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Die Kleinsten lernen spielerisch, motorische Fähigkeiten zu entwickeln / Ungarische Kinderärztin entwickelte Konzept

Windmühlenkids testen Holzgeräte

Probieren sich aus: Die bis zu drei Jahre alten Kinder in der Neuhardenberger Kita "Windmühlenkids".
Probieren sich aus: Die bis zu drei Jahre alten Kinder in der Neuhardenberger Kita "Windmühlenkids". © Foto: MOZ
Josephin Hartwig / 08.01.2016, 06:35 Uhr
Neuhardenberg (MOZ) In der Kita "Windmühlenkids" ist ein neues Projekt für die Krippenkinder gestartet. Kita-Leiterin Brunhilde Simke hatte vor sieben Jahren bereits das Bewegungsmodell nach Elfriede Hengstenberg für die Älteren eingeführt.

Vorsichtig tapsen die "Windmühlenkids" in den Raum ihrer Kita, in dem die neuen Gerätschaften stehen. Sie halten sich an ihren Erzieherinnen fest, schauen skeptisch auf die Holzteile, die in einigem Abstand zueinander aufgebaut sind.

Peter Fuchs, der auch schon das vor sieben Jahren ins Leben gerufene Hengstenberg-Projekt in der Kita begleitet hatte, sitzt im Hintergrund und beobachtet die Mädchen und Jungen. Das Projekt auf Grundlage der ungarischen Kinderärztin Emmi Pikler ist am Montag gestartet. "Das Kind soll Zeit haben, sich in einer vorbereiteten Umgebung zu entfalten", erklärt der pädagogische Begleiter. Er schult die Erzieherinnen, achtsam auf die Kinder einzugehen, ihnen Raum für die individuelle Entwicklung zu lassen und ohne ein Eingreifen der Erwachsenen die Möglichkeit zu geben, selbst zu erkunden.

"Die Mädchen und Jungen sollen nicht durch unsere Dominanz geprägt werden, sondern tun, worauf sie Lust haben", so der Fachmann. Auch Eltern sind in der Kita anwesend, als die Jüngsten sich ausprobieren. "Ich finde es toll, dass meine zweijährige Tochter Lena die Möglichkeit bekommt, mit Spaß die Geräte zu erkunden", sagt Mutter Corina Schultze.

Die Unfallkasse Berlin-Brandenburg unterstützt das Projekt., Zum Start des Projektes war Katja Richter als Vertreterin gekommen. "Es ist sehr wichtig, schon früh zu beginnen, den Kindern ein gutes Körpergefühl zu vermitteln. So lernen sie, sich auch bei einem Sturz sicher abzufangen und Schlimmeres kann vermieden werden", sagt Richter.

Die Kita-Leiterin Brunhilde Simke ist von den Konzepten nach Emmi Pikler und Elfriede Hengstenberg überzeugt. Dass eine umfassende Bewegungsförderung auch für die Entfaltung der Persönlichkeit wichtig ist, weiß sie aus Erfahrung. Und dafür werden die Neuhardenberger Erzieherinnen geschult und regelmäßig befragt.

Die Kinder, die zwischen einem Jahr und drei Jahren alt sind, erkunden die hölzernen Geräte. Ein kleiner Junge klettert, ohne zu zögern, sofort ein Sprossen-Brett hinauf, dreht sich, oben angekommen, vorsichtig um, und rutscht auf dem bewindelten Hintern wieder nach unten.

Doch vor allem eine Art kleines Boot, in dem die Kinder wie auf einer Wippe hin und her schaukeln können, hat es den Jüngsten der Kita angetan. Es wird laut gelacht und alle hinein drängeln sich hinein. "Auch die soziale Kompetenz wird so spielerisch geformt", verweist Peter Fuchs auf die Inhalte nach Emmi Pikler. Denn die Kinder müssten aufeinander Rücksicht nehmen und auch mal warten, bis sie an der Reihe sind.

Peter Fuchs will den Kindern die Chance geben, schul-fit und lebens-kompetent aus der Kita entlassen zu werden. "Der Übergang kann schwer fallen, wenn zu sehr behütet und noch nicht gelernt wurde, selbst Entscheidungen zu treffen", sagt er.

Die 12 Mädchen und Jungen scheinen begeistert von den neuen Spielgeräten. Erst noch zaghaft, dann schon mutiger krabbeln sie durch ein über Eck aufgestelltes Gehäuse, testen ihr eigenes Gewicht auf einem kleinen Hindernis und steigen eine kleine Sprossenleiter hoch und wieder hinunter.

Mit dem Pikler-Projekt knüpft Brunhilde Simke an die Erfolge des Hengstenberg-Projekts an. "Wir beginnen nun schon bei den Kleinsten. Da schließt sich der Kreis", sagt sie. Für ein Jahr wird die Gruppe der bis zu Dreijährigen die Geräte in ihren Gruppenraum integrieren. Dann wird entschieden, ob der Kindergarten, mit Unterstützung von Spenden und der Unfallkasse, langfristig damit arbeitet.

"Wir dokumentieren und werten mit anderen Einrichtungen aus. Der Erfahrungsaustausch, etwa mit einer Kita aus Hoppegarten, hilft sehr. Allerdings sind wir sehr zuversichtlich, dass sich alles genauso positiv entwickelt, wie erhofft", fasst Brunhilde Simke zusammen.

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