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Zwischenstopp bei Tante Anna

Auf dem Flugplatz in Strausberg: Teilnehmer der Tour de MOZ schauen mit Horst Hörmann vom Flugplatzmuseum (3. v. l.) den Starts auf der Rollbahn zu.
Auf dem Flugplatz in Strausberg: Teilnehmer der Tour de MOZ schauen mit Horst Hörmann vom Flugplatzmuseum (3. v. l.) den Starts auf der Rollbahn zu. © Foto: Anett Zimmermann
Anett Zimmermann / 08.06.2015, 15:21 Uhr - Aktualisiert 09.02.2016, 12:30
Buckow (In House) 30 Teilnehmer zählte die Tour de MOZ anlässlich des 13. Buckower Radfests am Sonntag. Nach dem schweren „Aufstieg“ zur Bollersdorfer Höhe wartete auf sie eine gemütliche Fahrt nach Strausberg und zurück nach Buckow. Der Stopp am Flugplatz geriet interessehalber länger als geplant.Von der Schwüle des Vortags war zum Start gegen 9 Uhr am Schermützelsee nichts mehr zu spüren. Mit knapp 18 Grad Celsius war es sogar recht frisch und der Himmel bedeckt. Doch das sollte sich zunehmend ändern.

Darauf hatten sich auch die Radler eingestellt, die schon nach der Strapaze zu Beginn – die Serpentine und damit etwa 43 Höhenmeter hinauf – anfingen, sich zumindest ihrer Jacken zu entledigen. Später sollten die lange Hosen folgen, Pullover und T-Shirts sogar ärmellosen Tops weichen.Manch einer hatte den Anstieg ganz gelassen genommen – das leise Surren Vorbeifahrender ließ auf ein E-Bike schließen, aber selbst die „Normalos“ waren teils mit zehn Stundenkilometern und mehr unterwegs. Zwei Wandlitzer, die die frühere Startzeit zu spät gesehen hatten, stießen in Bollersdorf dazu. Sie mussten ebenso wie zwei Strausberger, die am Flugplatz zur Truppe stießen, die Serpentine dann später bewältigen.

Aber das war noch gar nichts gegen einen Hönower, der mit seiner Frau bereits tags zuvor nach Buckow gefahren war. „Nachdem wir den Fehler bemerkt hatten, haben wir eine schöne Tour auf eigene Faust unternommen – über Münchehofe und Dahmsdorf“, erzählte der Mann. „Nur heute musste ich dann allein fahren, es war bei der Hitze doch auch eine Tortur.“

Eine Entdeckung machten unterdessen Teilnehmer des Jedermann- und Hobbyrennens auf dem Weg nach Buckow. „Schau mal, Charlotte fährt an Position zwei“, rief einer – und, ja klar: Charlotte Henze, inzwischen 86, hatte sich der Tour de MOZ angeschlossen. Vor wenigen Jahren war sie noch die Rennen in Buckow gefahren. „Solange ich kann, bin ich dabei“, sagte sie und gestand: „Strecken querfeldein sind nicht mehr so mein Ding, vor allem wenn es bergab geht und es sandig wird.“

Doch auch darauf kann die Tour de MOZ manchmal Rücksicht nehmen und Alternativstrecken anbieten. Etwaige Mehrkilometer hätten für Charlotte Henze keine Schwierigkeit bedeutet. Und das, obwohl sie bereits die Strecke von Strausberg in den Beinen hatte und nach der Tour natürlich auch dorthin zurück wollte. „Ich habe meinem Mann versprochen, dass ich zum Kaffee wieder zu Hause bin.“Heinz Hanisch und seine Frau Ursula aus Angermünde fahren seit vier Jahren bei der Tour de MOZ mit, waren jetzt aber das erste Mal rund um Buckow dabei. Es sei erstaunlich, wie viele Orte sie mit der MOZ gesehen haben, die sie allein wohl nicht besucht hätten, sagte er. Seine Frau lobte den Stopp im Flugplatzmuseum: „Dass Beate Uhse (Begründerin des nach ihr benannten Erotik-Unternehmens – Anm. d. Red.) einst in Strausberg geflogen ist, habe ich nicht gewusst.“ Aber bevor es auf der Terrasse des nahe gelegenen Restaurants „Doppeldecker“ eine Gulaschsuppe zur Stärkung gab, zeigte Horst Hörmann vom Museumsförderverein noch die erst kürzlich restaurierte Antonow AN 2, auch Tante Anna genannt.

Auf dem neuen Radweg nach Hohenstein kamen bereits erste Überlegungen für die Tour de MOZ beim nächsten Radfest auf – dann nämlich müsste die Strecke zwischen Dahmsdorf und Müncheberg fertig sein. Marco Böttche, Amtsdirektor des Amtes Märkische Schweiz, blickte am Ziel in Buckow noch weiter voraus. „Die Gemeinde Oberbarnim hat die Planung für das Teilstück zwischen der Bushaltestelle Pritzhagen und Ihlow beschlossen.“ Finanziert werden soll der Bau dann über Fördermittel. Großes Ziel sei es, einmal die beiden Kurorte Buckow und Bad Freienwalde miteinander zu verbinden.

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