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Maria Neuendorff 30.09.2015 18:45 Uhr - Aktualisiert 04.10.2015 12:42 Uhr

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Stadt im Lichterrausch

Berlin (MOZ) Wenn auf dem Brandenburger Tor plötzlich Flammen lodern, der Berliner Dom zu Mauerkunst wird und das Stadtschloss nach Sonnenuntergang so aussieht, als sei es schon fertig - dann haben Lichtkünstler ihre Finger im Spiel. Im Oktober werden sie wieder rund 100 Berliner Gebäude in Szene setzen.

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Lust auf ein Spiel? Nicht mit diesen Karten. Sie sind Teil einer aufwändigen Installation eines israelisch-deutschen Künstlerkollektivs auf dem Potsdamer Platz zum Festival of Lights

© Visualisierung: Festival of Light

Dass Kunst und Licht eine ganz besondere Symbiose bilden, merkte Thierry Noir schon 1984. Damals bemalte der französische Mauerkünstler noch im Schatten der deutsch-deutschen Grenze die ersten Betonblöcke auf Kreuzberger Seite. "Immer wenn Vollmond war, wirkten die Bilder plötzlich viel beeindruckender und lebendiger", erinnert sich der Franzose, der bis heute in Berlin lebt.

Ab dem 9. Oktober werden seine markanten Köpfe nochmal ganz besonders erstrahlen. Die bunten Figuren mit den Glubschaugen und Schmolllippen, die durch die East Side Gallery Weltruhm erlangten, werden dann auf das Brandenburger Tor und den Berliner Dom projiziert.

Es sind nur zwei von insgesamt 30 Bauwerken, die beim "Festival of Lights" zehn Nächte lang von internationalen Lichtkünstlern in Szene gesetzt werden. Bei einigen wird aus Anlass des Einheits-Jubiläums schon an diesem Freitag das Licht angeknipst. Am gleichen Tag beginnt zudem noch parallel das Berliner Lichterfest, bei dem ebenfalls 70 Gebäude illuminiert werden.

Eine riesige Auswahl also für Stadt-Flaneure. Einen Besuch wert dürfte auf jeden Fall die historische Mitte sein. Auf dem Rohbau des Stadtschlosses wird an den Abenden des 13. und 14. Oktober per Lichtinstallation gezeigt, wie das historisch gestaltete Eingangsportal einmal aussehen soll. Die Fassade des Hotels de Rome am Bebelplatz wird dagegen während des Festivals mit Lotusblüten umrankt. Auch der Dom wechselt wie die Humboldt-Uni stetig sein Antlitz und wird noch von elf weiteren Künstlern bespielt.

Auf dem Palais am Festungsgraben ist dagegen eine Collage aus Fotos zum 50-jährigen Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland zu sehen. "Als Grundlage dienen persönliche Fotos gelebter Völkerfreundschaft, die Bürger unter anderem auf ihren Israel-Reisen geschossen und nach einem Aufruf eingesandt haben", erklärt Festival-Initiatorin Birgit Zander.

Eine israelisch-deutsche Zusammenarbeit ist auch das "House of Cards" am Potsdamer Platz. 100 mannshohe zu einem Haus aufgetürmte Spielkarten werden dazu mit einer aufwendigen Beleuchtungsfolge programmiert.

Nur ein paar Meter weiter auf dem Marlene-Dietrich-Platz können Passanten dann selbst zum Lichtkunstwerk werden. Dort stellt der Israeli Gaston Zahr vor dem Musicaltheater fünf Paar Engelsflügel auf. Besucher sind eingeladen, sich unter die dazugehörigen Heiligenscheine zu postieren und ein Selfie als "Angel of Freedom" zu knipsen.

Zum Mitmachen lädt im Jahr des Lichts auch erstmals das Bundesforschungsministerium ein. Das Haus am Kapelle-Ufer 1 veranstaltet eine Themenwoche mit kostenlosen Workshops, Ausstellungen und Gesprächen. Am 10. und 11. Oktober können zum Beispiel schon Kinder ab fünf Jahren in der Lichtwerkstatt tüfteln. Vielleicht der Anfang einer großen Karriere in einer aufstrebenden Kunst.

Allein 100 Lichtdesigner aus aller Welt hätten sich beworben, das Brandenburger Tor umsonst zu bespielen, berichtet Zander. Die Organisatoren des rein durch Sponsoren und ehrenamtliche Hilfe finanzierten Festivals entwickelten aus der Qual der Wahl nun erstmals eine "Weltmeisterschaft". In zwei Kategorien kämpfen die besten sechs Künstlerkollektive aus Deutschland, Spanien, Frankreich, Polen, Ungarn und Australien um den Titel im "3D-Videomapping". Ihre Beiträge können Besucher in spektakulären 25-minütigen Lichtshows auf dem Wahrzeichen kostenlos genießen.

"Das Tolle an diesem Festival ist, dass es für jeden frei zugänglich ist", sagt Thierry Noir. "Wenn jemand nach einem langen Tag schlecht gelaunt aus der U-Bahn steigt, und eines der Kunstwerke ihm plötzlich ein Lächeln ins Gesicht zaubert, dann ist das für mich als Künstler das größte Kompliment."

Das gesamte Programm unter http://festival-of-lights.de

Wenn auf dem Brandenburger Tor plötzlich Flammen lodern, der Berliner Dom zu Mauerkunst wird und das Stadtschloss nach Sonnenuntergang so aussieht, als sei es schon fertig – dann haben Lichtkünstler ihre Finger im Spiel. Im Oktober werden sie wieder rund 100 Berliner Gebäude in Szene setzen.

Dass Kunst und Licht eine ganz besondere Symbiose bilden, merkte Thierry Noir schon 1984. Damals bemalte der französische Mauerkünstler noch im Schatten der deutsch-deutschen Grenze die ersten Betonblöcke auf Kreuzberger Seite. „Immer wenn Vollmond war, wirkten die Bilder plötzlich viel beeindruckender und lebendiger“, erinnert sich der Franzose, der bis heute in Berlin lebt.

Ab dem 9. Oktober werden seine markanten Köpfe nochmal ganz besonders erstrahlen. Die bunten Figuren mit den Glubschaugen und Schmolllippen, die durch die East Side Gallery Weltruhm erlangten, werden dann auf das Brandenburger Tor und den Berliner Dom projiziert.

Es sind nur zwei von insgesamt 30 Bauwerken, die beim „Festival of Lights“ zehn Nächte lang von internationalen Lichtkünstlern in Szene gesetzt werden. Bei einigen wird aus Anlass des Einheits-Jubiläums schon an diesem Freitag das Licht angeknipst. Am gleichen Tag beginnt zudem noch parallel das Berliner Lichterfest, bei dem ebenfalls 70 Gebäude illuminiert werden.

Eine riesige Auswahl also für Stadt-Flaneure. Einen Besuch wert dürfte auf jeden Fall die historische Mitte sein. Auf dem Rohbau des Stadtschlosses wird an den Abenden des 13. und 14. Oktober per Lichtinstallation gezeigt, wie das historisch gestaltete Eingangsportal einmal aussehen soll. Die Fassade des Hotels de Rome am Bebelplatz wird dagegen während des Festivals mit Lotusblüten umrankt. Auch der Dom wechselt wie die Humboldt-Uni stetig sein Antlitz und wird noch von elf weiteren Künstlern bespielt.

Auf dem Palais am Festungsgraben ist dagegen eine Collage aus Fotos zum 50-jährigen Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland zu sehen. „Als Grundlage dienen persönliche Fotos gelebter Völkerfreundschaft, die Bürger unter anderem auf ihren Israel-Reisen geschossen und nach einem Aufruf eingesandt haben“, erklärt Festival-Initiatorin Birgit Zander.

Eine israelisch-deutsche Zusammenarbeit ist auch das „House of Cards“ am Potsdamer Platz. 100 mannshohe zu einem Haus aufgetürmte Spielkarten werden dazu mit einer aufwendigen Beleuchtungsfolge programmiert.

Nur ein paar Meter weiter auf dem Marlene-Dietrich-Platz können Passanten dann selbst zum Lichtkunstwerk werden. Dort stellt der Israeli Gaston Zahr vor dem Musicaltheater fünf Paar Engelsflügel auf. Besucher sind eingeladen, sich unter die dazugehörigen Heiligenscheine zu postieren und ein Selfie als „Angel of Freedom“ zu knipsen.

Zum Mitmachen lädt im Jahr des Lichts auch erstmals das Bundesforschungsministerium ein. Das Haus am Kapelle-Ufer 1 veranstaltet eine Themenwoche mit kostenlosen Workshops, Ausstellungen und Gesprächen. Am 10. und 11. Oktober können zum Beispiel schon Kinder ab fünf Jahren in der Lichtwerkstatt tüfteln. Vielleicht der Anfang einer großen Karriere in einer aufstrebenden Kunst.

Allein 100 Lichtdesigner aus aller Welt hätten sich beworben, das Brandenburger Tor umsonst zu bespielen, berichtet Zander. Die Organisatoren des rein durch Sponsoren und ehrenamtliche Hilfe finanzierten Festivals entwickelten aus der Qual der Wahl nun erstmals eine „Weltmeisterschaft“. In zwei Kategorien kämpfen die besten sechs Künstlerkollektive aus Deutschland, Spanien, Frankreich, Polen, Ungarn und Australien um den Titel im „3D-Videomapping“. Ihre Beiträge können Besucher in spektakulären 25-minütigen Lichtshows auf dem Wahrzeichen kostenlos genießen.

„Das Tolle an diesem Festival ist, dass es für jeden frei zugänglich ist“, sagt Thierry Noir. „Wenn jemand nach einem langen Tag schlecht gelaunt aus der U-Bahn steigt, und eines der Kunstwerke ihm plötzlich ein Lächeln ins Gesicht zaubert, dann ist das für mich als Künstler das größte Kompliment.“

Das gesamte Programm unter http://festival-of-lights.de

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