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Volkmar Ernst 29.12.2015 18:59 Uhr
Red. Oranienburg, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

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Zwei Männer mit Diener

Liebenwalde (MZV) Die Ausbildung ist geschafft, zudem hat sich Richard Jäger den Titel als bester Tischler auf Kreis-, Landes- und sogar Bundesebene sichern können. Nun sammelt er in seinem ehemaligen Ausbildungsbetrieb, der Tischlerei Oliver Giese in Liebenwalde praktische Erfahrungen, um danach mit der Meisterausbildung zu beginnen.

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Chef, Geselle und Diener: Oliver Giese, Chef der Tischlerei Oliver Giese und der Fensterbau Giese GmbH (links) mit Tischlergeselle Richard Jäger und dessen Stummen Diener.

© MZV/Volkmar Ernst

Stolz auf Richard Jäger ist natürlich auch seine Verlobte Marie Hahnel. Einziges Manko: Wenn sie sich vom frisch gebackenen Tischler-Gesellen ein Einzelstück wünscht, dann dauert das. "Denn zuerst muss Geld verdient werden", sagt Jäger und lächelt seine Freundin an.

Doch zumindest für die Meisterausbildung muss Jäger nicht mehr sparen oder mit seinem Arbeitgeber verhandeln. Die kann er über die Begabtenförderung finanzieren, die er sich sozusagen als Preisgeld für den ersten Platz beim Bundeswettbewerb erarbeitet hat.

Geboren und aufgewachsen in Liebenwalde, hat Jäger das Gymnasium besucht und das Abitur erworben. "Aber nach so vielen Jahren hatte ich einfach keine Lust mehr auf Schule", erklärt er. Auf der Suche nach einen Beruf absolvierte er in der Tischlerei Giese ein Praktikum. Da ihm der Umgang und die Arbeit mit Holz gefiel, bewarb er sich. "Drei Jahre dauerte die Ausbildung, und die ist zumindest im ersten Jahr kein Zuckerschlecken", erklärt sein Chef Oliver Giese. "Denn während der Grundausbildung wird nicht mit Maschinen gearbeitet, sondern alles von Hand gemacht." "Doch es schult auch die Fertigkeiten", ergänzt Jäger die Ausführungen, auf dessen Zeugnis nur Einsen zu finden sind. Dass er auch in der Praxis bestehen kann, beweisen die ebenso guten Bewertungen unter anderem für sein Gesellenstück, einen speziellen Tisch für Puzzlearbeiten. Um sich auf Kreisebene (Oberhavel und Ostprignitz-Ruppin) zu qualifizieren, mussten die Teilnehmer in sechs Stunden nach Vorlage einer Zeichnung einen Brotkasten herstellen, auf Landesebene eine Schubkarre und beim Bundeswettbewerb in Bayern einen stummen Diener in 19 Stunden. Was besonders wichtig dabei war, fasst Jäger mit den drei Worten zusammen: "Maße, Maße, Maße." Schon die Abweichung von nur einem Millimeter kann dazu führen, dass beim Zusammenbau die Teile nicht mehr zueinander passen, erklärt er.

Nach Erik Brandenburg (2010) und Fabian Höke (2014) ist Richard Jäger bereits der dritte Landessieger im Betrieb der Tischlerei von Oliver Giese.

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