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Maria Neuendorff 23.11.2015 18:57 Uhr

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Lennés vergessene Perle

Berlin (MOZ) Während Potsdams Schlösser und Gärten weltberühmt sind, ist der Glienicker Park auf Berliner Seite selbst vielen Einheimischen unbekannt. Die 200 Jahre alte Perle des Gartenkünstlers Lenné soll nun mit einer Veranstaltungsreihe in das Licht der Öffentlichkeit gerückt werden.

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Gartenbaukunst vom Feinsten: Im Sommer schießen Fontänen aus den runden und mit Statuen verzierten Wasserbecken.

© MOZ

"Ja, man fährt im Moment wirklich dran vorbei", gesteht Dagmar Tille von Berlins Oberster Denkmalschutz-Behörde. Noch weist kein Schild an der Zehlendorfer Königsallee darauf hin, dass sich hinter den dichten Bäumen ein Unesco Weltkulturerbe befindet. Vor 200 Jahren schuf Landschaftsarchitekt Peter Joseph Lenné den Park Glienicke in unmittelbarer Nähe zur gleichnamigen Brücke. Für den Staatskanzler Fürst von Hardenberg gestaltete er einen terrassenartig zur Havel hin abfallenden Garten. Das kleine Schloss bettete Lenné in das hügelige Gelände, entwarf großzügige Sichtachsen nach englischem Vorbild. So entstand Preußens erster "Pleasureground". Eine mit vielen Abstufungen ausgeschmückte Rasenfläche direkt am Schloss, die scheinbar fließend in die freie Landschaft übergeht.

Bis heute blühen dort die Blumen in geometrischen Formen, goldene Löwen speien Wasser, Fontänen schießen auch aus kreisrunden Brunnen. Herrenhaus, Casino und die Aussicht -Pavillons "Große und die Kleine Neugierde" stammen von Schinkel und bringen italienisches Flair an die Havel.

Doch noch verlieren sich nur wenige Besucher in die grüne Perle am südöstlichen Berliner Stadtrand. Das soll sich in zwei Monaten ändern, wenn der Bezirk Zehlendorf-Steglitz mit einem Lenné-Jahr zum 200.Geburtstag des Parks in die Marketing-Offensive geht. Es beginnt am 23. Januar, dem 150. Todestag des Landschaftsplaners, mit einem Festakt, bei dem auch eine App für Smartphones mit Informationen über den Glienicker Schlosspark, einem Lenné-Porträt sowie einer Übersicht der wichtigsten Gärten, Parks und Stadtlandschaften vorgestellt werden soll. Außerdem informiert ab sofort eine Web-Seite über Lennés Schaffen. Bis Ende des kommenden Jahres sind über 30 Führungen, Konzerte, Lesungen und Filmvorführungen geplant. "Ob für Landschaftsexperten, Rosenliebhaber oder Kinder, es ist für jeden etwas dabei", verspricht Bärbel Petersen vom Regionalmanagement Südwest.

Für die erhofften Besucher werden derzeit die Wege erneuert. Doch das Geld ist knapp. "Noch bekommen wir für Instandhaltung und Pflege nicht mehr als für das normale Grün am Straßenrand", sagt Christa Markl-Vieto aus dem Bezirksumweltamt. So befindet sich ausgerechnet am Eingang zum insgesamt 90 Hektar großen Park ein dreiteiliges Gebäude-Ensemble in einem sehr schlechten Zustand. Wenn es nach Bezirk und Senatsumweltverwaltung geht, könnte in dem Wirtschaftshof mit alter Konditorei ein kleines Info-Center entstehen. "Derzeit läuft die denkmalpflegerische Bestandsaufnahme", erklärt Dagmar Tille von der Obersten Denkmalschutz-Behörde. Dazu erhofft man sich vor allem auch Hilfe von der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten. Dessen Gartendirektor weiß das vergessene "Juwel der Gartenbaukunst" auf Berliner Seite schon jetzt zu würdigen. "Die Gestaltung des Pleasuregrounds ist einmalig", sagt Michael Rohde. Von den Hügeln habe man außerdem einen wunderbaren Blick auf die weltberühmten Parkanlagen in Babelsberg und Potsdam.

Programm und Infos unter www.peter-joseph-lenne.de

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