Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Ein waschechter Kremmener

Stüber mal sechs: Mama Stefanie und Papa Marcel mit Anton (zweiter von links), Lilli, Ole und dem jüngsten Familienmitglied Emil. Der Junge ist bisher das einzige Kind, das in diesem Jahr in Kremmen geboren wurde.
Stüber mal sechs: Mama Stefanie und Papa Marcel mit Anton (zweiter von links), Lilli, Ole und dem jüngsten Familienmitglied Emil. Der Junge ist bisher das einzige Kind, das in diesem Jahr in Kremmen geboren wurde. © Foto: MZV/Anja Rütenik
Anja Rütenik / 12.11.2015, 07:00 Uhr
Kremmen (MZV) Wer in Kremmen wohnt und Nachwuchs erwartet, fährt üblicherweise zur Geburt in die Kliniken nach Oranienburg oder Neuruppin, weil die Stadt keinen Kreißsaal hat. Der kleine Emil Stüber aber ist ein waschechter Kremmener: Er wurde zu Hause geboren.

Dass das vierte Kind der Familie daheim zur Welt kommen sollte, hatten sich Stefanie und Marcel Stüber zwar durchaus gewünscht. "Ich finde Hausgeburten viel entspannter", sagt die vierfache Mutter. Schon ihr drittes Kind Ole wollte sie zu Hause gebären, aber das war aufgrund von Komplikationen in der Schwangerschaft nicht möglich. Da für das vierte Kind im Vorfeld kein genauer Entbindungstermin errechnet werden konnte, hätte sie auch dieses Mal eigentlich in eine Klinik gemusst.

Doch Emil hatte sich das offenbar ganz anders gedacht. Am 29. Oktober um Punkt 23 Uhr erblickte er im Wohnzimmer auf dem Sofa das Licht der Welt. "Die Wehen setzten um die Mittagszeit ein", erzählt Stefanie Stüber. Die 29-Jährige dachte aber zunächst an sogenannte Übungswehen und erledigte weiter ihre Arbeiten im Haushalt. Gegen Abend, als die Wehen stärker und regelmäßiger wurden, fuhr das Paar jedoch nicht in die Klinik, sondern rief die Kremmener Hebamme Madeleine Blümchen an, die sich gleich auf den Weg machte. Wenige Stunden später war es soweit, und Emil kam kerngesund und ohne Komplikationen auf die Welt.

Der dreijährige Ole staunte nicht schlecht, als er nachts aufwachte und seinen kleinen Bruder im Arm seiner Mutter liegen sah. Die beiden ältesten Kinder, Anton (9) und Lilli (7), die Stefanie Stüber in die Ehe mitbrachte, waren bei ihrem Vater. Sie lernten das jüngste Familienmitglied einen, beziehungsweise zwei Tage später kennen.

Momentan, so erzählen seine Eltern, schläft der Kleine noch viel. "Emil ist ein total entspanntes Baby", sagt Stefanie Stüber. Am liebsten liegt er, ins Stillkissen gekuschelt, neben seiner Schwester Lilli. Die älteren Geschwister kümmern sich rührend um das Baby, helfen beim Füttern und erledigen kleinere Besorgungen. Die Nachtschichten übernimmt Papa Marcel, damit seine Frau sich erholen kann.

Der 36-Jährige war auch bei der Geburt dabei. "Er war wahrscheinlich aufgeregter als ich", sagt Stefanie Stüber. Ihr Mann war ihr aber dennoch eine große Hilfe: "Er hat den Mund gehalten und alles gereicht, was wir gebraucht haben", sagt sie lachend.

Die Familie lebt seit 2010 in Kremmen. Das aus Prenzlau und Berlin stammende Paar wollte einen ruhigen Wohnort für seine Kinder haben. "Hier ist alles fußläufig erreichbar und eine Anbindung an Berlin gibt es auch", so Stefanie Stüber. 2013 haben die beiden im städtischen Standesamt geheiratet. Wenig später wurde ihr erstes gemeinsames Kind Ole geboren.

Die Geburt eines "waschechten" Kremmeners hat fast Seltenheitswert. "In Kremmen wird pro Jahr ein Baby geboren", sagt Standesbeamtin Doris Bernthäuse. Fast genau ein Jahr vor Emils Geburt, im Oktober 2014, sei zuletzt ein Baby in der Stadt zur Welt gekommen.

Eine große Überraschung war die Hausgeburt auch für Uwe Wiedoch. Ihm gehört das Haus in der Kremmener Innenstadt, in dem die Stübers wohnen. Er freut sich sehr darüber, dass dort ein neuer Erdenbürger das Licht der Welt erblickt hat. "Mir hat's schon ein bisschen die Sprache verschlagen, als ich davon erfahren habe", sagt er gerührt. Der gebürtige Kremmener lebt in Berlin und hat selbst drei Kinder. "Man freut sich ja über ein solches Naturereignis", sagt er. Um der Familie eine Freude zu machen, haben der 75-Jährige und seine Frau den Stübers ein Willkommenspaket für Emil mit Pflegeartikeln und Windeln geschenkt.

In Emils Zimmer steht jetzt außerdem eine Aloe-Vera-Pflanze. Die hat Stefanie Stüber gekauft. "Die Anfangsbuchstaben der Kinder ergeben das Wort Aloe", erklärt sie. Die Heilpflanze soll nun dem jüngsten Familienmitglied Glück bringen.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG