zu mir, weil sie es wollen. Und sie gehen zufrieden mit einem Erfolgserlebnis wieder nach Hause", so die Wiesenburgerin.

Das eigentliche Wunder - die immer wiederkehrende Erkenntnis, was Hände zu schaffen imstande sind - löst sowohl bei den Besuchern des Handwerkskellers als auch bei Barbara Reichmann immer wieder Faszination aus. Diese Kreativität ist allen Menschen in die Wiege gelegt - ist sich die 61-Jährige sicher. Ihr Handwerkskeller ist ein Ort, an dem diese oft verloren geglaubte Gabe neu entdeckt werden kann.

Die Projektidee von damals hat bis auf den heutigen Tag nichts von ihrer Aktualität verloren. Barbara Reichmann geht es um Vorführung zur Verführung. Damit alte Handwerkstechniken wie das Spinnen, Weben, Filzen und Töpfern nicht in Vergessenheit geraten.

"Dass die Kurse voll sind und die Leute gefallen an den Arbeiten aus dem Handwerkskeller haben, bestätigt mir, dass die Eröffnung des Handwerkskellers richtig war", fasst die 61-Jährige zusammen.

Unterstützung bekommt Barbara Reichmann mittlerweile von Katrin Weber, die die Töpferkurse leitet. Heute bietet der Handwerkskeller unter anderem Projekte für Schulklassen und Kita-Gruppen an. Selbst Kindergeburtstage mit handwerklicher Betätigungen können dort gefeiert werden - wo am 5. Juli 2015 der 10. Geburtstag des Handwerkskellers gefeiert wird.

Info: 5. Juli 2015 Handwerkskeller Wiesenburg, Tag der offenen Tür, Ausstellung anlässlich des 10-jährigen Bestehens.

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