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Marco Marschall 06.11.2015 20:00 Uhr - Aktualisiert 05.02.2016 10:59 Uhr
Red. Eberswalde, eberswalde-red@moz.de

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Studentinnen veröffentlichen alternativen Eberswalde-Stadtplan

Eberswalde (MOZ) Er ist grün, hat das Format einer CD-Hülle und verrät Touristen die Geheimtipps der City. Von wilden Brombeersträuchern bis zur urigen Eckkneipe. Drei Studentinnen haben einen etwas anderen Stadtplan ihrer Heimat Eberswalde veröffentlicht.

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Drei Engel für Eberswalde: Katja Lösche, Sabine Dickmann und Lisa Benfer (von links) präsentieren ihre Stadtpläne, deren Front Linolschnitte von Schülern des Humboldt-Gymnasiums zieren.

© MOZ/Thomas Burckhardt

Mit der Übersetzung ist es manchmal nicht ganz einfach. "Gustav is the place to enjoy the best Spritzkuchen" steht als Punkt Vier im Stadtplan von Lisa Benfer, Sabine Dickmann und Katja Lösche. In Klammern dahinter wird der Spritzkuchen, den man hier unter anderem im Café Gustav genießen kann, mit "Eberswalde Doughnut" übersetzt. Besucher aus dem Ausland sollen immerhin eine grobe Vorstellung davon bekommen, was sie erwartet.

Wer nachlesen möchte, was man in der Waldstadt sonst auf gar keinen Fall verpassen sollte, kann sich einen der Faltpläne schnappen, die derzeit an vielen Stellen gratis ausliegen. Auf Englisch und mit peppigem Design - das war die Voraussetzung fürs sogenannte Use-it-Konzept, unter dessen Namen Stadtkarten für die verschiedensten europäischen Städte zu haben sind.

In Deutschland ist Eberswalde erst die vierte Stadt, in der das Konzept verwirklicht wurde. Und zwar ehrenamtlich von Locals, also jungen Einheimischen, die ihre Stadt lieben. Im weltweit größten Verlag für unabhängige Reiseführer, dem unter Rucksacktouristen bekannten "Lonely Planet", findet Eberswalde zwar Erwähnung, aber: "Nur als Umsteige-Bahnhof nach Chorin", sagt die 25-jährige Lisa Benfer, die das so nicht stehen lassen will.

Die Eberswalderin studiert an der Freien Universität in Berlin und hat die Use-it-Stadtkarten mit den etwas anderen Tipps auf Auslandsreisen entdeckt. Ihre Mitstreiterin, die 35-jährige Sabine Dickmann, studiert an der Hochschule in Eberswalde und stammt aus Wuppertal. Beide hatten die touristischen Geheimtipps recherchiert, Texte verfasst und die Finanzierung beantragt. Knapp 6000Euro brauchten sie für die Verwirklichung. Unterstützung kam von der HNE, der Stadt und einigen Unternehmen.

15000 Stadtpläne wurden gedruckt. Sie sollen auch in Berlin, Potsdam und Frankfurt sowie international verteilt werden, um junge Leute in die Stadt zu locken, von der die Use-it-Erfinder aus Belgien zunächst nicht überzeugt waren. "Brüssel hatte anfangs Bedenken geäußert", sagt Sabine Dickmann staatstragend und muss selbst schmunzeln. Eberswalde könnte zu klein sein, so die Befürchtung. Die anderen drei deutschen Städte, in denen bisher ein solcher Stadtplan aufgelegt wurde, heißen Aachen, Dresden und Düsseldorf.

Und auch mit dem Layout waren die Belgier zunächst nicht ganz einverstanden. "Sie wollten unser Grün nicht", sagt Gestalterin Katja Lösche. Die 33-Jährige ist gerade erst nach Eberswalde zurückgekehrt, studiert an der HNE und konnte die Kritiker am Ende doch noch von der Farbe überzeugen. "Schließlich sind wir eine strahlende grüne Stadt", sagt sie.

Und weil Eberswalde so grün ist, finden Touristen im alternativen Stadtplan eben nicht nur Löwenbrunnen, Magdalenen-Kirche und Zoo, sondern auch Orte wo wildes Obst wächst und die Besucher zur richtigen Jahreszeit quasi eine Gratisstärkung aus der Natur bekommen.

Mindestens 70 interessante Punkte sollte die Stadt haben - das war die Voraussetzung. Für die drei Studentinnen kein Problem. Außerdem mussten die Eigenheiten der Einheimischen Platz im Plan finden. Was das richtige Englisch für den jungen dynamischen Städteurlauber angeht, bekamen die drei Unterstützung vom Use-it-Team aus Belgien und hoffen für den nächsten Stadtplan auf Hilfe aus der Bevölkerung. Denn das ehrenamtliche Projekt wird jährlich neu aufgelegt. Öffnungszeiten, Preise und Tipps sollen immer auf aktuellem Stand sein.

Wer die drei unterstützen oder selbst mitarbeiten möchte, schickt eine E-Mail an eberswalde@use-it.travel oder schaut auf die Facebook-Seite des Projekts

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